FINALE – Oho!

Schon wieder sind 14 Rennen vorbei – und das Finale in Buchholz stand vor der Tür. Ich hatte im Vorfeld etwas gemischte Gefühle. Einerseits habe ich mich gefreut, daß wieder ein Rennen ansteht und dann auch noch die große Gesamtsiegerehrung. Andererseits mußte ich bei uns in der Umgebung feststellen, daß die warmen Tage nach dem Wintereinbruch (Hilfe, im Winter gibt es Schnee…) nicht dazu geführt haben, daß schon wieder alle Wege eisfrei sind. Daher war ich skeptisch, ob die Strecke in Buchholz in rennfähiger Verfassung sein wird

. Hinzukam, daß ich mich in der Woche vor dem Finale einmal langgemacht hatte

(auf dem Weg zur Arbeit…) und mein rechtes Knie fifty shades of blue aufwies. Nochmal drauffallen wollte ich nun wirklich nicht. Aber was ist, wenn doch noch vereinzelt Eis auf der Strecke ist…
Und so fuhren wir am Sonntag Richtung Buchholz mit der ständigen Frage im Kopf „werde ich starten können bzw. wollen?“

. Als wir ankamen, gab es im Bereich des Schützenplatzes auch noch diverse Stellen mit viel Eis. Aber die Buchholzer haben einen großartigen Job gemacht und die gesamte Rennstrecke plus die wichtigsten Wege für die Zuschauer, Helfer etc. von Eis befreit

. Es gab nun überhaupt keinen Zweifel mehr daran, ob ich starten könnte. Im Gegenteil: auf meiner ersten Proberunde empfand ich den Waldboden als relativ weich. Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet.
Die erste Streckenbesichtigung erfolgte dann jedoch zu Fuß. In Begleitung von Goschi gingen wir den Kurs ab, um – auch aus Kommissärssicht – zu schauen, was hier vorbereitet wurde und ob alles sicher ist. Mein Eindruck nach der Begehung: Ganz schön viele Höhenmeter. Und auch Helge beschrieb den Kurs als „das ist ein wenig wie Achterbahnfahren“

. Als ich dann das erste Mal mit dem Rad auf der Strecke war, gab es für mich zwei Erkenntnisse: 1. Zwei der Bergauf-Passagen rollten sich ohne Probleme, weil es vorher schön bergab ging. Das macht Spaß

. 2. Wenn es bergauf ging und man dabei arbeiten mußte, meldete sich mein lädiertes Knie. Och nö

. So war das nicht geplant

. Ich hatte doch extra am Freitag noch getestet, ob Crossen geht oder Probleme bereitet. Und dann das. Nun ja, ich werde damit irgendwie umgehen müssen. Notfalls laufen.
Aber erstmal waren die anderen dran. In der Masters 3-Klasse hat sich der Gesamtführende und spätere Gesamtsieger Thorsten mal so mächtig in Schale geschmissen:
Genau hier hab ich mir dann auch angeschaut, welche Fahrmöglichkeiten es hier gibt. Entweder gerade durch wie gerade gesehen oder links vorbei:
Um es vorweg zu nehmen. Im Rennen fuhr ich meistens links, am Ende aber ab durch die Mitte. Es war beides gut fahrbar. Aber jetzt erstmal zum Anfang. Aufgrund der obigen Erfahrungen aus der Proberunde ging´s mit nicht allzu hohen Erwartungen an den Start.
Eigentlich waren ja 18 Masters-Frauen gemeldet. Schlußendlich am Start waren dann aber doch wieder „nur“ 12 Mädels. Gut, das ist jammern auf hohem Niveau, aber ich hatte mich eigentlich schon auf ein volles Starterfeld gefreut.
Nach einem ganz passablen Start hab ich mich etwas zurückgezogen, als die Straße auf meiner Seite etwas enger wurde. Ich wollte ja auf keinen Fall stürzen. Und so ging es am Schützenhaus vorbei rechts ab und leicht hoch ins Gelände. Hier kam es zum Stau. Ich sah das frühzeitig, stieg ab und wollte vorbeilaufen. Aber irgendwie war da ein Rad im Weg. Das mit dem schnell vorbeilaufen gelang dann nicht ganz. Beim Wiederaufsteigen hab ich auch noch einen taktischen Fehler gemacht. Ich bin zu früh wieder auf´s Rad drauf

. Andere sind weiter gelaufen und kamen dadurch schneller wieder in Schwung. So verlor ich kurzzeitig ein wenig den Anschluß, konnte dann aber zügig wieder zu Britta aufschließen. Am ersten Anstieg kam sie dann ein wenig ins straucheln. Das war für mich DIE Gelegenheit, an ihr vorbeizuziehen und erstmal ein paar Meter gutzumachen. Sie würde später eh wieder an mich rankommen – dachte ich… Und so ging es in die „Achterbahn-Passage“: runter, rauf, runter, rauf (alles im rollen und theoretisch ohne weiteres treten fahrbar), nochmal runter und dann sehr, sehr zäh bergauf. Hier hatte morgens mein Knie gemeckert. Aber jetzt im Rennen… nix. Wie toll!

Dann kann ich ja doch nahezu schmerzfrei fahren, was den Berg nicht angenehmer macht, aber immerhin.
Und so gab ich Gas, um mich weiter von Britta abzusetzen und vielleicht noch nach vorne schauen zu können. Diesen Anstieg hier im Hintergrund bin ich nicht gefahren. Irgendwie habe ich mir und meinem Knie das nicht zugetraut. Daher ging´s auch laufenderweise durch diesen „Sandabschnitt“, der ansonsten eigentlich gut fahrbar gewesen wäre.
Hatte man sich da wieder hochgequält, ging es über den Schulhof und die Treppe in Richtung Park. An der Treppe kam der Ruf „jetzt kommt der Abschnitt zum erholen“. Nun ja, wenn man denn in so einem Crossrennen überhaupt von Erholung sprechen kann

. Nach dem Park folgen die Senken. Auch hier fehlte mir in der mittleren Senke
ein bißchen der Mut oder das Selbstvertrauen in meinen Körper, das Ding mit Schwung hochzufahren, so daß ich mich hier zum ranfahren, kontrolliert absteigen und hochlaufen entschied. Michael meinte bei Ansicht dieses Bildes, ich sollte zum Ballett wechseln…
Aber ne, ich bleibe lieber bei Matsch und Dreck und Technik. Und so fuhr ich meine Runden – immer in dem Bewußtsein, daß Britta eigentlich von hinten kommen müßte – tat sie aber nicht

. Wie ich später erfuhr, hatte sie nach dem ersten Strauchler ein Kettenproblem, das sie länger aufgehalten hat. Ärgerlich für sie, gut für mich. Später holte ich sogar noch Fahrerinnen ein. Als Erstes kam ich an Mia, die vor uns mit der Elite gestartet war, vorbei.
Dann folgten zwei oder drei Hobbyfahrerinnen
und dann, in meiner letzten Runde überrundete ich sogar Astrid

. Ich bin ja scheinbar doch ganz gut unterwegs, denn zu Überrundungen komme ich sonst eher selten. Allerdings habe ich mich in der letzten Runde bei einem Wiederaufsteigemanöver selten dämlich angestellt und irgendwie mein (lädiertes) Knie gegen das Hinterrad gestoßen

. Das waren Schmerzen. Ich hab mich danach nur gequält und gehofft, daß Cordula von hinten kommt. Das tat sie auch. Und so ging´s für mich direkt nach der Zieleinfahrt
zu den Sanis, um das Knie zu kühlen. DAS hätte nun wirklich nicht sein müssen. Aber es ist ja zum Glück nichts schlimmes passiert. Als der Schmerz nachließ, ging es mir auch schon deutlich besser. Und ich konnte das Erlebte genießen und mich freuen.
14 Rennen, 14 Teilnahmen, 14x ins Ziel gekommen. Am Ende 7. der Gesamtwertung.
Ich bin zufrieden.
Kurz nach unserem Rennen kam dann sogar noch die Sonne raus. Wegen der anstehenden Gesamtsiegerehrung waren sowieso sehr viele Leute vor Ort. Und so gab es eine unglaublich tolle Atmosphäre auf und an der Strecke.
Ich persönlich habe mich besonders gefreut, daß ich Ledersattel und ContiRainer an der Strecke gesehen habe

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Nach den Rennen gab es dann noch die große Gesamtsiegerehrung, die dieses Jahr wieder in der großen Halle stattfinden konnte. Neben der Ehrung der Gesamtsieger und nachfolgender Plazierter wurde auch noch die Leistung einzelner Sportler besonders hervorgehoben. So ist Cordula Welt- und Europameisterin in ihrer Klasse. Loisa, Max und Armin konnten sich jeweils den Deutschen-Meistertitel in ihrer Klasse sichern. Was für eine starke Leistung, die zurecht gewürdigt wurde

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Außerdem hat dann noch Stephan Warda das Wort ergriffen und im Namen der Sportler ganz tolle Worte gefunden, um sich bei allen Verantwortlichen (Vereine, Helfer, Ehrenamtliche, Kommissäre, Sponsoren, aber auch Familienangehörige als Supporter) zu bedanken. Ohne diese tolle Zusammenarbeit wäre diese Serie nicht möglich. Mir hat er aus der Seele gesprochen

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Es war eine großartige Reise durch Norddeutschland mit vielen, sehr unterschiedlichen Rennen, aber immer wieder vielen netten Mitstreitern, Supportern, Helfern usw. Jetzt müssen wir wieder über ein halbes Jahr warten, bis es wieder losgeht. Genießt die Pause und kommt gut durch den Sommer. Wir sehen uns im September wieder

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