<img src="
http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20277.JPG">
Adventure Trophy Jena 2010 oder
Normal geht anders
Angeregt von Peterchens Bericht aus dem letzten Jahr hat Stine mich solange genervt, bis ich endlich ja gesagt habe. Wir nehmen an diesem Rennen teil. Die Challenger Strecke ist 70 km lang und teilt sich in folgende Bereiche auf: Abseilen, 6 km Orientierungslauf, 26,5 km MTB, Schiessen (Lasergewehr), 7,5 km Berglauf, Kletter, 3 km Berglauf, 6,1 km Kanu, 21 km MTB. Das ganze Rennen bestand aus 21 Check Points:
- Abseilen Zeitstrafe
- MTB 7 Check Points 1 opt. Check Point (Lochzange)
- Berglauf 3 Check Points 2 opt. Check Point (Lochzange)
- Kanu 1 Check Points 2 opt. Check Point (Lochzange)
- Orientierunglauf 13 Orientierungspunkte (Lochzange)
- Schiessen Zeitgutschrift
- Klettern Zeitgutschrift
An den Stationen wurde mit SI-Card ein und ausgecheckt, was jeweils als Check Point gewertet wurde. Die Wertung war sehr interessant. Die Check Points sind die wichtigsten Punkte, danach kamen die optionalen Check Points, Orientierungspunkte, Zeitstrafen, Gutschriften und zum Schluss die Zeit.
Stine holte mich Freitagmorgen ab und bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir Richtung Jena. Die Temperaturen stiegen langsam auf 26°, was für viele Stunden der letzte meteorologische Höhepunkt sein sollte. Nach einer unspektakulären Fahrt, einchecken in der Pension und einem kleine Trip durch Jena, zog es uns dann hoch zum Forsthaus, wo die Startunterlagen abgeholt und das Briefing stattfinden sollte. Rauf aufs Rad, erste Straße rechts, dann links immer gerade aus und schon bist du da. 2,68 km und 177 hm später sind wir oben. Das haben wir uns anders vorgestellt, morgen früh müssen wir wieder da hoch, sollte es morgen kalt werden, sind wir wenigstens schon warm.
Mit Konkursus und Ulrike haben wir dann das Outdoor Briefing genossen und die spät sommerlichen Temperaturen. Als die erste dunkle Wolke kam, war das Briefing vorbei und wir trafen uns mit den beiden beim Mexikaner. Der Himmel öffnete seine Schleusen und war erst am Morgen gewillt sie kurzfristig wieder zu schließen. Die Nacht war kurz und die Rucksäcke mussten noch gepackt werden. Ersatzklamotten wurden bis auf ein Minimum reduziert, schließlich muss man das ja auch alles tragen. Ich entschied mich für Trisuit, Trikot und Windjacke. Bei 15° sollte das nicht zu kalt sein.
Um 9:36 sollten wir starten, durch einen Stau beim Abseilen, verschob er sich um ca. 20 min, was noch entscheidend sein sollte. SI-Chip registrieren und los. Jetzt gab es die Karte für den Orientierungslauf, die Übersichtskarte für das Rennen und die Wertungskarte für das Rennen. Die Wertungskarte für den Orientierungslauf und das Road Book, haben wir schon am Vorabend bekommen.
Zum Forstturm der ca. 25 m hoch ist und 100 m vom Forsthaus entfernt, sind wir nicht gelaufen. Die Treppen hoch war ich schon aus der Puste.

Oben hatten wir die Auswahl zwischen selbst und abgeseilt werden. Wir entschieden uns für abgeseilt werden, was mich nicht davon entband über die Balustrade zu müssen. Füße gegen die Wand und langsam nach hinten fallen lassen, leicht gesagt. 20 mal tief durchgeatmet und wenige Augenblicke später ist man unten. Auschecken mit dem SI-Chip und schon können wir den Orientierungslauf in Angriff nehmen. Erste Frage: Wonach suchen wir eigentlich? Auf einer Fläche von 1.000 x 2.000 m im Jenaer Forst müssen wir 13 Punkte finden und sie mit der Lochzange (die daran angehängt ist) lochen. Nur wissen wir nicht, wie diese Punkte aussehen, noch wissen wir, was ist wirklich ein Weg auf der Karte und können wir den auch erkennen?
Den ersten Punkt den wir uns ausgesucht hatten, lag nicht weit vom Forstturm entfernt, als wir ihn nach 20 min nicht gefunden hatten, entschieden wir uns den nächsten Punkt in Angriff zu nehmen. Der Weg der da hin führte, sah nach 20 m nicht mehr wie ein Weg aus, sondern als wenn ein Frosch hier 2 x lang gehüpft wäre. Stine äußerte Skepsis, ich wollte es wissen, nach 25 min hatten wir unseren ersten Punkte gefunden. Das ist also ein Weg und das hier ist das was wir suchen müssen. Nach 6 gefundenen Punkten, haben wir dann auch gesehen, dass die Punkte Namen haben, wie Schutzhaus, Senke usw. und schon ging das Ganze ein wenig schneller.
Wieder zurück beim Forsthaus hieß es auschecken, Wertungskarte abgeben und fertig machen zum MTB fahren. Für das Radfahren und Laufen hatten wir eine DIN A3 große Karte beidseitig bedruckt Maßstab 1:25.000. Auf 26,5 km optimale Strecke sollten wir 3 CP finden, plus einen optionalen CP. Der erste Punkt war Pösen, ein Sendemast, wellige Bergstrecke, asphaltierte Abfahrt und 26% Steigung zum Sendemast, alles was man sich wünscht (außer dem Regen). Ein Baum in Beckerkirchhof am Feld war der nächster Punkt, den man finden musste (er war optional). Über den versteckten Aussichtspunkt „Martinsruh“ (CP) ging es zu einem Baum (CP) am Galgenberg, zum Parkplatz nach Kahla. Hier fand das Schießen statt. Stine ist in den steilen Abfahrten immer dicht hinter mir gewesen, dass mir immer Angst und Bange wurde, ob sie das schafft. Die Wege waren teilweise stark ausgewaschen und rutschig.
Einen trockenen Punkt gab es auf der ganzen Tour, es war das Schießen, es fand unter der Brücke statt, die in Kahla über die Saale führt. Die Temperatur lag jetzt bei 10°, Zeit sich mal was anderes anzuziehen. Also Trikot aus und Funktionshemd an, Trisuit und Windjacke drunter bzw. drüber. Wenn man so rumsteht, fängt man schnell an zu zittern, keine guten Voraussetzungen fürs Schießen. Die Lasergewehre sind leichter als normale und reagieren viel schneller als Luft oder KK Gewehre. Im Stehen hab ich dann auch nicht die Wurst vom Teller geholt und im Liegen wollte ich den Max machen, schön blöd. Die Räder wurden ab hier per Crafter zur Kanu Station gebracht, wo wir sie dann wieder in Empfang nehmen konnten, für die nächsten Aufgaben brauchten wir sie nicht. Laufen, Klettern, Laufen.
Das Beste am Laufen, waren die trockenen Laufschuhe, jedenfalls für 10 min, so lange sind wir auf Asphalt geblieben, bis wir dann an einem Bach entlang (mehrmals überquert) hinauf zum „Löbschützer Grund“ (CP) mussten. Den nächsten Punkt konnten man schon erahnen, die „Leuchtenburg“. Die Burg konnten wir sehen, den CP haben wir sehr lange gesucht, genauso wie den nächsten, den „Alpenstieg“ (optionaler CP). Die beiden Punkte haben uns bestimmt 90 min gekostet und einige nicht wenige Höhenmeter, sowie Kilometer. Leuchtenburg und Alpenstieg waren die einzigen beiden Punkte, die auf der Karte nicht sehr genau waren. Als wir den Weg zum „Dohlenstein Felsblock“ (optionaler CP) entlang gingen (essend), wussten wir mit einmal schlagartig warum der Alpenstieg hieß, zwei Füße hatten Platz, ein dritter wäre entweder abgestürzt, oder hätte in Schulterhöhe laufen müssen. Stine war nun auch ganz begeistert, dass wir innerhalb von 20 min 2 Punkte gefunden haben. Der nächste Punkt „Dohlenstein AP“ lag gleich neben dem Felsblock auf der Karte, es trennte die beide nur ca. 170 hm, die im steilen Serpentinen Trampelpfad hinauf und wieder hinter mussten. Das tat weh. (Da es ja regnete und die Wolken sehr tief hingen, konnte man das schöne Saaletal nur erahnen. Der Aussichtspunkt Dohlenstein liegt auf 370 müNN.
„Suppiche“ stand auf den der Karte, hier sollen wir auf einen Baum klettern. Nur stand der Name auf keinem Pfeil im Wald, das war die einzige Bauchentscheidung, drei Wege hatten wir zu Auswahl, wir haben den Richtigen genommen. Da standen nun die zwei dicken Kiefern, wir haben beide die leichte genommen, auf Nr. sicher gehen! Eigentlich ging das ganz gut bei mir, bis ich dann nicht mehr an das nächste Griffstück kam, da fehlen viele Zentimeter, wat nu? Mit dem Bein gedrückt , den Arm gezogen und hoffen, dass die Hand den Griff erreicht. Wie soll Stine das nur schaffen??? Als Stine dann langsam die Düse ging, musste ich mal in meiner Vergangenheit kramen und den Maat a.D. raushängen lassen. Sie hat es geschafft und ich wurde langsam heiser. Die Zeit drängte, wir mussten uns sputen.
Zweites Laufen, 3 km auf dem Saale Radweg zum Bootsanleger in Schöps. 19:12 ist die Uhr, als wir am Bootsanleger ankommen. Die Station ist geschlossen, es dämmert schon stark und das Risiko ist zu groß. Für den ersten Punkt hätte wir bestimmt 40 min gebraucht, dann wäre es stockdunkel gewesen. Also ein und auschecken, ein CP und zwei optionale CP hätte diese Station gebracht. Die Strömung war um ein vielfaches starker, als eine Woche vorher auf der Bille. Das hätte uns eine Menge Kraft gekostet.
Da lagen nun unsere Räder im Gras, die Schuhe klatschnass und kalt. Schnell die Beleuchtung angebracht (Stirnlampe auf, hätte ich nie gemacht, wenn die anderen 6, die da noch standen, es nicht gemacht hätten) und los auf die letzten 21 km. So schlimm kann es nicht mehr werden, dachten wir. Die beiden CP´s „Ölknitz“ und „Rothenstein“ waren Bänke am Saale Radwanderweg und sehr schnell gefunden. Bis Göschwitz, wo wir wieder in den Wald mussten, war es ungewöhnlich flach, war da nicht noch was im Profil? Ja, da war noch was 240 hm auf 3 km mit 10-20% Steigung auf einem sandigen Wanderweg hinauf nach „Cospoth“ zum Sendemast. Die Gruppe löste sich auf, 2 vorweg und 4 fielen ab, wir mitten drin.
Der nächste und letzte CP führt uns nach „Ammersbach“ 5 km durch den Wald hinauf nach Cospoth, hatte ich auch schon den Pfeil gesehen, die rote Route. Ich hab noch den roten Pfeil gesehen, der sagte links abbiegen in den nächsten Wirtschaftsweg, nur war am Baum das blaue Schild. Hä? Zurück zur Kreuzung sahen wir Pfeile für viele Routen, nur nicht so viele Wege. Bis mir dann eine kleine Schneise auffiel, kaum ein Meter breit, mit einer 15 cm breiten Radspur, am Baum ein rotes Schild. Das kann ja lustig werden. Knapp 600 m konnten wir den Weg fahren, dann wurde zu wurzelig und Stine hat's dann auch geschmissen. Die nächsten 1,5 km haben wir dann geschoben, bei Wurzeln, Steinen und bis zu 20% Gefälle. Bei Stine schwanden langsam die Kräfte und es wäre unverantwortlich von mir gewesen, sie noch zum letzten CP durch den Wald zu schleifen.
Es war 21:30, als wir in Nannsdorf die Straße erreichten. Wir entschlossen uns auf der Straße weiter und direkt zum Ziel zu fahren. Als wir dann in schöner Schussfahrt durch Jena fuhren und die Leute beobachten konnten, die gestylte und parfümiert zu irgendeiner Party liefen, fiel mir auf, dass wir nur noch 100 m von unserer Pension entfernt waren, das hieß links ist der Hornweg 16% Einbandstraße und der Beginn des Anstiegen zum Forsthaus. Ich tat in mir noch an, Stine nicht mehr, ich wartete oben auf sie. An dem flacheren Stück rollte sie noch an mir vorbei, dann war Feierabend. Ich war voller Endorphine, Stine eher weniger. Die letzten 300 m ist sie dann ins Ziel gefahren. Na ja, wir haben unsere Räder abgestellt, den SI-Chip ausgecheckt und uns abgeklatscht, draußen war keine Sau, warum auch, 22:16, 8° und Regen, wer ist auch so blöd und hält sich draußen auf? Drinnen wurden wir von Peter, dem Organisator, begrüßt und umarmt. Stine musste sich erst mal setzten und sich mit einem Gel wieder etwas schnellere Energie zu führen. Ich war voll aufgedreht, quatschte mit Peter über positives/negatives. So langsam bekam ich dann Hunger, in der Gaststätte vom Forsthaus, trafen wir dann Konkursus und Ulrike sowie auf die Helfer von verschiedenen Station, die erst mal klatschten, was mich überraschte. Schnell was zu essen geordert und unsere Lieben daheim informiert das es uns gut geht.
Gegen 00:00 waren unsere Räder schon wieder im Auto verstaut, jetzt gab es nur noch eine warme Dusche, meine Füße sahen aus wie bei einer Wasserleiche, weiß und aufgequollen.
Sonntag 10:00 im Jenaer Forst, die Siegerehrung sollte jetzt eigentlich stattfinden, weil zwei Master Teams erst um 9:00 im Ziel waren, verzögerte sich das Ganze noch. Kein Problem, wir wurden mit Musik unterhalten und die eine oder andere Information über die Sponsoren, auch die, dass der Hauptsponsor Schuhe im Sortiment hat, die Wasserdicht sind (es gibt Momente im Leben, da könnte man töten). Geehrt wurden die jeweils ersten Drei der Herren, Damen und Mixed Teams der jeweiligen Rennen. Zum Schluss die Gesamtsieger der Rennserie.
<img src="
http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20302.JPG">
Du bist ein bisschen bescheuert, suchst den Sinn des Lebens, stehst auf MTB und Laufen? Kanu fahren und Schießen sind für dich Sachen, die dich an Winnetou & Old Shatterhand erinnern? Eine Karte ist für dich nicht nur etwas, das dich ausweist oder mit dem du Geld abheben kannst? Du willst den ultimativen Kick? Dann melde dich an und bete, dass es regnet!
P. S. Meine Hochachtung gilt den Master Teams, die ALLE CP´s + optionalen auf einer Gesamtstrecke von 165 km erreichten, das Ganze in 24 Stunden!!!!!!!!! absolvieren.
@Stine: Danke für die Blumen, das kann ich zurück geben.
Hier ein
Bericht von Jena.TV