Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

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Beitragvon VeloC » 25.06.2015, 21:46

Stockumer Junge hat geschrieben:Vielleicht guck ich auch mal vorbei. Wenn nicht immer diese frühen Startzeiten wären...
Wir waren schon auf dem Sprung, haben uns dann aber aufgrund akuten Schlafmangels dagegen entschieden. Die CTF-Strecke sieht echt reizvoll aus, vielleicht nächstes Jahr?!

Neues von der Essener Radverkehrsfront:

Kampf den Lücken im Radwegenetz

178 % mehr Fahrradstraßen
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 27.06.2015, 00:14

Der Westen hat geschrieben:Auf hundert Straßen im Essener Stadtgebiet werden die Radler die Nummer Eins sein.
Da fehlt mir die Zeitabgabe. Das ist sehr viel, wenn es bis 2017 soweit sein soll (dann soll Essen den Titel "Grüne Hauptstadt Europas" tragen), sehr wenig, wenn dies erst bis 2035 passieren soll (wie in der Bewerbung für die „Grüne Hauptstadt Europas“ angekündigt).
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Beitragvon VeloC » 27.06.2015, 19:56

Yep, da bin ich auch mal gespannt, wie das konkret gedacht ist. Laut dem anderen Artikel wollen sie ja bis Ende Juni Butter bei die Fische tun, und die Pläne mal konkret vorstellen. Dienstag sollten wir demnach mehr wissen.

Von den Fahrradstraßen, so wie sie in Essen verwirklicht werden, erhoffe ich mir ohnehin nichts. Die tragen fast alle ein Zusatzschild "PKW und Motorräder frei" (ich hoffe, nur "fast", denn persönlich kenne ich keine einzige ohne dieses Schild), und sind zudem so schmal, dass es gar nicht möglich ist, als Autofahrer einen einzelnen Radfahrer unter Einhaltung des Mindestsicherheitsabstands zu überholen. Folglich ist es dort also völlig schnuppe, ob die jetzt "einfache" 30-Zone bleiben oder eine zusätzliche Tafel "Fahrradstraße" drangepappt kriegen. Nix mit "Das Schild 'Fahrradstraße' ändert alles". Aber ist natürlich schöne Kosmetik für die Statistik.

Interessanter sind die geplanten Lückenschlüsse, auch wenn 20 km in 5 Jahren nicht wirklich ambitioniert klingt. Aber auch kurze Stücke können deutliche Verbesserung bringen. Der geplante Bahntrassen-Radweg über den Segeroth-Park zwischen Altenessen und der Rheinischen Bahn würde beispielsweise die Berne-Route an den künftigen Radschnellweg anschließen, ohne (siehe oben)
VeloC hat geschrieben:dass man nachmittags unter der Woche als Radfahrer noch vor Erreichen des Startpunkts bereits den Kaffee auf hat.
Schauen wir mal! :P
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Beitragvon VeloC » 28.07.2015, 21:37

VeloC hat geschrieben:Laut dem anderen Artikel wollen sie ja bis Ende Juni Butter bei die Fische tun, und die Pläne mal konkret vorstellen.
Ende Juni ist lange vorbei, und das Schweigen dauert an. Naja, nicht ganz. Heute kam die erste Meldung seit der Ankündigung: Jetzt soll ein Netz aus Ladestationen für E-Bikes entstehen. Nette Idee, aber eindeutig nicht das drängendste Problem, wie die Kommentatoren #1 bis #3 schon schrieben. Der Essener ADFC liefert in seiner ausführlichen Stellungnahme zur Grünen Hauptstadt eine umfangreiche To-Do-Liste, die meine volle Zustimmung hat. Das mögliche Problem fehlender Ladestationen taucht dort gar nicht erst auf, demnach können die Klagen darüber bislang nicht so zahlreich sein. Hoffentlich ist diese Aktion der Stadt Essen nicht bloß ein Feigenblatt, das die sonstige weitgehende Tatenlosigkeit kaschieren soll!

Interessantere Neuigkeiten hat (mal wieder) der RVR im Gepäck: Es wird eine Machbarkeitsstudie zu einem zweiten Radschnellweg durchgeführt. Bis da konkret was draus wird, wenn überhaupt, dürften allerdings Jahre vergehen. Aber vielleicht klappt es ja doch noch vor meinem Renteneintritt...
Zuletzt geändert von VeloC am 26.08.2015, 21:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Helmut » 28.07.2015, 21:58

VeloC hat geschrieben:Heute kam die erste Meldung seit der Ankündigung: Jetzt soll ein Netz aus Ladestationen für E-Bikes entstehen.
Leider kann ich von dem Artikel nur die Überschrift lesen.
Der Westen lässt rechts keinen Srollbalken anzeigen. :mad:

Zum Inhalt: In der Tat ist das aus Sicht der Radfahrer ein Randthema. Das gilt auch für Pedelecfahrer in der Stadt, die i. d. R. zu ihren Touren mit einem hinreichend geladenen Akku losfahren. Sinn machen Ladestationen entlang eines Fernwanderweges.
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Beitragvon VeloC » 25.08.2015, 20:43

Leider scheint der Videoblog mittlerweile ohne jede Ankündigung oder gar Abschiedsworte eingestellt worden zu sein. Seit der Testfahrt mit dem Postrad im Mai ist nichts mehr gekommen. Schade! Dabei gehen die Themen in Essen weiß Gott nicht aus: Allein die Suche nach einer möglichen Antwort auf die Frage "Wie schaffe ich es als Radfahrer, vom Berthold-Beitz-Boulevard nach links in die Altendorfer Straße einzubiegen, ohne dabei wahlweise Kopf und Kragen zu riskieren oder mein Rad über vier Fußgängerampeln plus einen Zebrastreifen zu schieben?" könnte eine ganze Folge füllen.

Gern würde ich jetzt ersatzweise hoffnungsfrohe Neuigkeiten vom Radschnellweg Ruhr liefern, allerdings ist die Tage eine Hiobsbotschaft wie eine schmutzige Bombe eingeschlagen: Meine am 17.05. geäußerten Befürchtungen bezüglich der Planungen der Stadt Mülheim haben sich voll bestätigt, mein verhalten optimistischer Blick in die Zukunft am Ende des Beitrags bislang nicht. Wie eine Stadt es fertigbringen kann, eine solch geballte Ladung völliger Inkompetenz, um nicht zu sagen Strohdoofheit, an entscheidungsbefugten Stellen in Politik und Verwaltung zu versammeln, ist ein faszinierendes Phänomen, das Generationen von Studenten der Politikwissenschaften beschäftigen könnte:

"Hochpromenade"

Rasen verboten!

(Mit IE und FF lässt sich derwesten.de übrigens normal lesen. Nur der Adblocker beim FF kriegt viel Arbeit, daher recht langsam.)

Da hat sich die ach so fahrradfreundliche Stadt Mülheim mit ihrer Wortwahl versehentlich geoutet. Shit happens. Ob sie jetzt wohl achtkantig aus der AGFS fliegen? Viel Hoffnung habe ich nicht, die tolerieren bei ihren Mitgliedern noch ganz andere Sachen – Essen lässt grüßen. Ob sich der Radschnellweg noch retten lässt???

Immerhin schlägt die Sache jetzt endlich Wellen, sogar in Hamburg schüttelt man schon den Kopf über uns – ihr dürft euch gern anschließen!

Kommentar von VeloCityRuhr.net

Kommentar von hamburgize.com

Kommentar des ADFC Essen – Facebook-Link


Fortsetzung am 26.08.:

Hoppla, Kommunikation vergessen? Aber das wollen wir im Dienste der trauten Harmonie mal nicht so hoch hängen. Geht ja auch bloß um ein in Deutschland bislang einzigartiges Projekt und um ein paar läppische Milliönchen an Steuergeldern. :cry:

RVR fordert bessere Abstimmung

Vorlage V 15/0648-01
"RadWANDERweg" – noch Fragen?!

Kommentar im Blog des ADFC NRW – Vorsicht, Sarkasmus trieft raus!

VeloCityRuhr.net fragt: Radverkehrsfreier RS1?
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Beitragvon VeloC » 08.11.2015, 08:34

Die Stadt Essen hat einen Imagefilm zum Thema "Radfahren in Essen" rausgebracht. Unter den Essener Alltagsradfahren war das bisherige Feedback eher negativ. Mich würde mal brennend interessieren, wie dieser Film auf Radfahrer wirkt, die noch nie in Essen gefahren sind und somit völlig unbeeinflusst von eigenen Fahrerlebnissen im dortigen Verkehr. Findet sich ein freiwilliger Tester?

Video: Essen steigt um aufs Rad

;-)
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Beitragvon MarkusH » 08.11.2015, 09:17

Erster! :D

Ich finde es ist ein typischer "Werbefilm". Die Stadt stellt sich selbst als Ultra-Fahrradfreundlich und -geeignet dar und die Autos sind gaaaanz böse Teufel, die nur hupend im Stau rumstehen.
Wenn das Radfahren in Essen wirklich so toll ist, wie dargestellt, dann ist das ja auch schön. Ich habe aber meine Zweifel, ob das mit den übrigen Verkehrsteilnehmern wirklich alles so harmoniert.
Der Ausbau von alten Bahntrassen zu Radwegen ist aber keineswegs "einzigartig in Europa". Hier im bergischen und Sauerland z.B. gibt es auch mehrere solcher Strecken.
Alles in allem finde ich den Film für Leute die Interesse an Mobilität auf dem Rad haben ansprechend. Für wen das kein Thema ist, der wird hierdurch aber wahrscheinlich auch nicht umgestimmt.
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Beitragvon Knud » 08.11.2015, 23:37

Man könnte meinen, dass man in Essen so viele Bahnstrecken still gelegt hat, dass man daraus ein flächendeckendes Radwegenetz gemacht hat. Was lernt man: Gute Radwege werden außerhalb der Sicht der Autofahrer geführt, entlang von Flüssen usw.
Nur warum fahren zum Schluß die Gruppen alle auf normalen Straßen ihne Radspur?

Fazit: Netter Imagefilm, man fragt sich immerhin, ob es in Essen wirklich besser ist als anderswo. Knud
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Beitragvon VeloC » 10.11.2015, 21:46

Danke für eure Rückmeldungen! Markus, über die angebliche Einzigartigkeit der zu Radwegen umgebauten Bahntrassen bin ich auch gestolpert. Dafür ist diese Seite hier ganz schön umfangreich. Was die Harmonie angeht: Wo in Essen Rad- und Autofahrer aufeinandertreffen, besteht akute Kriegsgefahr. Man freut sich jedesmal, wenn sich alltägliche Verkehrssituationen friedlich und freundlich abwickeln lassen, das kommt ja durchaus vor. Mit der Harmonie auf den geteilten Rad- und Fußwegen ist es sehr wechselhaft, bei uns wie überall anders auch. Mit sozialisierten Leuten klappt es selbst bei Hochbetrieb prima, mit den Vollpfosten gibt es sogar bei relativer Leere Zoff. Wenn Rüpelradler auf Rüpelfußgänger treffen, sollte man Popcorn griffbereit haben. :mrgreen:

Knud, mit dem flächendeckend, das ist leider der Knackpunkt. Die zahlreichen umgebauten Bahntrassen bei uns sind wirklich während der schnee- und eisfreien Zeit (Reinigung und Winterdienst gibt es auch auf den asphaltierten Trassen nicht) ein großer Pluspunkt und lassen sich, wenn man nicht gerade auf die kürzeste Strecke aus ist, auch gut in die Alltagswege integrieren. Sie reichen halt bloß nicht in die Innenstädte hinein. Da bleiben je nach Einfallsrichtung noch diverse Kilometer übrig, und die sind dann wirklich nur für geübte Radfahrer mit guten Reaktionen und starken Nerven fahrbar. So komfortable, breite Radstreifen wie am Anfang des Film sind eher die Ausnahme und finden sich nur dort, wo ihre Einrichtung keinerlei Einfluss auf die Anzahl der vorhandenen Autospuren hatte.

Ich habe mal versucht, den Film aus der Perspektive eines vom MIV-Kollaps (sehr realistisch dargestellt!) dauergenervten Essener Autofahrers zu betrachten, und zu überlegen, ob ich jetzt wohl ans Umsteigen denken würde. Aber dann würden mir die ganzen Radfahrer einfallen, die da täglich mit mir im Autostau feststecken oder alternativ hinter gestrichelten Linien zwischen meiner Beifahrertür und den Fahrertüren der geparkten Autos versuchen, den Rückspiegeln rechts und links auszuweichen. Daraufhin wäre ich vermutlich dankbar, im Auto sitzen zu dürfen, und könnte somit deutlich entspannter im Stau stehen als vorher. Also schon ein positiver Effekt!

Scheinbar hat die Stadt Essen inzwischen selber gemerkt, dass das Video nicht so wirklich gelungen ist, jedenfalls kann man es nicht mehr ansehen. Es wäre zu schön, wenn die zuständigen Leute nun statt weiteres Geld in Imagekampagnen zu verbrennen, sich einfach mal an die Arbeit machen würden. Auf den To-Do-Listen, die sie u.a. vom ADFC regelmäßig ausgehändigt bekommen, stehen viele Dinge, die wenig oder sogar gar kein Geld kosten würden, die Sicherheit und die Motivation zum Radfahren aber deutlich steigern könnten. Das positive Image käme dann von ganz allein. Wunschdenken ist ja mal erlaubt… Und der regelmäßige Vergleich mit Hamburg bleibt spannend!
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Beitragvon VeloC » 23.11.2015, 20:35

Man glaubt es ja gar nicht, der Videoblog wird doch fortgesetzt! :D

Folge 15

Gefahren am Baldeneysee - Radfahrer vs. Fußgänger

Die vielbeschworenen rüpelhaften Rennradfahrerhorden sind mir dort übrigens noch nie begegnet. Allerdings meide ich den Baldeneysee bei schönem Wetter auch weiträumig, während es sich bei denen vermutlich um ausschließliche Schönwetterfahrer handelt. Oder um eine Legende, wie die von Johnny Cash besungenen Ghost Riders in the Sky...
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Beitragvon VeloC » 26.11.2015, 22:10

Folge 16

Radschnellweg Ruhr – Die Verbindung Essen-Mülheim ist fertig!

Morgen früh um 10:00 ist Eröffnung. Hab mir extra frei genommen. :D
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Beitragvon olaf » 27.11.2015, 11:20

VeloC hat geschrieben:Folge 16

Radschnellweg Ruhr – Die Verbindung Essen-Mülheim ist fertig!
Das Ganze auch noch einmal zum nachlesen. ;)

http://www.derwesten.de/region/a40-fuer ... 24558.html

Die Kommentare der ewig gestrigen Autofraktion darf man gerne ignorieren oder sich eine :qualmen: und :mad:
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Beitragvon Helmut » 27.11.2015, 21:33

Der Westen hat geschrieben:100 Kilometer langen Rad-Autobahn
Kein Wunder, wenn Nicht-Alltagsradfahrer den Sinn der Strecke nicht begreifen. Die dient ja nicht dazu, dass einige bis zu 100 km am Stück darauf fahren, sondern um allen Menschen entlang der 100 km langen Strecke einen Radweg anzubieten, auf dem sie schnell von A nach B kommen, auch wenn zwischen A und B nur 5 km zu fahren sind.
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Beitragvon VeloC » 27.11.2015, 22:29

Hast du vollauf recht, allerdings verstehe ich dabei die geknickte Logik dieser Nur-Autofahrer nicht. In den Diskussionen kommen sie zum Thema Radschnellweg immer mit dem Argument, dass doch wohl keiner mit dem Rad täglich 100 km einfachen Weg pendeln würde. Daraus folgt aber doch direkt, dass beispielsweise die A7 ausschließlich zu dem Zweck gebaut wurde, dass die Südbayern und Nordösterreicher täglich per Auto ihren Arbeitsplatz in Flensburg oder Dänemark erreichen können. Ich kenne aber keinen einzigen, der das tut ("Ich kenne aber..." habe ich mir ebenfalls von diesen Diskutanten ausgeborgt).

Daraus wiederum folgt, die A7 wäre ebenso überflüssig wie alle anderen Autobahnen auch. Die Massen an Autos, die sich auf den deutschen Autobahnen täglich stauen, wären demnach pure Einbildung, denn was sollten die dort suchen – die Südbayern auf dem Weg zum Arbeitsplatz in FL mal ausgenommen. Die Frage habe ich mehrfach aufgeworfen, nie wurde sie mir beantwortet. Trotzdem kommen die beim nächsten Artikel wieder mit genau demselben Schmu. Bei derart riesigen Scheuklappen an vielen Lenkrädern braucht man sich über die ganzen Abbiegeunfälle echt nicht weiter wundern!

:roll:
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Beitragvon VeloC » 19.12.2015, 13:54

Radfahren in Essen aus Sicht eines Heimkehrers aus Freiburg: Es könnte so schön sein...

Das extrem aggressive Verhalten zahlreicher Autofahrer kann ich bestätigen. Ist ähnlich wie in Hamburg, nur dass bei uns der Autoanteil nochmal deutlich höher liegt. Hamburg hat ja immerhin einen Nahverkehr, der für den naiven Ruhry wie eine Vorschau aufs Paradies wirkt, außerdem trotz aller Schikanen einen weit höheren Radverkehrsanteil als wir. Der Fluchtimpuls vorwiegend älterer Radfahrer auf den Fußweg (in Hamburg ersatzweise auf die winzigen Fake-Radwege) ist verständlich, aber das Gegenteil einer Lösung, da dort ja gerade auch kein Platz ist, und man so nur neue Gefahrensituationen schafft.

Auf der Straße sollte man einigermaßen mittig auf der Fahrbahn fahren, das gilt ja nicht nur in Essen. Aufgerissene Türen parkender Autos sowie tiefe Schlaglöcher und abgesackte Gullys sind immer einzukalkulieren, so dass man sich mit krampfhaftem Rechtshalten und daraus folgenden plötzlichen Ausweichmanövern unnötig selber in Gefahr bringt. Auch an roten Ampeln ohne besondere Radführung ist es klüger, sich mitten auf der Fahrbahn aufzustellen, dann kommt keiner auf die Schnapsidee, sich wie im Artikel beschrieben noch daneben zu drängen. Allerdings erlebt man es ziemlich regelmäßg, dass aufgebrachte Autofahrer diese entgangene Chance mit dem Grünwerden der Ampel von der Nachbarfahrspur aus dann unbedingt nachholen müssen. Gestern schon wieder erlebt. :cry:

Dem Loblied auf Freiburg stehe ich leicht skeptisch gegenüber. Das letzte Mal war ich vor ziemlich genau zwei Jahren dort, leider nur wenige Tage und mit Arbeit zugedeckt. Mein Eindruck von der "Radfahrstadt" war gar nicht so positiv. Erstens schienen mir ganz subjektiv in dem kalten nassen Wetter noch weniger Radfahrer unterwegs zu sein als bei uns. Radfahrer im Pott sind recht hart im Nehmen und mit guter Regenkleidung ausgestattet, das schien im sonnenverwöhnten Baden nicht der Fall zu sein. Die vielgelobten Radfahrtrassen boten für die wenigen Winterradler genug Platz, im Sommer stelle ich mir die aber brutalst verstopft vor, wenn dann wirklich so viele unterwegs sind. Zudem wetteifert die Freiburger Polizei seit Jahren mit den Paderborner Kollegen, wer die radfahrerfeindlichste Berichterstattung Deutschlands liefert. Entsprechend fällt in den Radklimatests für Freiburg auch regelmäßig die Benotung der Pressearbeit aus. Kann jemand eigene Erfahrungen aus dem sonnigen Süden beisteuern?
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Beitragvon VeloC » 23.12.2015, 13:32

Wer sich bereits in Essen oder Dortmund auskennt, kann an einer Umfrage teilnehmen:

Radfahren im Ruhrgebiet: Essen

Radfahren im Ruhrgebiet: Dortmund

Wirklich gut aufgemacht. Allerdings sollte man sich für das Ausfüllen doch lieber eine halbe Stunde statt 10 Minuten reservieren. Jedenfalls, wenn man die Möglichkeiten, seine Kritikpunkte loszuwerden, wirklich nutzen will. ;-)
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Beitragvon VeloC » 11.01.2016, 22:06

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, hat die (von Anfang an mit berechtigter Skepsis gemischte) Hoffnung der Essener Alltagsradfahrer auf positive Veränderungen der Stadt durch die Wahl zur "Grünen Hauptstadt Europas 2017" inzwischen völliger Ernüchterung Platz gemacht. Der Essener ADFC fasst das hier treffend zusammen.

Dass im November 2015, wie im letzten Absatz beschrieben, die gerade erst beschlossenen Gelder für die Radverkehrsförderung gleich im Anschluss wieder zurückgezogen wurden, um sie stattdessen für die Folgen "fragwürdiger" Machenschaften im Zusammenhang mit dem Bau des RWE-Stadions zu verbrennen, war der angeblich wichtigsten Tageszeitung des Reviers seinerzeit übrigens keine Erwähnung wert.

:mad:
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Beitragvon VeloC » 17.01.2016, 18:39

Die Stadt Essen hat letztes Jahr damit begonnen, ihre Radfahrer zu zählen. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor. Die Verwaltung stellt überrascht fest, dass sich zu den erwarteten Freizeitradlern tatsächlich zahlreiche Berufspendler gesellen. Jetzt echt, in Essen fahren Menschen freiwillig mit dem Rad zur Arbeit? :shock:

Otto Normal-Radpendler dagegen staunt über diese Verblüffung. Wer schon mal im morgendlichen Berufsverkehr in den Stau an den Drängelgittern mitten auf der Grugatrasse geraten ist, hat keine Fragen mehr. Wenige Meter von diesen entfernt findet übrigens die aktuelle Messung statt. Auf die logische Folge der Auswertung sollte man zwar besser nicht hoffen. Trotzdem ist die systematische Datenerhebung schon mal ein Anfang. Mit jeder neuen Veröffentlichung von Ergebnissen wird es schwieriger für die Autolobby, ihre Behauptung, Radfahren sei ausschließlich ein Schönwetter-Freizeitvergnügen, für das mitten in der Stadt keinerlei Raum vorzusehen sei, aufrecht zu erhalten. Sorry Leute, Shit happens!

Wenn ich bloß wüsste, ob ich als Rollerfahrer auch gezählt werde – die Zählanlage an der Alster ignoriert mich ja fast immer, während Olaf auch mit Roller als Radfahrer registriert wird... :?

WAZ-Bericht

Infoseite der Stadt Essen
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Beitragvon VeloC » 02.02.2016, 18:48

Ergänzung zum Beitrag vom 11.01.2016:

Die fußballverliebte und und an moderner Mobilität reichlich desinteressierte WAZ hat den Skandal unter den Tisch fallen lassen, die Zeit aber nicht. Danke dafür!

Essen: Wo Tore mehr zählen als Räder
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Beitragvon VeloC » 08.03.2016, 21:38

ADFC: Stadt Essen muss jetzt mehr für die Radfahrer tun

Genau genommen wäre es überfällig, dass die Stadt Essen was für sich selber bzw. für alle ihre Bürger tut, indem sie einen großen Teil der Blechlawinen und Abgaswolken mitten in der City abbaut und damit erstmals seit Jahrzehnten dort wieder so etwas wie Lebensqualität ermöglichen würde. Wird aber dargestellt, als ob es darum ginge, so einer kleinen dreisten Lobbygruppe in den Hintern zu kriechen. Steigert die Beliebtheit "der Radfahrer" natürlich mal wieder ungemein. :roll:
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Beitragvon VeloC » 24.05.2016, 21:07

Der Videoblog ist wohl endgültig eingestellt, aber so hin und wieder gibt es in der Essener WAZ doch noch ein paar Worte zum Thema Radfahren, und meist ist unser bewährter Radreporter Martin Spletter dafür zuständig. Verblüffend finde ich, wie wenig er sich offenbar trotz langjährigem Alltagsradfahren in der StVO auszukennen scheint. Gelegentlich fiel das ja schon im Videoblog auf, aber in letzter Zeit häuft es sich wirklich. Ich habe auch immer geglaubt, es sei eine Frage der journalistischen Berufsehre, Wissenslücken zu schließen, bevor man die vor einer großen Leserschaft entblößt. Von Harterbrocken oder seiner Frau habe ich solche Patzer jedenfalls nie erlebt. Das scheint nicht allgemeingültig zu sein…

Wenn man es aber schafft, da großzügig drüber wegzulesen, kriegt man aus diesen beiden Artikeln durchaus treffende Stimmungsbilder für die beschriebenen Wege. Mein Chef hat letztens die Frechheit besessen, als Rennradfahrer (bergab Richtung Kettwig mit über 45 km/h) den unbenutzbaren Pseudo-Radweg an der Meisenburgstraße zu boykottieren. Daraufhin versuchte eine Streifenwagenbesatzung, ihn an diese Pflicht zu erinnern, indem sie ihn gezielt in den Grünstreifen abdrängte. Nach seiner Aussage waren zwischen seinem Lenker und deren Außenspiegel keine 50 mm Abstand mehr. Immerhin waren sie bei der anschließenden Diskussion von seiner kalkweißen Gesichtsfarbe und seinem Zittern am ganzen Körper gnädig genug gestimmt, ihm ein Bußgeld zu ersparen. :cry:

Essens schlechtester Radweg führt nach Kettwig

Wie man die Innenstadt mit dem Rad entdeckt
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 28.08.2016, 14:03

Folge 17

Neue Rad-Route führt durch den wilden Essener Osten

Im Westen was Neues, könnte man auch sagen, zumindest im Osten des Westens ein kleines bisschen was: ein lang schon versprochenes Stück Asphaltierung und ein paar neue Schilder und Markierungen. Der Panik der Anwohner um die befürchtete Reduzierung ihrer Parkplätze hat die WAZ seinerzeit übrigens einen eigenen Artikel gewidmet.

Ansonsten lassen sich die aktuellen Entwicklungen im Essener Radverkehr eher zusammenfassen als "Still ruht der See". Von einem möglicherweise durch das kommende Jahr als Grüne Hauptstadt Europas ausgelöstem Schub ist rein gar nichts zu spüren. Ohne die Critical Mass könnte man glatt vergessen, dass es im Essener Alltagsverkehr tatsächlich Radfahrer gibt. :sad:
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 11.11.2016, 22:18

Olaf und ich konnten uns heute nicht aufraffen, zur Critical Mass nach Essen zu fahren. Beide einen sauharten Arbeitstag hinter uns plus jeweils morgens und abends 1,5 h Fahrt, und dann hätten wir direkt nach Ankunft zuhause wieder los gemusst. Dafür haben wir es letzte Woche Donnerstag zu "Essen kontrovers" geschafft, einer Diskussionsreihe von NRZ und VHS Essen. Diesmal zum Thema "Wem gehört die Straße?".

Hier der Bericht in der NRZ. Wer entdeckt uns in der Zuhörermenge? Am meisten schockiert hat mich der Planungsamtsleiter, obwohl ich durch zahlreiche Zitate von ihm in der Zeitung schon vorbereitet war. Der Mann wird regelmäßig im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften und Runden Tischen von ehrenamtlich Engagierten förmlich überschüttet mit Ideen und Anregungen zum Thema zukunftsträchtige Verkehrsgestaltung in Essen. Denn dass ihm selber nichts einfällt, wie er auf dem Podium so treuherzig bekannte, ist allgemein bekannt. Wäre ja auch gar nicht nötig, er hätte in den Jahren seiner Amtszeit einfach nur mal auf den reichen Erfahrungsschatz seiner Gesprächspartner von der Essener Fahrrad-Initiative, dem ADFC, dem VCD etc. zurückgreifen müssen. Aber nee, das wäre ja mit Aktivität verbunden, und womöglich macht man sich noch politisch unbeliebt...

Auch nicht besser der Leiter der Verkehrsdirektion der Polizei Essen: Auf den Essener Straßen ist man als Radfahrer förmlich zum Abschuss freigegeben für amoklaufende oder smartphonende Autofahrer, die Lebensgefahr ist ständiger Begleiter und die Unfallzahlen sollten alarmieren, tun sie offenbar aber nicht. Als ich nach meinem schweren Unfall im September beim Arzt eintrudelte, war ich in der laufenden Woche bereits der 6. Radfahrer, der ohne eigenes Verschulden von einem Auto gerammt worden war. Nur in seiner Praxis natürlich, und angeblich gibt es ja in Essen mehr als einen Unfallarzt… Und dem Oberpolizisten fällt zum Thema "Radfahrer" nur ein, dass die besser kontrolliert werden sollten und er sich dafür Fahrradstreifen wünscht. Ich hätte spontan eher an Zivilpolizisten mit Abstandsmesser und Dashcam am Lenker gedacht, wie dumm von mir!

:mad:

Vor einigen Tagen erinnerte die WAZ nochmal an den Aufruf zur Teilnahme am Fahrradklimatest. Unter dem Artikel gibt es noch mehr "Volkes Stimme", wobei ausnahmsweise die Radfahrer die Mehrheit stellen.

Den letzten Link für heute lasse ich mal unkommentiert: Rentner klagt gegen Fahrradstraßen in Essen.
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 01.02.2017, 15:18

Folge 18 oder außer Konkurrenz?

Die perfekte Strecke für winterliche Fahrradtouren in Essen

Es scheint ewig her, dass der größte Aufreger unter Essener Radnutzern der fehlende Winterdienst war. Inzwischen gibt es härteren Stoff...

:roll:

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