Am Sonntagmorgen machte ich mich mit Konkursus auf den Weg zum Treffpunkt in Harsefeld. Trockenes Wetter und nur 20 Min. Anfahrt. So gut hatten wir es noch nie. Da war sogar Ausschlafen möglich.
Am Treffpunkt begrüßte uns ein gut gelaunter Bergfloh, der die ca. 40 Teilnehmer in die Wälder und Felder abseits der bekannten Straßen entführte, die ab und zu zu überqueren waren und uns eine örtliche Orientierung ermöglichten.
Am Anfang war das Tempo in der "Einheitsgruppe" so zügig, dass ich insgeheim schon mal auf einen kleinen "Platten" zwecks unauffälliger Verschnaufpause hoffte. Glücklicherweise erledigte sich das Problem der doch weit auseinander liegenden Tempo-Bedürfnisse eleganter durch die spontane Gruppenteilung, sodass es deutlich ruhiger wurde.
Es wurde alles geboten, was von einer MTB-Ausfahrt erwartet wird: Enge Singletrails, steile Abfahrten und Anstiege, rutschige Wurzeln und Steine, Schlamm ohne Ende, umgestürzte Bäume, glitschige, kurz vor dem Zusammenbruch stehende Holzbrücken und sogar ein beeindruckender Steinparcour (Was war das eigentlich??? Ein Naturdenkmal??) war zu durchqueren.
Bedingt durch Pannen bzw. sonntägliche Verpflichtungen verabschiedeten sich nach und nach einige der Teilnehmer, sodass die Gruppe im Laufe der Zeit immer kleiner und familiärer wurde.
Einmal kam es beim Durchqueren einer schwierigen Passage zu einer ungewollten Gruppenteilung. Die ersten waren plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Dank der Trillerpfeife von Thomas und der guten Ohren von Bergfloh war die Trennung glücklicherweise nur von kurzer Dauer, sodass der harte Kern wiedervereint im Licht der sinkenden Sonne dem Kirchturm von Harsefeld entgegen rollen konnte.
Bergfloh ließ uns dann noch an seinem privaten Wasserschlauch die Räder abspülen, und nahm voller Gelassenheit hin, dass sein Rasen dabei fast geflutet wurde. Eine wirklich noble Geste.

Ohne diese TorTour hätten wir nie erfahren, dass wir fast vor der Haustür wunderbare MTB-Übungsberge haben, sprich Erhebungen, die einem Flachländer deutlich mehr abverlangen als eine Autobahnbrücke oder ein Deich.
Ulrike