Focus Weser-Ems Cross Cup '14, Lohne-Vechta (Ber.+Bilder)

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Helmut
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Focus Weser-Ems Cross Cup '14, Lohne-Vechta (Ber.+Bilder)

Beitragvon Helmut » 02.01.2015, 02:01

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Norma Tiemann von Andis Radsportfotos hat für das Challenge Magazin die Hobbyfahrer des Focus Weser-Ems Cross Cup im Rahmen des Deutschland Cups in Lohne-Vechta beobachtet und abgelichtet. Zitat:

Die TeilnehmerInnen bekamen es also mit gefrorenem Boden und stellenweise Glätte zu tun. Der 3,1 km lange Kurs wurde für die Hobbyfahrer entschärft und verkürzt. So durften sie an der Stadiontreppe vorbeifahren statt sie hinaufzulaufen und der sogenannte Galgenberg – ein steiler Sandhügel, mit einem Baumstammhindernis auf halber Höhe – war auch aus dem Rennverlauf herausgenommen.

Wie auch in Lohne am Aussichtsturm wurden alle Hobbyklassen gemeinsam auf die Strecke geschickt. Somit tummelten sich 79 FahrerInnen gleichzeitig auf dem Parcours.


http://www.challenge-magazin.com/cms/in ... 2&Itemid=1

Bild: Andis Radsportfotos
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Janibal
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rotlicht

Beitragvon Janibal » 03.01.2015, 22:34

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Bild Andi R.

Kurze Regenerationszeit. Gerade noch hier http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/ ... php?t=8934 ungerade gefahren, schon klingelt das Handy (SchlafAPPruch aktiviert). Die warme Bettdecke ist um 4:30 Uhr noch nicht richtig in Form und so verliert sie den Kampf und lässt los. Manchmal gibt halt der Klügere nach.

Die Drehzahl im Kopf ist schon weg, guter gesunder Obstsalat ersetzt Obstler und andere Kräutersäfte. Noch die sieben Sachen

1. Helm/Schuhe/Winterkleidung
2. CX
3. CD mit Stromgitarrenklängen
4. Janina
5. Getränk
6. Handy/Geld/Karten
7. Nebelhorn

gepackt und ab zum Basislager. Das liegt in Jenfeld bei Los vannos. Jörg ist auch schon da. Aber nur, weil ich den Helmut `09 mache und die übliche viertel Stunde zu spät komme. Musste noch Eis kratzen. Die roten Rücklichter auf der Autobahn haben mir den Weg gewiesen. Nicht so schön wie die untergehende Sonne beim Weihnachtscross, aber so ein bisschen fühlte ich mich schon wieder als Cxboy, poor lonesome and fahr, fahr away from home. Aber nur bis zum Basislager, dort warteten schon die anderen Cxboys. Schnell umgesattelt und mit dem weißen Crossmobil in den Süden, kurz bis hinter Maschen. Dann nach Westen, im Osten begann die Dämmerung nach einer kristallklaren Nacht. Nordisch by nature.

Nur wenig konnte ich meine so strAPPazierten Äuglein schließen, denn sobald der Kopf an die Scheibe fiel, fror er dort fest. Irgendwann wurde mir aus dem Cockpit neben Tee auch ein Eiskratzer gereicht, um die Scheibe vom Eis innen zu befreien. Die Morgenröte fiel ins Crossmobil.

Lange Anfahrt, kurzer Sinn. D-Cup mit Hobbyklasse. 40 min, zwei Mal. Ich Hobby ü40 (superSenioren) und Jörg Lizenz Sen2, aber eigentlich sind wir Cxboys. Mein Rennen um 10 Uhr, Jörg später. Jörg kennt sich so wunderbar aus und im D-Cup ist die Strecke wirklich gesperrt, wenn Rennen ist. Also gleich mal die Räder montiert, Startnummer im riesigen kalten Festzelt geholt, nebst Transponder. 2 x die Strecke abgefahren, da noch kein Rennen läuft. In fetter Jacke und dicken Handschuhen. Die Temperaturen sind mit -5 Grad nach lange nicht im roten Bereich. Auch nicht in der Sonne, die es schon handbreit über dem Horizont geschafft hat. Noch ein Gang auf die gemischte Toilette und ein paar Meter warmfahren am Parkplatz sorgen für rote Wangen, aber keineswegs für lockere Beine. Wiederum Jörg erinnert mich den baldigen Start. Ich rolle hin, leide etwas unter Gewohnheit vom Stevens.cup und stelle mich hinten an. Im Weser-Ems Cup ist es aber so, dass nach Alter und dann nach Schönheit aufgestellt wird. Punkte aus vorherigen Läufen spielen auch noch eine kleine Rolle.

Schon als ich die Winterhose ausgezogen habe, startet der erste Block. Hobby unter 40 Jahre, mit dem Doppelsieger nach Weihnachten Mirco. Ich würde sagen, er braucht demnächst eine Lizenz zum Gewinnen.

Noch bevor ich meine Winterjacke aus habe, rücken die Ü40 Hobbies an die Startlinie. Jetzt komme ich in Schweiß, alle fahren los, ich ziehe mir den ersten Handschuh an. Als Letzter über die Startlinie mit beiden Handschuhen an den Fingern. Rote Laterne, roter Kopf. Ich bin kein Startwunder, aber so schlecht war ich noch nie, never ever. Und gleich rein in den Berg.

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Schon die Laterne abgegeben. Leichtes Sodbrennen, wohl von gestern.

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Kurz durch das Kiefernwäldchen gekreiselt und zurück ins Pferd-, Fußball-, Speedwaystadion.

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Weiter über den Dressurparkur für Gäule und Aufsassen.

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Und ab in den Wald, eine Fünfergruppe hat sich gebildet, ein 29“er hält auf, der Kollege der RG Hamburg findet es gemütlich dahinter. Es könnte schneller gehen, also ein paar aufmunternde Worte. Überholvorgänge setzten ein. Nun Lücke zu fahren. Habe ich doch Pirat Heiko vor mir gesehen. Weit vor mir.

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Schon wieder werde ich gebremst. Doppellaufsteg, weiter laufen im Sand (Jens Schwedler ist das gefahren, er war aber nur zum Spielen da) und nach der Wende aufspringen. Kollege St. Pauli steigt vor mir auf, gefühlte Ewigkeiten später rollen wir bergab. Wer hier nicht in den Pedalen ist, der bekommt die Kurve unten nur schwer und auch die folgende Welle wird nicht leichter.

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Noch etwas Strecke vorbei an McDaisy und zurück in den Zielbereich.

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Hier wartet ein Sandkasten auf dem Parkplatz, der zum Glück gefroren ist. So rollt es in ihm besser und dann heißt es Schwung für den Berg mitnehmen.

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Kette rechts und oben Blut ins Stadion kotzen.

Einen gewissen Drang nach vorne verspüre ich, aber auch ein Rest von gestern. Die altersübliche Spritzigkeit vermisse ich, so hole ich zu viel Luft in der nächste Runde, kann zwar von Fahrfehlern vor mir profitieren, Heiko ist aber nicht in Reichweite. Kann er so einen guten Tag haben? Und so schlecht ist meiner doch auch nicht, die Reste von gestern sind eigentlich schon rausgeschwitzt. Am Sandkasten fahre ich zu ihm auf, rufe seinen Namen! Das weckt ihn, besser ist es höflich zu grüßen, wenn mein Hinterrad vor seiner Nase ist. Das denunziert. Gerade im Sandkasten kontert mich der Mann in gelb, der hat hier nichts vor mir zu suchen. Vollgas hinterher in den Berg, Heiko hellwach auf der anderen Seite von ihm. Kurz vor oben reichen wir das gelbe Trikot in der Mitte durch. Leider muss ich vor Heiko im Stadion kotzen, zu viel Schwung.

Jetzt läuft die Strecke, kenne viele Wurzeln und auch die physikalischen Eigenschaften der Kurven. Heiko folgt mir. Laufsteg, McDaisy, Glocke. Schon letzte Runde. Noch mal viel geben, aber nichts gewinnen. CX Rennen werden von vorne gewonnen, wer verschläft kommt später rein. Eine Runde mehr wäre schön gewesen, auch wir Hobbies können 40 min Freude ertragen.

Die Startregel, dass alle Hobbies zusammen in einem Rennen sind, ist Top, so sind mehr Leute auf der Strecke, bei der Rundenlänge drohen auch nicht so schnell Überrundungen. Auch die Hobbydamen hinter den SuperSenioren (SenÜ40) fahren zu lassen, hat keine Proteste ausgelöst. Gut wäre allerdings, den Start anzukündigen. Eine Minute noch, 30 s noch, 10 s noch, 3, 2, 1. Dann hätte ich meine Handschuhe angehabt. Oder rote Lichter wie in der F1.

Gleich zum Crossmobil und umziehen. Mit nur einem Trikot wurde es am Bauch etwas kühl. Die erwarteten roten Flecken zeigten sich blau, wurden aber bald rot, unterstützt von leichten Kribbeln. Red Zone.

Kurz noch Staubi vom ESK unterrichtet, dass die Strecke an manchen Stellen eisblank gefahren ist, denn nun ist Start für seinen Junior. Nur StreckenUNkenntnis schützt vor Treppchen. Die sind schnell durch und es drohen die Sen2 mit Jörg. Jetzt ist die Strecke auch erweitert, was auch eine schlaue Eigenschaft vom WEC ist. Die Hobbies fahren einen weichgespülten Schonwaschgang . Erst wer die Lizenz hat, geht durch den Hauptwaschgang bei 95 Grad und kann sich hinterher würdevoll als ganzer Hero bezeichnen. Ich hätte gerne das Hauptprogramm gehabt, war er doch um Treppenlaufen im Stadion und Anstieg mit Stufe am Galgenberg erweitert. Dieser Anstieg kam nach dem Laufsteg. Der Jens Schwedler hat es im freien Training vorgemacht, mit Anlauf und viel Schwung in den Berg rein, die 25 cm hoch springen und dann nur noch drücken. Im Rennen der Elite haben es 4 Fahrer nachgemacht.

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Da es D-Cup ist, muss Dano bei den Sen2 starten. Knelly ist entschuldigt in der Südsee. Und er deutsche Meister Mr. Berner. Ambitionen sind also vorhanden. Für Jörg bringe ich mein CX in die Wechselzone. Hier tobt das Fachwissen, hier ist Plan, die Bundestrainer und hier kochen die Gerüchte. Mitten drin, aber ganz anders, die Zeitung der CX Szene, charmant, unscheinbar und frei, Petra. Nicht das Modeblatt fürs goldene Alter, sondern die Dame von Dano. Sie kennt sie alle, weiß Neuestes vom Bund, hat lichtstarke Objektive für Beweise dabei, kümmert sich um Termine und freut sich mit Dano über den Geländesport. Dabei. Dabei und unersetzlich. Sie macht Spaß.

Auch wenn mein Fahrer auf der anderen Seite vom Feld um den letzten Platz kämpft und Dano um den ersten, es gibt kein schlecht und gut. Es gibt nur schöne Tage mit sportlicher Unterstützung und schlechte Tage mit Grippe im Bett. Für Fahrer, Begleiter, Zuschauer und Organisatoren. Im Kreis.

Wie schon gesagt, es ist Hauptwaschgangzeit. Dauert auch über 40 min. Jörg ist noch entfernt, doch auf seinem Rücken ist schon ein roter Schein. Runde für Runde wird er stärker. Wo vorne Dano sich mit Mr. Berner absetzt, gibt es hinten Zusammenschlüsse. In der Petra steht, das wird schwer heute. Selbst mein Nebelhorn weckt keine Körnchen mehr. Dabei sieht das alles noch viel geschmeidiger aus als in der Hobbyklasse. Aber das ist halt der Unterschied. Hobbies hat jeder, Arbeit die wenigsten. Anwesenheit reicht hier nicht.

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Dano überschreitet die physikalischen Grenzen und legt sich danieder, in der letzten Runde, ich berichte es der Wechselzone hinter dem Berg. Petra ist schon nicht mehr da, scheinbar weiß sie es schon. So ist der deutsche Meister vorne, leider wird die rote Laterne noch an Jörg übergeben, nachdem ein Kettenabwurf alle Chancen und jegliche Geschwindigkeit nimmt. Am Ende fehlt eine viertel Runde, so spricht Mann auch von Rotlichtviertel. Immerhin kommt es noch zu schönen Bildern.

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Aber zurück zu den wirklich schönen Dingen. Damenrennen und ich darf zuschauen, mein Nebelhorn mit dabei und voll entspannt, bin ich doch schon gefahren und weiß, wie heute Staub aufgewirbelt wird. An meiner Seite Mirco und Marit (M&M). Und Axel, gerade noch aufs Treppchen bei den Hobbies gefahren. Vorhersagen für die Damen gehen in Richtung schwarzweißrot. Die Stevensfarben. Die Junioren fahren vor, gefolgt von den Stevensdamen. Vorhersage trifft ein. Lange ziehen die beiden Damen ihre Runden.

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Wie im Sen2 Rennen geht es hier für alle anderen um Erfahrungen für die Deutsche Meisterschaft nächstes Jahr zu sammeln. Dieser Ort wird Geschichte schreiben. Nicht nur heute,

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zumal am Galgenberg, das ist der Anstieg nach dem Laufsteg, sich Lisa und Jessica laufend tuschierten und Jessica ohne Drehmoment ins Ziel laufen muss.

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Man, welch Einsatz. Nicht so wie ich, der bei einer offenen Krankenwagentür gleich reinstürmt (http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/ ... php?t=8826) Liebe Frauen dieser Welt…

Es geht noch weiter. Eliterennen. Nicht nur zwei handvoll Starter, sondern 50. Das sind 10 handvoll. Voll hoch das fahrerische Können und die Geschwindigkeit. Wie schon gesagt, der Galgenberg wurde von 4 Fahrern gefahren, der Laufsteg, wie von mir auch, getragen. Sicherheitsgründe. Und alles über 60 min.

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Und alles in weißschwarzrot, Stevens halt. Nur Max W. aus Stuttgart konnte unter den ersten sieben Plätzen etwas andere Farben verteilen. Die besten Beine hatte im Sprint Ole Quast, ganz knapp vor Paul Lindenau. Die Fans hat es gefreut.

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Die Siegerehrung betrifft uns dann weniger und auch die virtuelle rote Laterne war schon übergeben, an Jörg für den meisten Platz nach hinten und mich für den schlechtesten Start. So stellten wir eine Kerze aufs Armaturenbrett, hinten die Laternen rechts und links an Auto und auf zum nächsten Imbiss. Hier verzichteten wir auf roten Ketschup, Pommes weiß soll es in Mengen geben. Wenigstens der Magen hat Freude und diese wird auch auf das Kleinhirn übertragen. Für uns kann die DM 2016 kommen. Dann wird Los vannos auch fahren und wir stehen ohne Helfer da. :-(

Jetzt noch mal kurz raus und sehen, ob ich auch Baumstämme bergauf springen kann, ob ich Rabatt im Rotlichtviertel bekomme…

Liebe Leute in Vechta, ihr habt Kraft und Talent und ein so schönes großes Zelt, auch wenn es nicht BDR-konform ist, legt doch die Strecke da durch. Eines kleines Stück in Richtung Belgien/Holland.

Bilder:

https://plus.google.com/photos/10638552 ... rDrv8ex1QE
St. Jan
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Beitragvon Pirat Heiko » 04.01.2015, 15:06

Es war die reine Freude, euch da zu treffen und unser Doppel-Überholmanöver im Berg wird dem Mann in gelb in Erinnerung bleiben. :-)

Und ich supporte euch nächstes Jahr! Versprochen! ... nehme die Räder im Depot entgegen, putz sie, reiche sie zurück und werde anfeuernde Worte finden....
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Beitragvon Jacfm » 04.01.2015, 19:05

Schöner Bericht Janibal, der macht Lust auf mehr da im nächsten Januar zu fahren.

Und Heiko, wieso zugucken und supporten, ich dachte, wir fahren da zum Crossen mit allen Piraten hin, um die Meisterschaften zu rocken. :D
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Beitragvon Pirat Heiko » 04.01.2015, 19:11

Ja! Auf jeden Fall starte ich da wieder beim Jedermannrennen... So wie auch kommenden Sonntag... Muss sein. :-) Aber falls da einige in den "richtigen" Rennen starten, muss doch jemand mit Lizenz (habe eine "sportlicher Leiter Lizenz") im Depot bereitstehen... Und das werde ICH (wenn gewuenscht) gerne sein.... :-)

Joerg faehrt ja bereits die Lizenzrennen... Also wenn, also nur wenn.... Du auch eine ziehen solltest.... Einen Betreuer hast du bereits. :-)
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Beitragvon Jacfm » 04.01.2015, 21:38

Lizenzrennen, hm, verlockend, dort nicht im Schongang, sondern den Hauptgang zu fahren.
Aber hab ja noch etwas Zeit zum Überlegen und meine Form wieder herzustellen. ;)

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