Es gibt viele Vorgeschichten. Z. B. das Ding Flensburg x Hamburg, wo der Bungsberg nur ein Zwischenstopp war, für fast alle. Oder von Hamburg zum Brocken. Brockensturm auch genannt. Ziele mit „B“ sind wohl beliebt. Oder aber auch eine Ausfahrt unter Freunden der staubigen und autofreien Wege rund um die Heimat.
So habe ich mit Oli Bagdad Biker schon mal die Strecke für das platzierte Hamburg X Bungsberg an zwei Tagen im Voraus inspiziert.
Donnerstag. Mit der Kamera voraus unter dem Lenker wird alle 2 Minuten ein Bild gemacht. So lässt sich leicht die Strecke nachvollziehen und ganz besonders die Länge der Pausen. Die sind ganz wichtig, bei 28 Grad Wanderfahrten. Nicht nur die Schönheit der Natur, sondern auch die der Versorgungspunkte soll Beachtung bekommen. Und es verdrängt den Unsinn der Umwege. Immer wieder wäre eine kürzere Variante möglich, doch wieso auf lauter Straße mit Rückspiegel fahren, wo es doch im Wald unter dem Jubel der Vögel die Spur frei gewählt werden darf?

Leicht overdressed geht es gleich hinter Bergedorf in Reinbek zum REWE.
Flaschen sind alle. Über Aumühle und den legendären Wurzel-Schnee-Bille-Trail nach Kuddewörde.
Durch die Felder nach Brimore-haus-en und weiter zum Schloß Wotersen.
In Güster Versorgung beim EDEKA.
Es folgt ein Flow am See/See/See direkt nach Mölln rein.
Treppe und wellig durch den Wald nach Ratzeburg, hier auf der Laufstrecke vom Triathlon.
Tanke. Leer. Ach; der Intervall der Kamera, deshalb keine Bilder mehr.
Am See weiter mit Technik, schalten bergauf und Sand in der Kurve bergab. In Buchholz quer nach Berkentin zum Kanal Elbe Lübeck. Hier gibt es Rückenwind, haben wir doch stetig ein strammen Ostwind zum Gegner gehabt. Im Kanaltal kommt er auch von vorne. Doch der Versorgungs- und Nachtruhepunkt ist nicht mehr weit. Wir verlassen den Trail und fahren westwärts um Lübeck herum. An der B75 wird gestopp, für heute.
Klar wurde, das Deutschland bald hin ist. Zu sehen am Thema Pfandgeldrückgabe. Bein Edeka hat die junge Dame anstelle von 0,58€ 0,85€ rausgeben, an der Tanke in Ratzeburg wurde im Kopf gerecht. Zwei Malzbierflaschen, eine Selterflasche machen 0,31 €…
Alle, aber auch alle Bilder:
https://plus.google.com/photos/10638552 ... 69z6wffeQQ
Freitag. Immer noch Sommer und so gleich in Kurz/Kurz aufs Rad. Oli redet mal wieder was Piano, deshalb gleich mal Kette rechts am MTB und sehen, ob der Fahrtwind kühlt. Ich verspreche heute 80 km, nach lockeren 140 km gestern. Die Freude hält sich in Grenzen, auch möchte das Unterkunftspersonal nicht mit. Steht am Ende doch ein Berg.
In Bad Schwartau, bekannt durch gutes Frühstück, treffen wir wieder auf den X Trail. Wind immer noch aus Ost, Topografie Schweiz, holsteinische.
Das heißt Talblick nach Lübeck,
Überquerung reißender Bäche wie die Schwartau,
Berghöfe mit den Namen Altona und Anleger wie Övelgönne, falls die Arche mal nötig wird.
Und immer wieder an Seen vorbei, klares Wasser und Sand. Der auch viel auf den Wegen zu finden ist. Einheimische schildern uns die Vergangenheit, Schneeverwehungen höher als der Bungsberg und Stauseen durch Verwurzelungen im dänischen Graben.
Irgendwann in der Mittaghitze erreichen wir Neustadt.
Ein letzter Imbiss vom der Gipfelerstürmung. Die wird ruhig, erste körperliche Defizite machen sich bemerkbar und es geht weiniger um Tracktreue, denn um den Eintrag ins Gipfelbuch. Am Fuß des Berges der Einstieg durch die Tore von Schloss Sierhagen.
Dann immer stetig hoch.
Der Gipfel zum Greifen nahe, vorher noch ein 38%er, ohne Cola. Die gibt es erst in der Bergschänke.
Wieder viele Bilder, ungefiltert:
https://plus.google.com/photos/10638552 ... mfmuu5yIGw
Soweit die Vorgeschichten, jetzt wird es ernst.
Samstag. Hamburg X Bungsberg an einem Tag. Über den X-Trail. Motta,
bekannt für solch kurzweiligen Ausfahrten, verabredet sich für heute, Samstag am Bergedorfer Bahnhof. Doch leider streikt eine der Bahngewerkschaften. Ob die S-Bahn da mitmacht, weiß keiner und so werde ich von Bargteheide quer kommen. Nach Kuddewörde. Ich lasse Reinbek und den anspruchsvollen Trail an der Bille aus. Als kleines Handicap wechsle ich die Kette an meinen Crosser, was zu einer reduzierten Nutzung der Kassette führt. Ach ist die Sattelklemmung lose, was neu ist und Mode werden wird. Es ist möglich, schon vor der Kurve den Arsch rum zu bekommen. Und die Kamera ist hinten am Sattel fest gemacht, alle 2 Minuten gibt es rückblickende Bilder. Was die letzten beiden Tage nach vorne ging, geht jetzt nach hinten los.
In Kuddewörde fahre ich mit der ersten Gruppe mit. Mit dabei:
Extreme Schnuffi
Lefti Peter
Brockensturm Ralf (re.), Clausto Fragezeichen (li.)
Und Motta-Sense
Sowie Sonne und Wärme.
Nicht dabei: Wind.
Die Strecke ist ja bekannt aus den Vorberichten, nur der Weg östlich um Lübeck ist neu. Sehr grün und als Highlight der Herrentunnel. Ein kostenloser Shuttle bringt Fußgänger und Radfahrer auf die andere Seite. In Ratekau, wo ich das Fotointervall neu starten muss, wird um 15:00 Uhr die nötige Energie nachgeladen. Dann folgt der Weg an der Schwarte entlang, ganz schön fordernd für den Degen, lefti Peter freut sich mit seinem Breitschwert. Am dem Talblick nach Lübeck kommt es zum letzten Materialdefekt. Motta hat einen Platten. Hier die große Überraschung. Der Schlauch hat keinen Flicken. Auch wird das Alter unter 10 Jahre geschätzt. Klar, das der nichts hält geht, noch nicht richtig abgehangen. Wir mutmaßen, das Frau Motta den zu Ostern dort versteckt hat… Auch stöhnt Motta über die neuen Bremsbeläge. Die verursachen eine Blockade der Räder. So neue Beläge sind einfach viel zu weich.
Weitere Materialdefekte waren vorher:
Schnuffi: Platten, Flaschenhalter mit Flasche verloren, unbemerkt und Stopper vom Bremszug gelöst.
Ralf auch Platten und damit Verlust für die Gruppe, ungefähr bei Schloß Wotersen. Clausto bleibt bei ihm.
Janibal: Immer wieder Entschleunigung durch Lösen der Kamera und Autoauschalten vom Navi durch bad Vibration.
Lefti Peter: niX
Tracktreue: Fast, nur ein kleiner Abstecher zur Jungfrauenbucht an der Steilküste von Neustadt.
Menschliche Schwächen gab es bei allen. Ich musste mir mal die Kerben (Kniekehlen und Armbeugen) waschen.
Anfangs noch 35 Stukies auf Teer und ebenen Wegen, später nur noch auf Teer, im Sand auch mal unter 25 Stukies. So ist der geforderte 20er Bruttoschnitt von extrem Schnuffi nicht gehalten worden. Eintrag ins Gipfelbuch um 18:53 Uhr. Angela wartet schon sehnsüchtig mit Bier und der HH X B Kaltgetränkeedition.
Im Hintergrund grollt ein lokales Gewitter. So verlassen schnuffi, lefti Peter und ich den Berg nach Eutin. Schweißnass, mal wieder heute, mit einen 30er Schnitt erreichen wir trocken Eutin und fallen in den Zug oder in das Hotel. Schnell flog alles an mir vorbei, hier noch mal die Bilder von der Strecke.
https://plus.google.com/photos/10638552 ... sKGix46OKg
Am Anfang mit Sonnenuhr… aber dann geht es los. CX von der besten Seite
infiziert (CrossBrevetFieber)

