
<b>2. CTF über die Wingst ab Cadenberge 2012
Tolles Engagement</b>
Rums! Schon zwei Kilometer nach dem Start, auf einer Holzbrücke, liege ich auf der Nase. Die Nacht war feucht, die Brücke spiegelglatt und ich bin sie einfach etwas zu schräg angefahren. Anfängerfehler. Ist ja erst meine zweite Cross-Saison. Egal, Mund abwischen und weiter. Dann geht es in der ersten Startgruppe gleich mit ordentlich Dampf vorwärts. 30 km/h und mehr. Das kann ja heiter werden.

Uwe wurd nur kurz am Start gesehen. Um im Ziel - frisch geduscht
Zum Glück finde ich in Tribelix und Hermann nette Begleiter. Und natürlich Johanna. Sie lotst uns dank GPS-Gerät nicht nur hervorragend durch die Wälder, sondern zeigt eine gleichzeitig elegante, wie effektive Fahrtechnik im Gelände. Selbst die giftigen Steigungen mit gut 15 Prozent bezwingt sie auf ihre Stevens-Crossbike locker im Wiegetritt. Ganz große Klasse; da macht es wirklich Spaß, hinterher zu fahren. Wenn man denn ihr schnelles Hinterrad halten kann. Die zwei steilsten Stücke zwingen mich jedenfalls zum Absteigen. Johanna, Du bist meine Cross-Göttin.

Crossen = grinsen
Die meiste Zeit fahren wir im Viererpulk und freuen uns über die exquisite Strecke. Schnelle Schotterpisten, tiefe Laubpassagen, lockere Geröllfelder, tiefer Sand und jede Menge matschige Waldwege wechseln sich permanent ab und bieten ein breites Spektrum an Crosser-Freuden. Dass man besonders im Matsch mit dem Crosser einen Vorteil gegenüber den breitbereiften MTB hat, erstaunt andere Teilnehmer immer wieder. Für Norddeutschland finde ich ein Crossrad nach wie vor erste Wahl.
Die Strecke ist genial. Zullo und seine Crew haben ganze Arbeit geleistet. Großes Lob und vielen Dank dafür. Die etwas mühsame Anreise aus Hamburg ist diese CTF auf jeden Fall wert. Die beiden Depots sind reichhaltig bestückt, an K2 im Steingarten gibt es dann auch die mehrfach als hervorragend angekündigten Butterkuchen - lecker!

Orga-Chef Zullo
Die Strecke ist aber nicht nur schön, sondern auch kompliziert. Das stellen wir eindeutig nach der K2 fest, weil uns ein weißer 76er Pfeil, der eigentlich keine Fehldeutungen zulässt, leider in die falsche Richtung schickt. Die angekündigte Streckenteilung erleben wir jedenfalls nicht, sondern schlagen uns durchs Unterholz und landen schon nach weniger als zehn Kilometer wieder im Steingarten. Eigentlich sollte uns die Extraschleife an technisch anspruchsvolle und landschaftlich schöne Passagen führen. Macht nichts! Oder vielleicht sogar ganz gut so.
Ansonsten war die Strecke perfekt mit blauen, roten und eben weißen Pfeilen üppig ausgeschildert; tolle Arbeit des Orga-Teams. Und das alles für 135 Teilnehmer. Das nenne ich Engagement. Klasse Leute!!!

Preisfrage: Wer fuhr vorn? Hermann oder Johanna?
Auf dem Rückweg erlebe ich dann noch eine spektakuläre Wingst-CTF-Highlightszene. Zusammen mit Johanna befahre ich flott einen gut befestigten Waldweg. Einige Meter vor uns tritt Ducdich kräftig in seine MTB-Pedale. Wir versuchen in seinen Windschatten zu kommen. Und was macht er? Ein kurzer Schulterblick, dann reißt er seinen breiten Lenker nach links und donnert über ein abgeerntetes Getreidefeld, um so ein paar hundert Meter zu sparen. Denn der Weg macht später eine scharfe Linkskurve und führt auf der anderen Seite an dem schwarzen Acker vorbei. Der Mann hat Übersicht! Was für ein Race-Instinkt! Mann kann eine CTF also auch als Wettbewerb sehen. Nächstes Mal bleibe ich dran.

Das Bild ist leider verwackelt, hat aber künstlerischen Wert angesichts der Steigung...
Fazit: Wieder habe ich es nicht geschafft, die Langdistanz komplett zu absolvieren. Und wieder bin ich nicht immer auf dem Rad geblieben. Ohne Sturz und Verfahren geht es bei mir wohl nicht. Na, vielleicht klappt es ja nächstes Wochenende in Eutin. Ich fahre dann mal mit weniger Luftdruck. 3,5 bar sind einfach zu hart.




