Ist das Pedelec umweltfreundlicher als das Fahrrad?

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Helmut
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Ist das Pedelec umweltfreundlicher als das Fahrrad?

Beitragvon Helmut » 15.12.2011, 23:14

Das fahrstil-Magazin schrieb:

<b>Bald wird Pedelec-Fahren umweltfreundlicher sein als Radfahren!</b>

Aktuelle Studien untermauern die Umweltfreundlichkeit der Pedelecs (Pedal Electric Cycle). Noch vor einigen Jahren galt das Pedelec in seiner Umweltbilanz als das „schlechtere Fahrrad“. Mit Blick auf die technische Entwicklung ist es nach Meinung von H. David Koßmann, Chefredakteur des Radkulturmagazins fahrstil (www.fahrstil-magazin.de) „jedoch nur noch eine Frage der Zeit, bis das Pedelec umweltfreundlicher sein wird, als das klassische Radfahren“. In der aktuellen fahrstil-Ausgabe unter dem Thema „strom“ greift Peter Barzel, u. a. Autor eines Buches über E-Bikes, die Fragestellung der Umweltbilanz von Verkehrsmitteln auf. Bezug nehmend auf eine kürzlich veröffentlichte Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) berechnet Barzel den CO2-Ausstoß eines Pedelecsantriebs auf unter ein Gramm CO2 je gefahrenem Kilometer.

<b>Das Pedelec wird effizienter, der Mensch nicht</b>

In solchen Bilanzen beziehen Fachleute die Produktion der Fahrzeuge, die Nutzung, den Unterhalt und den Treibstoff ein. „Während das System Pedelec in den letzten Jahren durch effizientere Antriebe und Recycling der Akkus immer umweltfreundlicher wird, hat sich beim System klassischer Radfahrer nicht viel getan“, spitzt Peter Barzel zu.
„Das menschliche System hat im Vergleich zum E-Bike-Antriebssystem einen schlechten Wirkungsgrad. Selbst bei Profisportlern unter optimalen Bedingungen liegt dieser bestenfalls bei 25 Prozent. Für 100 Watt Pedalleistung muss er den Gegenwert von 400 Watt durch Nahrungsmittel aufnehmen,“ verdeutlicht Stefan van Kempen von SRM, einem Anbieter für mobile Leistungsmesssysteme. Angesichts der kalorischen Überversorgung in der westlichen Welt hat der Mensch gegenwärtig keine evolutionäre Notwendigkeit, effizienter zu werden, so Barzel schmunzelnd: „Im Gegenteil, beschaut man sich den Fitnesswahn, wollen die meisten Menschen doch mehr und nicht weniger verbrennen!“

<b>Pedelec tanken sachlich, Menschen essen lustvoll</b>

Dank des Stroms aus erneuerbaren Energien kann das Pedelec über seine Laufleistung den erhöhten C02-Bedarf im Betrieb, in der Produktion und Entsorgung nahezu vollständig ausgleichen, wie eine aktuelle Meldung der European Cyclists' Federation (ECF) nahelegt. Zumal mit Strom aus erneuerbaren Energien dem Pedelec ein wirklich sauberer Treibstoff zur Verfügung steht. Anders beim Radfahrer: In seine CO2-Bilanz fließen nämlich die Ausstöße der Nahrungsmittelproduktion ein. Die horrenden Emissionen der Nahrungsmittelindustrie (insbesondere der Fleischproduktion) sind bereits seit Jahren auch ein Medienthema. Sie fließen stark in die Bilanz der klassischen Radfahrers ein. Will er mit der sinkenden CO2-Bilanz des modernen Pedelecs mithalten, muss er sein Essverhalten ändern. Bereits 2008 wies Tomi Engel von der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie e.V. (DGS) auf diesen Aspekt hin und empfahl umweltbewussten Radfahrern, sich ausschließlich von Brot oder Kartoffeln zu ernähren, deren CO2-Ausstoß je Kilowattstunde bei lediglich 162 g liege und damit bei kaum zwölf Prozent der deutschen Durchschnittsernährung (1.500 g). „So wie eine Spülmaschine mittlerweile weniger Wasser verbraucht als der Abwasch von Hand oder wie ein Schachcomputer heute in der Regel die Großmeister besiegt, überholt auch beim Fahrrad die Technik den Menschen“, resümiert Koßmann.

<b>Aber welchen CO2-Ausstoß hat Fahrspaß?</b>

Dies betreffe freilich nur die reinen Zahlen – physikalisch nicht messbare Faktoren wie Spaß und Sport addieren sich unter dem Strich zu einem menschlichen Erlebniswert, der kaum aufzuwiegen sei, so Koßmann. Dafür stehe ja unter anderem auch das „Kultur“ in Radkulturmagazin. Ob das „E-bike“ als „Ö-Bike“ in die Geschichte der Menschheit eingeht, darauf will Koßmann indes keines seines klassischen Räder verwetten … Ein Pedelec besitzt er (noch) nicht.

Quelle: http://www.fahrstil-magazin.de/

Anmerkung Admin: Mehr Infos dazu gibt's auch auf <a href="http://www.komfort-elektrofahrrad.de">komfort-elektrofahrrad.de</a>.
Zuletzt geändert von Helmut am 08.10.2012, 01:11, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon radfreunde » 16.12.2011, 01:08

Trau keiner Statistik / Studie, die du nicht selbst gefälscht hast.

Vergleiche ein Pedelec mit einem klassischen Fahrrad. Auf dem Pedelec sitzt kein Lustesser, der Kalorien (Watt) zu sich nimmt? Aber ein Rad, das in der Herstellung weniger aufwändig ist als als klassische.

Na ja just my 2 cents.

wilf
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Beitragvon Konkursus » 16.12.2011, 10:23

Ironie an:

Das ist alles - noch gelinde ausgedrückt - totaler Quatsch:

das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel ist das Flugzeug oder das Auto.

Beispiel:

stellt Euch einmal vor, ich wollte Urlaub machen in Deutschland, München z.B.. Macht von uns aus roundabout 800 Km. Wenn ich jetzt zu Fuß gehen würde, wieviel Kilokalorien würde ich verbrauchen? Wieviel Fleisch würde ich essen, wieviel Kühe würde Ihre Abgase in die Umwelt ablassen? Ich weiß es nicht, es ist enorm. Ich glaube, mit dem Auto ist es CO2-günstiger.

Noch günstiger stellt sich die Situation bei einem weitergelegenen Urlaubsziel dar. Des Deutschen zweitliebste Inseln nach Mallora, die Kanaren. Zunächst müsste ich eine ganze Strecke marschieren, CO2-Verbrauch en masse. Jetzt kommts aber noch, es wird viel schlimmer, hat mir meine bessere Hälfte - Ulrike - gerade erklärt.

Wenn ich marschiert bin, kommt ja bekanntermaßen das große Wasser, da muss ich durch. Ich mache zwar gerade ein Schwimmtraining mit Kalle (sehr gut), aber ich werde die Strecke nicht kraulen können, ich muss irgendwann in den Bruststil wechseln. Und das ist CO2-mäßig gesehen die größte Sünde.

Kraulen ist mit einem Kalorienverbrauch von ca. 550/Stunde sehr gemäßigt, alles Luschen, diese schnellen Schwimmer. Brustschwimmen dagegen ist enegieintensiv mit 850/Stunde. D.h., ich muss unterwegs essen, essen und noch einmal essen und die CO2-Bilanz geht ins Bodenlose.

Fazit 1: ich bleibe, wo ich bin und verkaufe stattdessen CO2-Zertifikate an Radfahrer ohne Pedelec. Vorteil hiervon: meine Kasse füllt sich und die Radfahrer werden schon irgendwann auf Pedelec umsteigen.

Fazit 2: ich habe so das ganz kleine, dumpfe Gefühl, dass hier irgendwelche Eigeninteressen verfolgt werden, deshalb: siehe Vorschreiber.

Fazit 3: Mit welchem Quatsch müssen wir uns eigentlich noch beschäftigen? Jeder, der ein Auto in der Garage hat oder auch nur einmal im Jahr mit dem Flugzeug fliegt, braucht sich um irgendwelche CO2-Bilanzen eines Pedelecs keine Gedanken zu machen.

Ironie aus.

In dem Sinne ein schönes Wochenende.



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Beitragvon Harterbrocken » 28.12.2011, 12:11

Aber hallo, was für eine Diskussion! Akademiker aller Länder vereinigt Euch.

Das Kulturmagazin Fahrstil ist ja bekannt für ungewöhnliche Sichtweisen. Dieser Beitrag beweist es einmal mehr.

Doch warum nicht? Das bringt Pfeffer ins Forum. Pedelecs werden uns zunehmend beschäftigen, wie schon in der aktuellen "Tour" (Seite 10) festzustellen. Und die ist quasi das Gegenteil von "Fahrstil".

Welche Schichten das elektrische Fahrrad inzwischen bewegt, zeigt auch das hier: http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/ ... php?t=4829
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Beitragvon Konkursus » 28.12.2011, 14:08

Der Bericht hat immerhin einen erheblichen Vorteil: ich habe die Zeitschrift "Fahrstil" kennengelernt, von deren Existenz ich bisher nichts wusste. Scheint mir irgendwie "11 Freunde" des Radports zu sein, dann "Tour"="Kicker"?

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Beitragvon Technobull » 14.01.2012, 20:49

radfreunde hat geschrieben:Trau keiner Statistik / Studie, die du nicht selbst gefälscht hast.

Vergleiche ein Pedelec mit einem klassischen Fahrrad. Auf dem Pedelec sitzt kein Lustesser, der Kalorien (Watt) zu sich nimmt? Aber ein Rad, das in der Herstellung weniger aufwändig ist als als klassische.
Also die Umweltfreundlichkeit liegt u. a. darin, daß Leute die sonst nicht (mehr) Radfahren es sich wieder trauen z. B. weil sie kaputte Gelenke haben, an einer Steigung nicht aus dem Sattel gehen können. Das trifft jedenfalls auf meine Partnerin zu, weswegen wir so ein Ding ins Haus kam - es macht eine Menge Spaß, wie das abzieht, und hierin liegt die Gefahr für Leute, die sonst wenig Zweirad fahren, weil sie mit einem Tempo unterwegs sind, das sie nicht gewohnt.

Also jetzt wird erstmal das Display eingeschickt, damit die Power per neuer Softwareversion runtergeregelt wird. Eine 20 Ah 36 V Lithium Batterie reicht mit mir (nahe 100 kg) ganze 32 km bei überwiegend Flachstrecke.

Für den Arbeitsweg mag das für die meisten Menschen reichen, weil man den Akku ja irgendwo aufladen kann, für Hügeltouren sicher nicht, das hatte ich mir für 2.000 € anders gedacht, ein Zusatzakku kostet 599 €.

Vor etlichen Jahren habe ich nahe London gewohnt und hatte einen täglichen Arbeitsweg von 25 km plus Umwege bei Staus. Wer das öffentliche Verkehrsunwesen da kennt, mit täglich neuen Zusammenbrüchen für Irrsinnspreise, kann nur per Zweirad mit oder ohne Motor rechtzeitig im Büro sein.

Für Touren mit Kinderanhänger plus Spielzeug oder für die Einkaufsfahrt sicher auch eine gute Sache, gar erst für kleinere Frauen. Dann gibt es ja derzeit einen Großversuch der Bundespost, die Dinger habe ich mal gesehen - auf die Weise wird von einer Person zu bewegende Last mittels Hänger sicher verdoppelt.

Also die Umweltfreundlichkeit besteht darin, daß Leute die sonst per Auto oder Bahn unterwegs wären, das Rad entdecken bzw. wiederentdecken.

Wenn erstmal die Preise stimmen, ist das Potential gerade für Entwicklungsländer gewaltig.

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