3-Länder-Giro / Gletscherkaiser '12 (Bericht und Bilder)

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dirksen1
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3-Länder-Giro / Gletscherkaiser '12 (Bericht und Bilder)

Beitragvon dirksen1 » 26.06.2012, 20:09

Dieses alles kommt geballt, mein ursprünglicher Plan, ähnlich eines Blogs täglich einen kleinen Happen hinzuschmeißen, fiel der Unmöglichkeit zum Opfer, Bilder hochzuladen, weil das Leih-Notebook zwar nen Kartenleseschacht hat, aber die vermaledeite Sony-Karte dort nicht erkannt wird. Also halt alles auf einmal, lehnt euch zurück, nehmt euch nen Kaffee und lest…oder klickt es wieder weg, wenn es euch entweder nicht interessiert oder ihr froh seid, nichts verpasst zu haben. :Totlach:

Nauders, 1. Tag

Oh je, was für ein Ritt mit dem Auto einmal von Nord nach Süd und noch weiter südlich, mal eben an der Zugspitze vorbei und ab ging’s zunächst nach Feichten am Fuß der Kaunertaler Gletscherstr., die ich morgen hoch will/muss. Bereits mit dem Auto furchteinflößend begrüßt sie dich mit 14 % Rampen gleich zu Beginn, kurz nach Prutz, wo morgen die neutralisierte Phase beendet wird…

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Willkommen im Kaunertal

Nun denn, morgen erst. Nun ab in mein Super-Quartier bezogen, ein wenig durch Nauders geschlendert, viele Bilder gemacht. Das umliegende Bergpanorama haut mich von den Socken. SO SCHÖN hatte ich es aus zahllosen Urlauben der Kindheit gar nicht mehr in Erinnerung, wow! Auf Empfehlung meiner Wirtin ab ins naheliegende Haus Martha, dort ein pfundiges Steak einverleibt und anschließend bei einer „Szene-Bar“ einen Cappu danach. Nun ab in die Interims-Bleibe, Startnummer für morgen ans Rad, Wecker stellen und versuchen zu schlafen, sollte so in drei bis fünf Stunden klappen.

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sponsored myself....again

Highlight des Tages: kostenloses WLAN in meiner Pension, so kann ich ohne sündhaft teure Roaming-Gebühren mit dem leider daheim gebliebenen Karpatenbaby chatten.

2. Tag, Kaunertaler Gletscherkaiser

Uijuijui, ich bin das erste Mal im Leben mit dem Rennrad in den Alpen und lege mir gleich mal ein ordentliches Brett für den Anfang auf. Der „Gletscherkaiser“ soll es sein und auch wenn ich höchstens ein Gletschergraf geworden bin, waren die knapp 40 km mit ca. 1.800 Hm am Stück so ziemlich das Dickste, was ich je auf die Pedale gelegt habe. Früh ging’s aus dem Bett, geschlafen habe ich eher nicht, die Aufregung und ungewohnte Umgebung taten wie immer das, was sie immer tun: mich am Schlafen hindern.

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Start zum Gletscherkaiser, Ruhe vor dem Sturm

Ok, pünktlich um 8:30 Uhr stand ich im einzigen Startblock in Feichten, wo der neutralisierte Start war. Hinter einem Kontrollwagen ging es zunächst die Gletscherstraße runter… Runter? Wie jetzt, ich will doch da hoch *AmKopfKratz* Aber es ging sehr bald hoch, keine Sorge, der Zweck der Übung wurde kurzerhand eingelöst. Am Abzweig in Prutz nach Faggen, eine Abweichung der Beschreibung von quäldich.de, die es in sich hat.

Sofort fing es mit ekligen 15 % an, ohne jede Vorwarnung, Einrollung oder sonstige Möglichkeit, das Kettenblatt zu wechseln. Hat dann aber geklappt, gut so, ich wollte ja schließlich stur meinen Stiefel fahren, anders sah ich keine Chance, den Kaiser zu bezwingen. Großspurig könnte ich jetzt sagen, „alles richtig gemacht“, denn ich bin ja schließlich oben angekommen.

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Gipfelwosi

Was bis dahin geschah?
  • *Ein Sturz in der neutralisierten Abfahrt nach 5 km. Brett vorm Kopf
    *Unglaubliche Landschaftseindrücke
    *Die Temperatur stieg auf über 30°
    *Als wir an die Naturstein-Staumauer des Gepatsch Stausees kamen, dachte ich an eine Neuauflage von Pink Floyd‘s The Wall, allerdings nicht mit Roger Waters, der in einem Loch der Wall sitzt und „Comfortably Numb“ singt. Schade eigentlich…ach ja, es geht ums Radfahren…
    *29 Kehren, artig rückwärts durchnummeriert
    *Steigung ab dem See praktisch nie unter 10%
    *Glücksgefühle ohne Ende
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teilweise zugefrorener See auf 2.500 M ü. NN

Kehre um Kehre schraubte ich mich Meter um Meter höher den Gepatschferner hinauf, den man ab der kurz aufeinanderfolgenden Serpentinen etwa bei km 40 mal sieht, dann abbiegt, die Aussicht wechselt von geil zu sehr geil und wieder zurück zu absolut geil und teilweise auch mal obergeil. Ich kann es jedenfalls nicht angemessen beschreiben, was ich gefühlt habe in den 2,5 Stunden des Aufstiegs, es war zu intensiv, zu sehr war ich mit mir beschäftigt und damit, zu begreifen, was ich hier gerade tue. Die Gefühle bei diesem Ding behalte ich für mich, denn sie gehören mir.

Zurück in Nauders erst mal ein ausgedehnter Chat mit Karpatenbaby, gar nicht so leicht, den Daheimgebliebenen die Dopamin-getränkte Stimmung rüber zu bringen, hat aber geklappt.

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Blick zurück auf die Gletscherstrasse

Wenn das „richtiger“ Radsport ist, will ich das jetzt öfter. Gut, dass morgen mit dem Reschenpass und Reschensee eine gemütliche Runde angedacht ist. Ausschlafen, in Ruhe frühstücken, dann radeln… Gute Nacht, liebe Leserin, lieber Leser, bis morgen…

3. Tag, Nauderer Stern

und M und M und Tribelix und Tribala und Kumpel, der im Auto wohnt und Manfred aus der Hauptstadt. Heute sollte es ja ruhig angehen, ging es auch. Frühstück mit einem RATA-Finisher, gute und interessante Geschichten wurden mir bekannt und einige Eindrücke vom Stilfser Joch wurden geschildert. So ging es mit großer Erwartung zum Vormittags-Hallo-Chat mit Karpatenbaby, gute Nachrichten gab es aus der gefiederten Ecke, schön zu lesen.

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zum Reschensee übern Reschenpass

Dann auf zur Radel-Runde, der Reschensee sollte es sein, der Reschenpass auf dem Weg dahin ist eh unvermeidbar, quäl-dich bot noch die Rojenhöhe an, damit es ja nicht langweilig wird. Hmmm…eine zwar steile und lange Auffahrt, aber oben fragt man sich dann doch, was man da soll.
- Aussicht? Praktisch keine.
- Ein Café? Fehlanzeige.
- Irgendwas? Auch nicht…doch, ein Lift noch höher zu gar nichts.
- Die Abfahrt? Das einzige Highlight.

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Rojenhöhe, muss man mal gewesen sein...

Dann auf dem fantastisch ausgebauten Radweg an der Westseite des Sees bis zu den Riesengullis, falls der See mal überlaufen sollte, wie bei ner Badewanne halt, nur größer. Auf der anderen Seite wechselt der See dann zu ner ausgewachsenen Crosser-Strecke, leider ohne Wechsel-Crosser, also auf die SS40, durch einige schöne Galerien bis zur gefluteten Kirche am Nordufer, wo ich neben einem Extra-geheimen-Spezial-Exklusiv-Foto fürs Karpatenbaby noch beim Cappu das RATA-Felds vorbeifahren sah…großes Kino.

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Rad aus Hamburg an der Kirche im Reschensee

Zurück in Nauders dann noch runter zur Festung, ein paar Fotos dieses eher unangenehmen Zeitzeugen machen

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Festung Nauders

Wieder hoch, auf dem Garmin einige Kehren westlich von Nauders entdeckt… Geil, die will ich, dachte ich mir und fuhr den kurzen Anstieg bis zur Kehrengruppe und …ups… Norbertshöhe…die war doch erst für Sonntag vorgesehen, aber da ich nun mal schon oben war, rollte ich die 10 Kehren nun auch runter, um dann an der Grenze zur Schweiz eine Apfelschorle bei gefühlten 36°C zu genießen (oder eher runterzustürzen, so auf Ex und Hopp und so).

Die Mitarbeiterin im Laden zeigte sogar Verständnis dafür, dass ich mein Rad mit in den Laden nahm, da ich der draußen rumlungernden Bande von zwielichtigen Gestalten einfach nicht trauen wollte. Bei 4,20 € für die Apfelschorle war das allerdings auch nur fair.

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Grenze zur Schweiz

OK, die Kehren wieder hoch, Passfoto (Achtung Wortspiel) geschossen und ab nach Nauders, wo ich ein paar Mal auf und ab rollte, um noch mal bis zum Felsentor kurz vor der Festung zu kullern, um auf dem Rückanstieg mal ein bisschen an der Schaltung rumzuwerkeln, immerhin habe ich bis auf ein Ritzel alle Kombis „entklackern“ können…zumindest heute :-)

Nach Dusche, Chat und Kirsch-Vanille-Joghurt ging es in das „Stadtzentrum“ wo ich bei ner Pizza erst M&M traf, mich dann Tribalalix und „wohnt-im-Auto-Kumpel“ aufdrängte, um bei einem Kebab Tiroler Art über allerlei Radlergarn vom letzten Jahr 3LG zu lachen.

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Loch im Felsen vor Nauders, locker 50m hoch

Dem Night-Race schenkten wir irgendwie keine so rechte Aufmerksamkeit, alles war auf der Suche nach ner Public-Viewing Kneipe, dort auf Poki und Thomas gestoßen, Radsportfans scheinen dem langweiligen Ball-Geschubse durchaus Interesse beizupflichten. Nach einem Bier und einem Tor ging ich, ich wollte dem Karpatenbaby noch mind. einen Gute-Nacht Chat zukommen lassen, hat auch geklappt, super.

Morgen dann entgegen aller guten Vorsätze doch noch ein bisschen radeln, Tribalalix‘ Lieblingscafé am Reschensee soll es sein, schön, freue mich und gehe jetzt schlafen. Ach ja, dies ist der Nauderer Stern: http://connect.garmin.com/activity/191533174

4. Tag, alles ganz easy und locker,
aber dabei gut aussehen

Heute war irgendwie alles ganz anders, bewölkter Himmel, keine Banane auf dem Frühstückstisch, ewig langes Anstehen bei der Startnummernausgabe des 3LG und dann ne lockere Kuchen/Kaiserschmarrn-Runde mit Tribalalix und Kumpel, der im Auto wohnt, aber ein SMS-fähiges 2-Balken-Handy sein eigen nennt.

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Bild vom in der Sonne lächelnden Gebirgsmassiv, im Hintergrund unbedeutende Hügel

War klasse, auf der Norbertshöhe trafen wir Leguano und stellten fest, dass auch in Nauders die Welt sehr klein ist.

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Rad aus Hamburg auf der Norbertshöhe

Nach der Runde dann ab in die Dusche, ich wollte ja unbedingt die Streckenpräsi noch sehen. Diese geriet allerdings zu einer Show für die Finisher des RATA, was auch unbedingt fair war, denn wer nach 540 km mit 13.000 Höhenmetern ins Ziel kommt, hat mehr Aufmerksamkeit verdient, als wir schweren und Klein-Distanz-Fahrer.

Das Ganze klingt schon recht interessant, vor allem die Worte des heuer Vierter gewordenen Teilnehmers beim Frühstück gestern ließen mich zumindest mal Interesse zeigen, wie man so etwas wohl trainiert. Ok, in einem späteren (Rad-)Leben…

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unglaubliche Straßenkonstrukte und -viadukte

Der Abend stand natürlich im Zeichen von Carboloading, Schnitzel tat es zur Eiweiß-Anreicherung auch oder auch Gemüse-Nudeln ohne Nudeln. Nun aber ab in die Falle, halb fünf morgen früh geht der Wecker, Frühstücken, Kumpel-der-im-Auto-wohnt Geschäft erledigen und dann ist es endlich soweit.

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alles ready

5. Tag, 3-Länder-Giro

Der große Tag war gekommen, jetzt, endlich, hier und heute sollte es sein, „mein“ Stilfser Joch, das ich ähnlich wie damals den Keutenberg bereits seit über einem halben Jahr kreuz und quer mit allen Medien, die ich fand, studiert hatte: Wo ist die Steigung wie stark? Welcher Abschnitt läutet die 15 % Rampe ein? Wann werde ich wohl auf das kleine Blatt schalten, um Kräfte für den Rest der Rundfahrt zu sparen? Kann man überhaupt am Stilfser Joch Kräfte sparen oder ist es einfach zu lang und zu hoch?

Danach kommt ja auch noch was, aber nicht mehr so viel - so meine überhebliche und den Ofenpass weitgehend unterschätzende Denke (das rächte sich dann später…).

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Tribalalix vor dem Start

Ok, Frühstück, aufs Rad und mit Tribalalix zur Startaufstellung, großes Buhei, nervöses Nägelkauen, M&M zuwinken und dann ging es auch schon los. 3.500 Radler rollten auf einem radwegbreiten Sträßchen aus Nauders Richtung Reschenpass, ab da wurde es schnell, sehr schnell. Mit selten unter 50 km/h donnerten wir gen Süden bis Prad, huuhhhhhhh…..Prad, da war doch was? Ach ja, ab da sollte es ja nur noch bergauf gehen, stimmt.
Zum Glück hatte ich vorher rausgenommen, hielt mich aus dem teilweise mit 65 bolzenden Feld raus und schaltete schon lange vor Prad in den Genussmodus, einfach so, weil ich es so wollte. Niemand sollte mir „meinen“ 3LG versauen, nix da.

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auf geht's, der Berg ruft

Schnell die Windjacke ins Trikot stopfen, kurz stoppen und Fotos machen und ab sofort nur noch auf den Anstieg auf die selbsternannte Königin der Passstraßen freuen. Was für Eindrücke, Emotionen, Gefühle, Aussichten, Landschaften….einfach alles war geil, alles war toll. Ich strampelte als Zuschauer in eine andere Welt, auf einen Berg, den man 2 Stunden lang von unten sieht, von der Seite sieht und trotzdem mitten im Anstieg auf denselben ist.

Kehre um Kehre ging es nach oben, nach oben und zur Abwechslung auch mal nach oben. Einfach fantastisch, einfach einmalig, einfach radeln, nicht mehr aber auf keinen Fall weniger.

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Gaaaaaaaanz da hinten geht's rauf

Dann, ja dann kamen sie, die letzten Kehren, die auf unzähligen Postkarten dieser Welt nur ansatzweise die Macht ausstrahlen, die sie dir zeigen, wenn du von unten an einer praktisch senkrechten Bergwand diese Pfosten-Pfeiler-Konstruktionen siehst, an/auf die ein genialer italienischer Straßenbauingenieur einst eine Straße geklebt hat. Ein Irrgarten aus Asphalt, ein Gewürm von schwarzen Linien, bei dem man manchmal kaum erkennen kann, ob man noch hoch oder runter fährt.

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Kehren, Kehren, Kehren

Während man die Eindrücke auf diesen Stairways to Heaven aufsaugt, sind es einzig die Beine, die das Gehirn daran erinnern, dass man an gerade knapp 1.800 Höhenmeter auf 28 km Streckenlänge erklimmt und das bei selten unter 10 % Steigung.

Geil, nicht nur der Horizont am Himmel, sondern vielmehr der Horizont im Kopf ist seitdem einiges weiter und heller geworden. Ich wiederhole mich: Wenn DAS Radsport ist, bin ich hier richtig.

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fast oben, ein Blick zurück

Oben auf der Cima Coppi traf ich noch Poki, schoss ca. 1 Million Fotos und streifte die Windjacke wieder über für die kommen Abfahrt…schade, aber dem Stilfser Joch musste ich nun schon wieder „Tschüss“ sagen.

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Ein Bild sagt mehr als Millionen Worte

Die Abfahrt sehr vorsichtig angehend, rollte ich vorbei am Umbrail-Pass (Gänsehaut Nummer 358) runter nach Santa Maria, wo ich links zum Ofenpass abbiegen durfte, ...weitere knapp 2.000 Teilnehmer später nicht mehr. Dazu wird es wohl noch Beiträge hier im Forum geben…ich kann nur sagen, dass ich einfach ein Riesenglück hatte, noch vor der Sperrung der Schweiz für Radfahrer dort durchgelassen worden zu sein und ich mit jedem der 2.000 mitfühle, die dies nicht mehr durften.

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1.500 Radler durften links rum...

Der Ofenpass. Irgendjemand sagte mir mal, „unterschätze den Ofenpass nicht“. Ja ja, ey, ich bin das Stilfser Joch gefahren, was soll denn da noch groß kommen? HA!

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stimmt genau, nicht nur heute

Es kam noch ne ordentliche Packung, ein Pass, der mich einlullte, der an jeder Ecke zu Ende zu sein schien, aber wieder und wieder mit einer neuen Kehrengruppe überraschte…dass es mittlerweile mind. 30° waren, tat ein Weiteres. Egal, kleines Blatt auflegen und die 10-12 % in den Schweizer Asphalt rammen. Wird schon irgendwo mal ein Ende haben.

Das wurde mir dann von einem MTB-Pärchen am Straßenrand für sehr bald angekündigt. Die beiden standen in einer Kehre und bejubelten lautstark jeden Radler, der sich dort vorbeikämpfte und riefen freudestrahlend „hopp hopp, ihr seid gleich oben, da vorne ist es vorbei!“. Tatsächlich kam 200 m später ein Häuschen auf der linken Seite, einige Linien auf der Straße ließen die Passhöhe vermuten, die Straße wurde eben und verschwand weiter vorn in einem Rechtsbogen im Wald. Geil, endlich oben.

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Kehren...again

Was dann kam, trieb mir neben Mordgelüsten und der Idee, umzudrehen, um diese Gelüste auszuleben, noch weitere, nicht schreibbare Gedanken an das MTB-Pärchen in den Sinn, DENN dann ging der Pass irgendwie noch mal von vorne los. Kehren, 12%, Kehren, 10% usw. schlängelte sich die Straße weiter nach oben, nichts war vorbei, keine Passhöhe in Sicht.

Wahrscheinlich war es das Adrenalin meiner Wut auf die Stollenbereiften, das mir die Kraft für die letzten Höhenmeter des Ofenpasses gab. Wenn ich nochmal dort sein sollte, dann….

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Ofenpass, Rad unter mir

Geschafft, Berg Nummer 2 geradelt, gefühlt härter als das Joch, aber das lag wohl am Joch selbst, das ja schon in den Beinen steckte. Nun änderte die Strecke ihren Charakter radikal, aus Kehren, Steigungen und Bergen jenseits der Baumgrenze wurde eine lange, ca. 60 km entlang des Inn führenden Tempostrecke, immer leicht bergab, nur von einigen Gegenwellen unterbrochen.

100 km mit fast 3.000 Höhenmetern waren plötzlich als Grundlage für einen Abschnitt „auf Tempo“ gar nicht so falsch, wie es sich vielleicht liest. Meine Beine hatten jedenfalls Spaß daran, 1,5 Stunden selten unter 45 km/h entlang des teilweise reißenden Flusses zu radeln, durch ungezählte Tunnels zu donnern und selbst bei den Baustellen nur kurz den Schotter möglichst „leicht“ zu überrollen. So fern mir Tempobolzen ist, so blöd ich es eigentlich finde, so geil war es, diesen Abschnitt trotz der hohen Geschwindigkeit voll im Genussmodus zu nehmen und einzig wegen des Gegenwindes irgendwann mal wieder nen Pass herbeizuwünschen.

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eine der wenigen Steigungen, die es nicht hoch ging

Der kam kurz vor Nauders, die Norbertshöhe hatte sich nach 160 km dem Ziel noch in den Weg gestellt, knapp 400 Höhenmeter am Stück bei radlerfreundlichen 6-9 % wurden mir zu einem derartigen Genuss, den ich kaum beschreiben kann und es deshalb einfach gar nicht erst versuche. Runter nach Nauders in eine unspektakuläre Zieleinfahrt, jetzt nur noch trinken, freuen, trinken, freuen….

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Materieller Lohn für die Mühen der vergangenen fast 7,5 Stunden, den anderen Lohn kann man nicht beziffern oder benennen...

Ich habe es geschafft, ich habe einen HC-Berg gefahren, ich bin heile und ohne Pannen im Zeitlimit geblieben, obwohl ich zigmal angehalten habe zum Fotografieren. Ich habe alle Ziele für diese 5 Tage erreicht.

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ich am Stilfser Joch

Danke dem Erfinder des Fahrrades und dem Karpatenbaby für Screenshots einer Joch-Webcam und einem Sektempfang am Folgetag daheim, dem schönsten Ort der Welt.

Sehr viele Bilder folgen die nächsten Tage, ich bin noch am Hochladen…

Hier nun der Link zu unglaublich vielen Bildern: https://picasaweb.google.com/1100109047 ... directlink
:wink:
Zuletzt geändert von dirksen1 am 26.05.2014, 08:41, insgesamt 5-mal geändert.
ES LIEGT NIE AM RAD!
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Beitragvon mad.mat » 26.06.2012, 20:33

Mir fehlen die passenden Worte, danke für diesen Bericht. :Respekt:
Wir sehen uns da oben, Tschüss Helmut
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joerg72
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Beitragvon joerg72 » 26.06.2012, 20:36

Mir geht es genauso - toller Bericht und vor allem beeindruckende Bilder!
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Mirco
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Beitragvon Mirco » 26.06.2012, 21:10

joerg72 hat geschrieben:Mir geht es genauso - toller Bericht und vor allem beeindruckende Bilder!
:) :)

Sehr schön beschrieben, was auch Marit und ich so empfunden haben. Erst "schei... Berg" und dann, "wie geil ist das denn jetzt?"

Die Bilder sagen fast mehr als tausend Worte, auch die von Sportograf, doch zeigen sie leider nicht die ca. 1.900 Hm auf ca. 28 km bei durchschnittlich 9 %, aber war doch irgendwie geil der Passo Stilvio und die restlichen 1.600 Hm natürlich auch. :cool:

;-)
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Tribelix
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Beitragvon Tribelix » 26.06.2012, 22:52

Manche mögen es für Comedy halten, nein es war wirklich so. Stine und ich sind Freitag früh los nach Nauders voller Freude auf ein schönes langes Wochenende mit netten Leuten und einer Gott gegebenen Strecke. Fast pünktlich angekommen und schon zum Essen mit Dirksen1 und Asphalthardy (der im Auto wohnt) zum Essen verabredet. Lecker Scampi-Salat beim Türken (Mezzo Imbiss). Der Abend wurde in der Yeti-Bar beendet bei 17, 18, 4 Schluck Bier, schließlich spielt Deutschland. Verabredet wurde morgen die Kuchenrunde zu fahren.

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2013.JPG">

Nachdem wir endlos lange für unsere Start-Nr. angestanden hatten, ging es um 12:30 los, entspanntes einradeln mit Dirksen1, Asphalthardy, Triballa und mir. M&M wollten ruhen, Poki und TXU065 haben wir verpasst, aber Kuchenessen getroffen.
http://connect.garmin.com/activity/191835250

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2015.JPG">

Der Abend wurde das komplette Gegenteil vom letzten Jahr, Carboloading und früh ins Bett, das einzige was gleich blieb, war die gute Laune. Der Wecker klingelte sau früh, Temperatur angenehme ca. 11° und trocken. Trotz der niedrigen Start-Nr. platzierten wir uns nicht ganz vorne. Irgendwie hab ich beim Start das Gefühl, die Strecke ist nicht so lang, so schnell geht es los.

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2039.JPG">

Wir landeten im letzten Drittel. Kurz vor Prad wurde die Windjacke in die Trikottasche gepackt, die brauchte ich nicht mehr. Den Skelettpark am Anfang von Stilfserjoch ging mir dieses Jahr nicht durch die Lappen. Bis Trafoi hat Stine gute Beine und ich Probleme ihr locker zu folgen. Das änderte sich Schlagartig ab Trafoi, diesmal musste ich warten, die Trainingspause nach ihrem Unfall steckte ihr noch in den Knochen. Es gab Gel, Bananen und Iso-Getränke an der ersten Verpflegung, entweder waren wir schnell oder man hat gelernt. Die Kehren 38-32 werden einfach nicht flacher. Kehre 24, dieser Blick ist nicht gut, wenn man kaputt ist und macht Freude, wenn man sich gut fühlt. Kehre 15-14, ein langes Stück, muss so bei 2.200 hm sein, irgendwas macht mir das Atmen schwerer. Die Quelle auf halber Strecke wurde zur Kühlung genutzt. Kehre 4-3, kurzes Stück, aber steil und das kurz vor dem Gipfel, warum nur!!!

Kehre 1, 2te Verpflegung, hier gibt es immer noch was zu Essen. Die Neapolitano-Waffel hätte ich nicht essen sollen, das staubt beim Atmen. Getränke aufgefüllt, auf Stine gewartet und dann rauf zum Gipfel, da hat man mehr Platz zum Entspannen. Die Abfahrt ist kühler als gedacht, aber nicht weiter schlimm. Stine hat noch keine richtige Meinung auf Abfahrt und ich Zeit zum Fotografieren und Warten.

Im Umbrailpass ein Unfall mit Helikopter-Einsatz. Der ältere Zeitgenosse vor mir wollte direkt vor dem Verletzten stehen bleiben und glotzen, Menschen gibt das.

Die Serpentinen vor St. Maria haben mal wieder richtig in den Armen weh getan. Da ich wusste, dass Stine den Weg kennt, bin ich zur 3. Verpflegung vorgefahren. Auch hier genug zu Essen, aber irgendetwas war anders. Polizei-Schilder auf der Straße und Hilfsgendarme auf der Straße. Hier kommt jetzt die Comedy, Stine trudelte ein, noch war die Straße frei, sie zog die langen Sachen aus, sah mich an und fragte, hast du das eilig und ich sagte ja, ließ sie aber Nahrung zu sich nehmen. Wenige Minuten später standen 5 Polizisten auf der Straße und beendeten das Rennen durch die Schweiz, der Veranstalter hatte nur die Genehmigung für 1.500 Radfahren durch die Schweiz. Daraufhin rissen wir unsere Start-Nr. vom Rad ab und wollten privat durch die Schweiz, jetzt wurde die Schweiz komplett für Radfahrer gesperrt, wir wurden zum Umkehren geschwungen.

Dank GPS konnte ich Stine und viele andere wieder zurück führen, viele setzten sich erstmal in ein Cafe. Am Reschenpass (das Stück was wir morgens schnell runter gefahren sind), musste irgendetwas raus aus mir. Alle die ich vorgelassen habe, wurden jetzt einer nach dem anderen wieder eingesammelt. Einer Überholte mich kurz vor dem Reschensee, die Wut wurde langsam in meine Beine geleitet und mit 40er Speed am Reschensee und 75 km/h runter nach Nauders hatte er keine Chance. Durch kleine Löcher in der Absperrung konnte ich zum Ziel fahren, wurde aber auf dem Weg dahin aufgehalten und gefragt, ob ich Teilnehmer wäre (Nr. war ja ab). Ja, sagte ich, 189. Sie sind der erste der Strecke C. Welche Strecke C ??? Ich bin durchs Ziel wurde zum Interview gerufen, man gratulierte mir und fragte mich, wie ich mich fühle. Ich bat mir keine weiteren Fragen zu stellen, weil ich einen ganz dicken Hals habe. Der Reporter von der Tiroler Tageszeitung verfolgte mich und stellte auch noch fragen. Bild und Antwort nur in der Papier Version
http://www.tt.com/%C3%9Cberblick/499722 ... r-giro.csp

Bei der Siergerehrung war keiner der Strecke C (gab einen Pokal und einen Skipass für 6 Tage). Strecke C
http://connect.garmin.com/activity/192243587

Bild


M&M sahen mich im Zelt und wir quatschten noch eine Weile, bis wir uns zum Essen verabschiedeten. Der Abend endete in großer Runde.

Da wir noch einen Tag länger blieben, konnten wir die schönste Laufstrecke der Welt erleben
http://connect.garmin.com/activity/192658089

http://reschenpass.it-wms.com/archive/a ... 1&lang=den

Mehr will ich zum Dreiländer Giro nicht mehr sagen.
Zuletzt geändert von Tribelix am 28.06.2012, 10:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Marit » 26.06.2012, 23:04

Für Mirco und mich ging es am Freitag nacht um 4 Uhr los nach Nauders. So waren wir um 12:30 Uhr vor Ort. Schnell in die Pension eingescheckt und los ging es mit dem Auto nach Glurns, um von dort mit dem Rad schon einmal das Stilfser Joch "anzufahren". Wollte doch mal sehen, was ich da am Sonntag verpasse. Wurden gleich von einer holländischen Rennradfahrerin auf unsere Tolsmahosen angesprochen, da sie aus Emmeloord käme. So klein ist die Welt.

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... co%208.JPG">

Naja, 15 km hoch bis Kehre 44 sind wir gefahren, dann habe ich Mirco vor die Wahl gestellt: Entweder jetzt ganz hoch und mehr geht dann dieses Wochenende bei mir nicht oder jetzt zurück und den 3LG am Sonntag! Also sind wir umgedreht und dann kam das Grauen; die Abfahrt! Da konnte ich mich gar nicht mit anfreunden und wollte am Sonntag schon gar nicht mehr fahren.

Nach 2 Nächten drüber schlafen, war es dann so weit. Der (vielleicht letzte) 3LG! Aufregung pur, schlimmer als vor einem Jedermannrennen. Zuerst habe ich kaum einen Bissen runterbekommen, der Magen war wie zugeschnürt. In der Startaufstellung habe ich beim Anblick auf die Berge dann schon überlegt, lieber nicht zu starten.

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2036.JPG">

Doch kurz darauf ging es schon los und ich verabschiedete mich von Mirco. Die ersten ca. 25 Kilometer ging es eigentlich erstmal nur bergab. So viele negative Gedanken hatte ich noch nie. Alles SCH....!!! Warum mache ich so was?

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2038.JPG">

Kurze Zeit später kam dann in Glurns die Streckenteilung. Anhalten, Banane essen, Armlinge ablegen und schnell nochmal ins Gebüsch. Und los gings Richtung Ofenpass. Ab jetzt endlich mehr oder weniger doll bergauf. Ich bin noch nie so gerne bergauf geradelt. Allerdings mit dem Wissen, es geht später wieder runter. Später, viel später. :D Manfred Voss vom RTC Altwarmbüchen überholt. Ob er mich erkannt hat? :Weissnicht:

In Santa Maria Flasche 1 wieder aufgefüllt, Banane gegessen und gebunkert und weiter gings Richtung Ofenpass. Jetzt wurden die Steigungen immer länger und "Hochprozentiger". Schön ist es, wenn man hochguckt und oben welche radeln sieht. Hm, da muss ich auch noch hoch. Landschaftlich wirklich toll. Ab und an hört man dann von unten mal Kuhglocken oder Rauschen eines Flusses.

Dann kamen die Kehren des Ofenpasses. Die sind gar nicht schlimm, wenn man es, wie ich, nicht so mit der Höhe hat und es rechts oder links Steil runter geht. Also immer schnellstmöglichst um die Kurve, bis man dann wieder die rettende Felswand neben sich hat. :Spinnen: Und dann ist man irgendwann oben. Nach 30 Km bergauf und vielen > 8 % Rampen. :swingen-2: Ein Mädel meinte dann, sie wüsste jetzt warum der Ofenpass "Ofen"pass heisst. :Sonnenschein:

Gestärkt und mit der Windweste bewaffnet, ging es dann auf die befürchtete Abfahrt. Immer schön im Wechsel links und rechts bremsen. Dann fingen die auch noch so fiese an zu quitschen und man sieht sich schon ungebremst den Felshang hinabsausen...! Wie manche da noch treten können, um noch mehr Fahrt aufzunehmen; :Spinnen:

Irgendwann waren die Kurven nicht mehr ganz so eng und da konnte auch ich mich angstfrei rollen lassen. Die 60 Km im Engardin wurden dann mit um die 40 km/h gefahren und die leichten Wellen die dann zu meistern waren, flog man förmlich hoch! Ein Cube-Fahrer und ich leisteten in einer 4er Gruppe die Führungsarbeit. Als die anderen Beiden sich gerade nach vorne bequemten, gab es einen lauten Knall und einem der Beiden war der Hinterreifen geplatzt. Tja, war das die Rache?

Kurz darauf erreichten wir die Norbertshöhe. Nochmal kurz gestärkt für die 11 Kehren radelten der Cubefahrer und ich quatschend nebeneinander her. Bis Kehre 8 ,dann war bei uns Ruhe. :HaHa: Oben angekommen ist man total erleichtert, denn es geht nur noch einmal geradeaus hinunter und das Ziel war für mich nach 5:59:14 (Brutto) erreicht. Freu, so eine gute Zeit hätte ich mir nie zugetraut. Dann habe ich den Transponder vom Vorderrad abgebaut und mein Finishertrikot in Empfang genommen. Wollte mir gerade einen Platz im Zielbereich suchen, um Mircos Zieleinlauf später anzufeuern, als plötzlich hinter mir eine Stimme rief: Marit!!! Mirco?!!! Da war er doch nur 2 min nach mir durch das Ziel gefahren. :GrosseZustimmung:

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2094.JPG">

Jetzt habe ich allerdings noch eine offenen Rechnung mit dem Stilfser Joch. Vielleicht nächstes Jahr; bis dahin kann ich mir auch noch überlegen, wie ich da wieder runter komme. :) :mad:

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2074.JPG">
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 28.06.2012, 01:29

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2075.JPG">

Hier kommen von Mirco teils berauschende

<a target="_blank" href="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... x.html">89 Bilder vom Dreiländergiro Nauders</a>.

Zwei sieht man bereits hier, weitere hab ich in Marits und Tribelix Bericht eingefügt.

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2079.JPG">
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Beitragvon dirksen1 » 28.06.2012, 08:14

Danke Mirco für noch mehr tolle Bilder. nur wenn man selbst dort war, kann man sie angemessen bewerten ;-)
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Marit
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Beitragvon Marit » 28.06.2012, 09:36

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... o%2025.JPG">

Auf diesem Bild von Mirco fährt gerade der 5. platzierte des RATA ins Ziel. Auf www.raceacrossthealps.at/ kann man sich u.a. mal das Streckenprofil ansehen. Quasi ein 600er Brevet mit Alpen.

Am meisten hat mich fasziniert, dass die Teilnehmerin Corinne Furrer nach dem Zieleinlauf ihrem Vater Beny Furrer, der noch auf der Strecke war, 100 km entgegen gefahren ist, um ihn ins Ziel zu begleiten! :shock:

Beny Furrer hat nach einem Motorradunfall nur noch einen Arm und hat sich an diesem vor dem RATA einen Abriss an der Rotatorenmanschette an der Schulter zugezogen und wird wohl nächste Woche operiert.
;-) Marit
Zuletzt geändert von Marit am 28.06.2012, 09:41, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon hanseat » 28.06.2012, 09:37

mad.mat hat geschrieben:Mir fehlen die passenden Worte, danke für diesen Bericht. :Respekt:
@ mad.mat, wie unkreativ! :) Schreib doch einfach:

@ dirksen1, Dein Bericht hat mich von der ersten bis zur letzten Zeile gefesselt und ist eine echte Liebeserklärung an den Radsport in den Alpen und an den Radsport im Allgemeinen! Wenn dies Deine ersten Alpenerfahrungen auf dem Rennrad waren, dann gibt es für Dich noch eine ganze Welt zu entdecken. Und immer wieder schön, dass wir dann beim Lesen Deiner Berichte daran teilnehmen dürfen! Eine kleine Einschränkung gibt es für mich: Die Auffahrten könnten für mich durchaus noch detaillierter beschrieben werden, landschaftlich und topologisch, aber Ihr wisst, ich nehme es manchmal auch zu genau... ;)

@ Tribelix/-ala: Das ist echte Satire! Dieses Jahr war es Euer Zweiländergiro! Passt auf, dass Ihr einem anderen Radsportpaar nicht die Show stehlt... ;)

@ all: Hoffentlich bekommen sich die Schweizer wieder ein und dieses Radsport-Hobby-Monument überlebt in seiner Form!
Zuletzt geändert von hanseat am 29.06.2012, 09:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Johanna » 28.06.2012, 12:57

Jetzt endlich dazu gekommen deinen Bericht ganz durchzulesen, Andre. Klasse geschrieben. :OK:
Aber wir werden Dich dieses Wochenende zurück zur Erde holen ;)

@Trixibel: Ich würde echt gerne wissen wollen wie dick dein Hals war...;)
Und nun? 3LG zum Dritten?
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Beitragvon Helmut » 28.06.2012, 20:05

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... 204132.JPG">

Hier kommen von dirksen1

<a target="_blank" href="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... l">weitere 239 Bilder vom Dreiländergiro und seiner "Vorgeschichte"</a>.
Zuletzt geändert von Helmut am 29.06.2012, 01:14, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Tribelix » 28.06.2012, 20:20

Johanna hat geschrieben:@Trixibel: Ich würde echt gerne wissen wollen wie dick dein Hals war...;)
Und nun? 3LG zum Dritten?
Wie mein Bauch, Halsschlagader wie Anakonda.
Die nächsten Jahre wird mich Nauders nicht mehr sehen. :cry:
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Beitragvon Mirco » 28.06.2012, 22:14

Ist mir wohl irgendwie entgangen, daß in Österreich und im Umland so viele Stevens Rennräder am Straßenrand stehen :HaHa: :cool:

Schöne Bilder.

;-)
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Beitragvon Helmut » 29.06.2012, 01:19

Tribelix hat geschrieben:Die nächsten Jahre wird mich Nauders nicht mehr sehen. :cry:
Dazu der Veranstalter: Es wird keinen 20. Dreiländergiro 2013 mit der Schweiz geben. Der Kanton Graubünden wird keine Durchfahrtsgenehmigung für den Dreiländergiro mehr erteilen. Zu mindestens nicht in dieser Form.

Der Dreiländergiro 2012 wird analysiert und über eine andere Regelung beraten, mit der man im Kanton Graubünden die Verkehrssicherheit für alle Beteiligten erreichen kann. Siehe

http://www.dreilaendergiro.at/
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Beitragvon Mirco » 29.06.2012, 07:00

Moin

Marit und Ich sehen es aber ähnlich. 3LG nun einmal gefahren und fertig. Es gibt ja noch genügend andere Veranstaltungen, die man unter die Räder nehmen könnte.

Gruß

Mirco
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Beitragvon Asphalthardy » 29.06.2012, 07:58

..... Was für ein toller Bericht, Andre.. Es ist alles gesagt. Vielleicht sollte ich aus "Asphalthardy" wirklich der der im Auto schläft machen, Durch etwas Glück kam es ja anders.
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Beitragvon hanseat » 29.06.2012, 09:03

Mirco hat geschrieben:3LG nun einmal gefahren und fertig. Es gibt ja noch genügend andere Veranstaltungen, die man unter die Räder nehmen könnte.
Schön für Euch :applaus: schade für viele andere, um diese "von Gott gegebene Streckenführung" unter die Räder zu nehmen!
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Beitragvon Tribelix » 29.06.2012, 11:27

Helmut hat geschrieben:Der Kanton Graubünden wird keine Durchfahrtsgenehmigung für den Dreiländergiro mehr erteilen. Zu mindestens nicht in dieser Form.
Hinter der hohlen Hand wird gemunkelt, die Zufahrt nach St. Moritz 2 Wochen für Autofahrer zu sperren, um einen gewissen Nachdruck zur nochmaligen Überlegung für die Durchfahrtsgenehmingung des 3LG zu geben.

Jetzt kommen die Sandkastenspiele, wenn du das machst, mach ich das. :HaHa:
Bescheuert. ;)
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Beitragvon Helmut » 01.07.2012, 14:24

Lars von den Cervélovers hat einen unterhaltsamen, detaillierten, bebilderten, kritischen Bericht vom 3LG verfasst. Siehe

http://cervelover.blogspot.de/2012/07/d ... rgiro.html
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Beitragvon Skaterwaage » 01.07.2012, 20:56

Auf dem Ofenpass haben wir übernachtet! Von Sta. Maria hoch hatten wir auch über 30° C.



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Beitragvon Tom » 01.07.2012, 21:33

Hallo zusammen,

bin seit Freitag aus dem 3-Länder Giro-Urlaub zurück. Kurz, ich teile die vielen positiven Eindrücke dieser beeindruckenden Tour aus den anderen Berichten. Die A-Strecke war grandios, aber härter als ich dachte. Vor allem den Ofenpass hatte ich unterschätzt (Bin noch durchgekommen).

Mir kamen viele Fahrer wieder entgegen, die von der Polizei, wie ich später erfuhr, warum auch immer zurückgewiesen wurden. Wie kann eine genehmigte sportliche Veranstaltung derart verar... werden? Welch eine Beleidigung an Österrreich. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, klären das erwachsene Menschen im Vorfeld.

Schade, aber es gibt zum Glück genügend Radsportveranstaltungen, die nicht durch die Schweiz führen.

Tschüss Schweiz,
Tom
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Angst vor dem Einmarsch?

Beitragvon Grotefend » 02.07.2012, 20:09

Meine Bewunderung für die Fories und alle anderen Teilnehmer, welche diese Traum-RTF bewältigt haben und ein herzliches "Dankeschön" dafür, dass sie uns Daheimgebliebenen durch ihre lebhaften Berichte daran teilhaben lassen. Wehmut, sich eine solche Tour nicht mehr zumuten zu können und - ich geb's ja zu - auch ein bißchen Neid auf all die, die es können, hat mich bei Lesen begleitet.

Und so habe ich mir vorgenommen, im Herbst einmal mit dem Auto dorthin zu fahren, ein bergängiges Bike mitzunehmen und wenigstens kleine Abschnitte dieser Drei-Länder-Runde nachzufahren. Muss ja nicht gleich das Stilfser Joch sein.

Und einen Paß werde ich dabeihaben, um nicht an der Schweizer Grenze abgewiesen zu werden. Den Eidgenossen sitzt wohl noch immer der Schock in den Gliedern, dass eines Tages die von einem deutschen Politiker angekündigte Kavallerie an ihren Grenzen auftaucht; und sei es als Radlerheer.

Obwohl, bei allem Kopfschütteln über die geschilderten Abläufe oben auf der Passhöhe: Ich finde schon, dass es eine ziemlich dreiste Vorgehensweise des Veranstalters ist, einen Drei-Länder-Giro mit dem eigenen Ortsnamen (Tourismuswerbung) auszuschreiben, von rund 165 Kilometer Strecke aber nur insgesamt knapp 12 im eigenen Territorium zu organisieren, rund 50 km den Italienern und 100 km den Schweizern "aufs Auge zu drücken". Damit will ich allerdings nicht beschönigen, dass es so, wie es wohl abgelaufen ist, einseitig zu Lasten der Sportler ging. Bei halbwegs gutem Willen auf beiden Seiten hätte sicher eine verträglichere Lösung gefunden werden können.
Sonne in den Speichen sieht nur, wer sein Rad bewegt.
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Beitragvon Mirco » 03.07.2012, 22:18

Moin

Ich glaube wir sind richtige Weicheier. Das hier ist doch mal etwas.

http://www.dervinschger.it/artikel.phtm ... e=&seite=1
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Beitragvon dirksen1 » 20.07.2012, 20:20

Jetzt waren wie alle auf dem Stelvio, aber keiner hat die Muße gehabt, das Denkmal von Fausto Coppi zu fotografieren.... Danke an Skateraage, die es auf ihrer TransAlp-Extreme nachgeholt hat:
https://lh6.googleusercontent.com/-lnDh ... 010123.JPG

Och menno....jetzt muss ich da nochmal hoch :cool:

Unter uns gesagt, ich wusste gar nicht, dass es da oben ein Coppi-Denkmal gibt, die stehen anscheinend in Italien auf jedem dritten Berg:
http://www.radsportseiten.net/monumente ... eurid=1642

:-)
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