3. Ocean Lava Triathlon Lanzarote (Bericht & Bilder)

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Tribelix
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3. Ocean Lava Triathlon Lanzarote (Bericht & Bilder)

Beitragvon Tribelix » 17.09.2012, 21:16

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<b>3. Ocean Lava Triathlon Lanzarote 2012</b>

Die zweite Teilnahme an diesem Wettkampf, diesmal nicht alleine, Triabla-Stine begleitete mich zu Ihrem ersten 70.3.

<b>Montag</b>

Koffer und Rad packen. Alles zum Flughafen bringen. Vorabend einchecken - durch die neue 5,- Euro Gebühr, ist gar nichts los!

<b>Dienstag</b>

Abflug am Mittag, Ankunft am Nachmittag. Reiseveranstalter erklärt uns, dass der Radtransport bei ihnen 25,- pro Rad und Strecke kostet (zusätzlich zu den 100,- für Hin/Rückflug). Taxifahrt kostet nicht so viel, pro Rad werden zusätzlich 5,- fällig, Gesamtsumme 25,- und den Vorteil, schon kurz nach der Ankunft im Hotel zu sein.

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Räder werden wieder zusammen gebaut und sich für die Laufrunde präpariert. Es ist warm, das wird anstrengend. Bergab geht es einfach, an den Wellen der Promenade merkt man auch langsam die Oberschenkel. Auf der Wendepunktstrecke hat man auf dem Rückweg die ganze Zeit die Sonne im Gesicht (Brille vergessen). Die kleinen Serpentinen zum Schluss spart sich Stine, ich nehme sie mit und verlängere die Strecke auf 11km. Zeit ist bei der Wärme irrelevant, Hauptsache bewegt.

<b>Mittwoch</b>

Kleine Radrunde in den Norden, Stine ein bisschen an die Straßen, Wind und Steigungen gewöhnen. Natürlich auch ein wenig Sehen, ergo alles im gemäßigtem Tempo.

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Nach ca. 105 km und 1.500 Hm waren wir wieder am Hotel und sind gleich weiter, um unsere Starterunterlagen abzuholen. Freudige Begrüßung, man kennt sich noch vom letzten Jahr und durch Facebook. Give aways: Beach Bag, kleiner Schnürsack, Laufshirt, Riegel, Gel, Uhr (Madison New York).

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<b>Donnerstag</b>

Shopping / Beach Day: Nachdem wir die Kollektion des Veranstalters fast komplett aufgekauft hatten (Stine), gab es zur Entspannung noch einen Strandtag, natürlich um auch ausgiebig das Wasser zu testen.

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<b>Freitag</b>

Die Wettkampfausrüstung wird sortiert und auf die einzelnen Bags verteilt, damit beim Einchecken am Abend alles vorhanden ist. Bis zum Einchecken sind es 1,5 km. Der Platz des Bikes und der Bags ist nicht nur durch die Start-Nr. gekennzeichnet, sondern auch noch mit dem Namen.

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Nach dem Einchecken geht es ab zum Race-Briefing (Englisch/Spanisch), das am Strand eines Hotels (in dem auch die Startunterlagen abgeholt wurden) abgehalten wird. Kenneth Gasque, der Renndirektor handelt das Ganze in Englisch auf seine ganz eigene humorvolle Art ab.

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<b>Sonnabend</b>

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Rechtzeitiges Aufstehen, jeder Handgriff ist mehrfach im Kopf durchgegangen. Auf dem Weg zum Start läuft ein Häufchen Elend neben mir. Das Treiben am Start ist ruhig, letztes Mal Rad checken, Neo an und Einschwimmen.

8:00 Uhr Start, wir stehen weit hinten. Schätze die Dünnung auf 0,5 - 0,7 m, nicht ganz glatt. Gebe Stine noch den Tipp, vorsichtig aus dem Wasser zu gehen, die Wellen hauen einen von den Füssen. Der Dreieckskurs läuft zum Schluss, schräg zum Strand zurück, scheinbar haben wir Ebbe, geht nicht so schnell.

Nach ca.44 min ist der Teil abgehackt. 4 min langsamer als letztes Jahr und meine Uhr will keine Lap-Time speichern - das ist doof, muss ich mir alles merken. Ein Volontär cremt mich noch zusätzlich mit Sonnenschutz ein.

Freue mich, noch so viele Fahrräder zu sehen, bis ich dann gemerkt habe, dass das die 1/4 Distanz Räder sind. Die ersten Radler sehe ich vor mir und beginne mit dem Einsammeln. Heute zähl ich mal mit. Bis zur ersten Abfahrt sind 7 eingesammelt, einer wehrt sich, ich nehme mir vor, ihn bis zur Verpflegung zu bekommen, da war er dann Nr. 11. Die Beine sind heute gut und ich lege es drauf an. Regelmäßig Gels (5 Stk.) und immer Flüssigkeit (3 1/2 Flaschen). Alles kommt mir heute schneller vor, mal sehen wie Las Brenas wird. Kann mir an den Steigungen (war ja klar) keinen weiteren Greifen, die Nr. 11 überholt mich (das macht mich sauer).

Oben angekommen, kurze Erholung, kleine Abfahrt, durch den Kreisel und danach sofort Kette links. Die 10 – 13 % Steigung mit Blick auf das Biest von Femes (21 %) lassen mich gleich (im Windschatten des Berges) doppelt schwitzen. Kurz vor dem Biest steigt Nr. 11 ab und schiebt, well come back in meiner Überholungsliste. Letztes Jahr war mehr los hier oben.

Kurz durch pusten und sich freuen, das Rad am Ring eine gute Vorbereitung war (die Hohe Acht fahre ich 3 x lieber, als das Biest). 300 m weiter sehe ich eine Triathletin aus meinem Hotel an der Straße stehen, scheinbar ist sie an einem Schweinehügel (Verkehrsberuhigung) gestürzt. Hier oben auf dem Plateau, wird es schnell, Kette rechts und los, die Abfahrt zum Großen Kreisel an der LZ-2 Kinn auf dem Lenker. An der Verpflegung gleich nach dem Kreisel eine Flasche Wasser genommen, es wird heiß, der Körper will gekühlt werden. Die Autos fahren so langsam, dass ich auf dem Standstreifen rechts überholen muss. Auf diesem steht jetzt ein Auto zum Fotografieren, da konnte ich mich gerade noch durchquetschen. Auf der langsam ansteigenden Geraden von Yaiza in den National Park, kann ich die Schlange der zu Überholenden sehen. Heute macht mir diese stupide Straße keine Angst, oben angekommen sind wieder 5 mehr überholt (23 im Sack). Ab jetzt geht es nur noch auf dem großen Blatt, obwohl einige Wellen hätte man auch vorne runter schalten können.

Bei einigen Überholvorgängen frag ich mich, was der wohl denkt, wenn ein kleiner Dicker mit großen Geschwindigkeitsüberschuss an ihm vorbei donnert und nicht langsamer wird. Ich kann es ja selbst nicht glauben. Der gute Schluss ist Abfahrt, Abfahrt, Abfahrt und ein wenig gerade Promenade, Nr.28 schnapp ich mir 100 m vor der Wechselzone.

Gekonnter Abstieg, genau am Punkt bin ich am Laufen 10 m weiter wird mir mein Fahrrad abgenommen. In der Wechselzone steht Wanda (letztes Jahr meine Abendbegleitung) mit Sonnencreme, da lass ich mich nicht zweimal bitten, denn jetzt wird es richtig warm. „Honey you must turn your Number in front.“, sagte sie und machte es dann für mich.

Die ersten Meter Laufen gingen super, ein leichter Wind wehte mir entgegen, so konnte es weitergehen. 2.000 Meter dann kam der lange zweite Strand, kein Schatten, nur Sonne, eine leichte Kurve und du hast immer im Blick, wo die Reise endet und der Wendepunkt ist (mich macht so was fertig).

Der Rückweg ist auch kein Vergnügen, der kühlende Wind ist jetzt nicht mehr spürbar. Bei 4 km muss ich langsamer machen (gehen). Puls ist gut, ich bekomme nur meinen Körper nicht in den Griff, jetzt fehlen mir meine "Salt-Sticks". An den Verpflegungen bleibe ich bei Wasser für innen und außen stehen. Stine sehe ich noch nicht auf der Laufstrecke, auf der zweiten Runde achte ich jetzt vermehrt auf die Radfahrer die reinkommen. Bis km 2 kann man das gut einsehen. Ich lauf vorbei und hab jetzt 9 km Vorsprung und schon wieder dieses elende Stück ohne ein bisschen Schatten. Der Wind von vorne wird stärker. Mein Trisuit ist vorne auf und der Wind bläst ihn wie einen Fallschirm auf, na toll, noch eine Bremse mehr.

Bei Km 11 kommt mir ein bekanntes Gesicht entgegen und freut sich wie eine Schneekönigin, nach dem Befinden gefragt und abgeklatscht - Alles wird gut. Auf geht's zur dritten Runde. Die Versorgungsstände werden kürzer, sind ja nicht mehr so viele Läufer unterwegs. Die eine oder andere verhärtete Wade steht am Straßenrand und will gedehnt werden. Gut, dass mir das nicht passiert. Bei Km 19 lauf ich mit einem Mädel zusammen im Gleichschritt, bis auf der letzten Runde die Verpflegung kommt. Sie verweilt kurz und ruckzuck ist sie weg, Schade. Der ältere Herr, der mich danach überholte, ist mir schon die ganze Zeit aufgefallen, von ihm wollte ich nicht auch noch geschnappt werden. Pustekuchen - 65 Jahre und Ironman-Erfahrung lassen mich alt aussehen - Pech.

Den Einlauf lasse ich mir nicht nehmen, einmal die volle Dröhnung Wasser von den Mädels bekommen, im Kreis getanzt und ab ins Ziel. Finish 6:20:30 - 7 Minuten schneller als letztes Jahr. Laut Aufzeichnung meiner Uhr, hab ich auf der Radstrecke 13 Min. gutgemacht. Damit kann ich gut leben, auch wenn das Schwimmen/Laufen eher bescheiden war.

Jetzt heißt es warten. An der Zielverpflegung labe ich mich an Bier und überbackenem Laugenbrot. Ich gehe zum Ziel, Kenneth fragt mich, wann meine Begleitung kommt. Ich sag. in 15 Min.

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Jetzt seh ich sie, das ist kein Laufen, das ist hüpfen. Auch Stine muss durch die Wasserduschen der Cheerleader. Im Ziel fällt sie mir in die Arme, Kenneth gibt mir die Medaille, ich darf sie ihr umhängen. Da ist jemand völlig fertig und ich weiß nicht, vor Freude oder vor Erschöpfung.

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Noch schnell ein paar Fotos geschossen, Finisher-Shirt für Stine abgeholt, leider nur noch in "L", mit Wanda gequatscht und alles zusammen gesammelt, Check Out.

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Der Weg zum Hotel ist anstrengend, weil bergauf und das mit dem ganzen Equipment. Kurzes ausruhen auf dem Zimmer und fertigmachen zur "After Race Party" im Cafe La Ola. Die 2,5 km Fußmarsch dauern eine Ewigkeit, ich hab Durst.

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Der Abend ist kurzweilig, Essen, Trinken, Siegerehrung, Age Grouper Ehrung (einziger Triathlon auf der Welt, bei dem es für jeden Jahrgang eine Ehrung gibt), erstes Video vom Wettkampf und Belly Dancer(innen). Stine konnte ich zum Abschluss nicht für das Taxi begeistern, der Rückweg war sehr lang, nicht nur wegen bergauf.

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<b>Sonntag</b>

Bett Tag („Bad Day“). Regenration ist alles, mir fällt auch nicht viel ein oder kann mich nicht an alles erinnern.

<b>Montag</b>

Lange Abschlussrunde ist angesagt, erstmal flach nur an der Promenade entlang, über Arrecife bis nach Costa Teguise. hoch nach Tahiche die LZ-1 nach Guatiza (alter Asphalt, Stine fand es uncool). Richtung Orzola passierten wir Jameos del Agua / Cueva de los Verdes, im Frühjahr ist diese Strasse ein Traum, zwar mit Gegenwind, aber durch die Flora mit unglaublichen Farben bestückt. Hier haben wir uns dann einen Lutscher eingefangen, der nur durch eine Rast an den feinen weißen Sandstränden entfernt werden konnte. Kurz vor Orzola links hoch die LZ-204. Eigentlich kann man diese Straße nur hochfahren, doch zu meiner Überraschung ist sie neu asphaltiert, das rollt sich gleich viel besser.

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Auf meiner Haut bildet sich eine sehr starke feuchte Schicht, der Wind ist weg, die Sonne brutzelt ordentlich (Auswertung ergibt 42° in der Sonne). Oben LZ-201 rechts ab zum Mirador del Rio (Timm Thaler Drehort). Unglaubliche Aussicht auf Isla Graciosa und die Steilküste. Die LZ-202 ist ein Traum, direkt an der Steilküste längs, für manch Ironman ein Alptraum, denn die müssen hier hoch.

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Guinate, Maguez und Haria, die nächsten Stationen rauf zum Mirador Haria. Die Abfahrt muss ich mal Laufen lassen, Stine braucht nicht abbiegen, nur immer auf der Straße bleiben. Kurz vor Teguise, die Castillo de Santa Barbara in Sicht, warte ich auf Stine. Sie verzichtet auf den Umweg Caletta de Famara/La Santa und noch einmal El Golfo. Die LZ-30 fahren wir bis zur LZ-501, um dann über Asomada bis zur unseren Hotel zu rollen.

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120 km mit 1.500 hm sind es dann geworden, statt der geplanten 180 km. dafür hatten wir noch eine schöne Stunde am Strand, so schön kann auskühlen sein (Wasser 21°)

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<b>Dienstag</b>

Ein spezielles Taxi brauchen wir, das kann zu einem Problem werden, Die Rezeption hilft sehr gut und das zweite Taxi passt. In Einen Peugeot 807 passen mit Umklappen der mittleren Bestuhlung zwei Radkoffer und zwei Eastpak-Taschen.

Diesen Wettkampf könnte ich immer machen, hier wird mit viel Schweiß und Liebe, dem Athleten ein unglaublicher Wettkampf geliefert. Das fängt bei der Anmeldung an und hört bei der After Race Party auf. Jeder Insulaner, der 10 Sekunden Zeit, feuert dich an, wenn du vorbei fährst oder läufst. Die Natur spricht sowieso ihre eigene Sprache. Zu dieser Insel kann man keinen überzeugen, man muss ein Faible dafür haben.

Leider ist das bearbeitete Video auf Youtube nicht mehr verfügbar, hier die Rohfassung. Und hier kommen unsere

<a target="_blank" href="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... .html">128 Bilder vom Ocean Lava Triathlon Lanzarote</a>.
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Tribala-Stine
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Beitragvon Tribala-Stine » 18.09.2012, 00:15

Höhepunkt des Jahres? Ja, ich denke, das war er wohl. Die eine Woche, die das ganze Jahr in meinem Kopf spukte, hat Tribelix super beschrieben. Nachdem ich nach meinen Verletzungen und dem Unfall nicht wirklich trainieren konnte und nur den Hamburg Triathlon mit der OD gefinisht hatte, wusste ich nicht wirklich, was ich von dem Unternehmen Lanzarote halten sollte. Ich war so mit den Gedanken bei den 70.3 Meilen, dass ich Rad am Ring schon gar nicht mehr wirklich auf dem Zettel hatte.

Eigentlich war ich wie immer optimistisch und wollte so gerne über diesen Teppich und durch dieses Ziel laufen, auf der anderen Seite fehlte mir so viel Training. Schwimmen konnte ich bis dato nicht wirklich schmerzfrei mit dem Schulterblatt, Rad – da komm ich schon irgendwie durch, Laufen – seit April quälte ich mich mit dem Muskelfaserriss im Po, und dem Ischiasnerv, der immer noch von dem Muskel eingeklemmt wird. Mehr als 12 km hab ich glaube ich seit dem nicht mehr zusammenbekommen. Einen Halbmarathon bin ich zuletzt vor zwei Jahren gelaufen. Au weia! Aber ich wollte – zum Glück war der Wille zum finishen größer als alle Angst und Bedenken.

Völliges Chaos im Kopf, bis zur zweiten Schwimmrunde. ;o) Aber von vorne. Mal die Woche aus meinem Kopf-Chaos.

<b>Dienstag</b>

Laufstrecke angetestet. Es war warm, sehr warm, aber damit werde ich schon irgendwie klarkommen. Hauptsache, der Ischiasnerv lässt mich zufrieden.

<b>Mittwoch</b>

Tribelix hat mir einen großen Teil der Insel gezeigt – es war Wahnsinn. Ich wusste nicht, was ich zuerst machen sollte. Treten, gucken, freuen, gucken. Aber wir kamen voran. Unterwegs immer Hinweise vom Trainer für den Wettkampf. Wo komm ich her, wo muss ich hin, welchen Kreisel muss ich zweimal nehmen, aber anders. Hoffentlich kann ich mir das alles merken.

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Eine riesen Karte mit der Radstrecke fand ich bei der Startunterlagenausgabe ausliegend. Wir sind die Strecke also auch noch mal auf dem Papier durchgegangen. Hatte ich eine Angst, dass ich den Weg nicht finde.

<b>Donnerstag</b>

Wasser getestet. Ich war überwältigt. Es war angenehm warm, glasklar und der Salzgehalt nicht schlimm. Das letzte Mal war ich als Kind in der Nordsee. Dann nur noch Wasserscheu. ;o)

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<b>Freitag</b>

Rad und fertige Beutel einchecken. Ganz komisches Gefühl. Kam aber auch gleich mit einer deutschen Mitstreiterin ins Gespräch. Sie hatte auch ein Rose-Rad. Nettes Gespräch, sie machte mir noch Mut. Dann weiter zum Briefing. Ich kam mir vor wie ein kleines Würstchen. Aber egal, da musste ich nun durch.

Nachdem mir der Rückenstrecker am Dienstag arg zu schaffen gemacht hatte, hatte ich auch noch Angst vorm Radeln. Aber wozu hat man den Trainer bei so einem Event dabei? Nach dem Abendbrot wurde ich von oben bis unten getaped. Vom Po bis zur Kniekehle, den Rücken, das Schulterblatt und das rechte Knie. Für das Linke hatte ich zum Laufen meine Bandage.

Ich bin früh schlafen, war auch nicht mehr zu gebrauchen. Man, war ich aufgeregt. Einschlafen konnte ich aber auch nicht wirklich. Ich bin in der Nacht zig Mal diese Strecken durchgegangen und habe Zeiten zusammengerechnet. Schaffe ich es in 8 Stunden? Nach 8,5 Stunden wird die Strecke geschlossen. Das kann ich gar nicht schaffen. Ich brauch viel zu lange für alles. Was für eine schreckliche Nacht.

<b>Samstag</b>

Morgens nur ein Oatsnack und etwas trinken. Ich glaube, ich war mehr als ein Häufchen Elend, aber ein guter Trainer muntert einen ja immer wieder auf. Hat auch für Sekunden was gebracht.

Neo angezogen, etwas eingeschwommen. Die Panik und Anspannung nahm immer mehr zu. Tribelix brauchte mich nicht mehr wirklich ansprechen. Ein falsches Wort und ich hätte heulend einen Nervenzusammenbruch bekommen. ;o)

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Es gab kein Zurück mehr. Ich wollte das so und ich wollte es schaffen. Der Startschuss viel und alle ins Wasser. Keine fünf Meter und alle waren weg. ;o( Ein Paddler kam gleich zu mir und fragte ob alles ok wäre. „Ja, ich bin nur langsam, alles ist gut“. Er ist dann auch die ganze Zeit schön bei mir geblieben. Super, so hatte ich es mit der Orientierung leichter, kann ja ohne Brille nicht so weit gucken……

Erste Runde geschafft. Klatschen am Strand – galt aber nicht mir, sondern dem Ersten, der schon mit der zweiten Runde fertig war ;o))) 24 Min. waren um – war normale Zeit, alles war gut, also wieder ins Wasser. Ich kann es nicht erklären, aber ich hörte plötzlich auf zu schwimmen und überlegte, ob ich alles abbreche. Ich hab mich völlig überschätzt, schoss es mir in den Kopf. Aber das ging nicht, so viele drückten mir die Daumen und was hätte ich mir vom Trainer anhören müssen. Nee, aufgeben ist keine Option. Es waren nur Sekunden, aber sie waren so lang. Also sagt ich mir, schwimm einfach weiter, dem Sonnenaufgang entgegen und genieße es (so was sagte mir Johanna noch), wenn du dann völlig fertig aus dem Wasser kommst, kannst du immer noch aufhören. Also schwamm ich, begleitet von zwei Kanuten. Super.

Raus aus dem Wasser und in die Wechselzone – ich bekam so viel Applaus wie der Erste – alle schlechten Gedanken waren plötzlich weg. Ab aufs Rad und treten. Das erste Stück Weg hatte mir Tribelix noch am Abend vorher gezeigt. Ich war keine fünf Minuten unterwegs, da hatte ich schon die erste Radfahrerin geschnupft, das spornte an.

Den weiteren Weg kannte ich von Mittwoch. An Kreiseln waren Schilder und immer zwei Polizisten, super nett und hilfsbereit. Ich hatte immer das Gefühl, die waren nur wegen mir da, das gab Sicherheit. Die Strecke war gigantisch, am schönsten bei El Golfo an der Küste lang. Der Blick auf den Tacho sagte mir gleich, musst du bei Fermes sein. Es tat ein wenig weh, aber ich bin schon schlimmeres gefahren. Bergauf liebe ich und in Alp d’Huez habe ich schlimmere, längere Steigungen gehabt. Also rauf da, absteigen ist keine Option und viel anstrengender. Jetzt das zweite Mal in den Kreisel, rechts halten und durch den Naturschutzpark Timanfaya, super schöne Strecke und auch nicht so schlimm, wie gedacht. Nun hatte ich nicht mehr viel km vor mir und ich wusste, ich schaffe es. Einen zweiten Radler hatte ich mir auch noch geschnappt. ;o)

Kurz vor Purto del Carmen hätte ich fast eine falsche Abfahrt genommen. Aber sofort war ein Polizist auf dem Motorrad beim mir und pfiff mich zurück. Er begleitete mich bis zur Promenade. Cooles Gefühl. So ist es wohl auch, wenn man als Erster fährt. ;o)

In der Wechselzone angekommen, hat man mir gleich mein Rad abgenommen, cool, konnte gleich weiter zum Umziehen. In aller Ruhe habe ich mir zum Glück die Kompressionsstrümpfe angezogen. Jemand stellte mir einen Becher Wasser hin und dann ab zum Laufen.

Drei Runden Promenade. Langsam anfangen, nicht zu schnell, sonst tut alles weh. Aber alle Angst war von mir und ich war glücklich, denn ich wusste, ich schaff das. 1,5 km vorm Wendepunkt sah ich von weitem schon ein weißes Käppi mit einem Quadrat drunter, das konnte nur Tribelix sein. Freu, ich hatte ihn noch getroffen. Ich hab ihn auch noch ein zweites Mal getroffen.

Mir ging es so gut, es hat so viel Spaß gemacht. Ja – ich habe es genossen. Ich hatte noch 1,5 Runden zu laufen, die Uhr war bei 6 Std. 18 Min. Das war ja cool. Damit hatte ich nicht gerechnet, alle meine nächtlichen Rechnungen hatte ich über den Haufen geschmissen – freu . Unter 7 Stunden war aber nicht mehr zu schaffen. Irgendwas sagte mir Tribelix von seiner Zeit im ersten 70.3 – die war noch zu toppen. Das Adrenalin stieg. Noch 1,5 km, die Eisdiele konnte ich sehen, noch eine Welle, dann kam der Zieleinlauf. Mein Puls war noch immer niedrig. Fast hätte ich noch einen Läufer geschnuppert, das war wohl der dritte Radler den ich nicht mehr gekriegt habe. Egal – ich habe den Zieleinlauf in vollen Zügen genossen, habe von den Cheerleadern noch eine schöne kalte Dusche bekommen und bin dann bei 7:18:47 Std. ins Ziel.

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Ich hatte es tatsächlich geschafft. Ich war überwältigt von allem und vor Freude. Gut, dass Tribelix da war und mich in Empfang nehmen konnte.

Ich war immer noch fit und hatte den Halbmarathon in fast der gleichen Zeit wie vor zwei Jahren gelaufen, aber ich bin vorher noch geschwommen (zum Glück) und geradelt. Wie COOL. ;o)

Den Rest habt ihr in Tribelix Bericht gelesen. Ich kann jedem nur empfehlen, auf Lanzarote den Ocean Lava Triathlon zu machen. Super gut organisiert. Alles läuft ruhig ab. Die Leute sind alle super nett und hilfsbereit. Alles ist so selbstverständlich. Man fühlt sich so rundum wohl. Diese Insel hat mich hoffentlich nicht das letzten Mal gesehen - und dann wieder zur gleichen Zeit am gleichen Ort finishen. ;o))))))

Ich bin jetzt ein kleiner, halber Ironman und megastolz und ich glaube, mit einem genauso stolzen Trainingspartner. Danke für deine Geduld!
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Beitragvon dirksen1 » 18.09.2012, 08:52

Tribala-Stine hat geschrieben:Die Panik und Anspannung nahm immer mehr zu. Tribelix brauchte mich nicht mehr wirklich ansprechen, ein falsches Wort und ich hätte heulend einen Nervenzusammenbruch bekommen ;o)
:GrosseZustimmung:

Ihr seid groß, ich könnte euch knuddeln :Tanzen:
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Beitragvon Johanna » 18.09.2012, 12:36

Glückwunsch zum geschafften IronMan 70.3!!!
Tribala-Stine hat geschrieben:Ich bin früh schlafen, war auch nicht mehr zu gebrauchen, man war ich aufgeregt. Einschlafen konnte ich aber auch nicht wirklich. Ich bin in der Nacht zig Mal diese Strecken durchgegangen und habe Zeiten zusammengerechnet.
So erkennbar ;) . Ging mir bei meiner ersten Mitteldistanz genau so. Immer nachts wieder aufstehen und Taschen nachschauen, doch noch wieder was umpacken.....

Tolle Berichte, habe mitgeschwitzt und überholt :applaus:

Schön dass euer geplantes Jahreshighlight auch tatsächlich eins geworden ist, es keine Absage wie Lyon gegeben hat und keine aufgeblasenen Zollbeamte euch den Weg versperrt haben ;)

Genießt noch 'n paar Tage, dann muß schon wieder getaped werden für Jena.....oder?

:wink:
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Beitragvon Tribala-Stine » 18.09.2012, 15:35

Johanna hat geschrieben:Genießt noch 'n paar Tage, dann muß schon wieder getaped werden für Jena.....oder? :wink:
Danke - ja, richtig, am Freitag geht es nach Jena, mal sehen, was dieses Jahr so geht :) hoffentlich kein Saalebad :HaHa:

Heute wird erstmal gecrosst :P

:wink:
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Beitragvon Grotefend » 20.09.2012, 19:16

Ganz ganz große Gratulation und Anerkennung.
Hab' mit grade vorgestellt, was ich wohl täte, wenn ich ein paar Jahre weniger auf dem Buckel hätte....
Ich verneige mich! Pokalhoch

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Zuletzt geändert von Grotefend am 21.09.2012, 12:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Zeven5 » 20.09.2012, 21:05

;-) BRAVO! Der Bericht ist super und ich habe richtig mitgezittert.

Freue mich, Euch wieder mal zu treffen und persönlich zu gratulieren!
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Beitragvon Tribelix » 11.10.2012, 17:03

Hier noch ein Bericht leider in Spanisch, aber manchmal sagen Bilder mehr als Worte :cool:
http://www.youtube.com/watch?v=vIuBHBc5nuQ
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