Cyclocross WM 2019 Bogense, 2. und 3. Februar (Berichte und Bilder)

Mike667
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Cyclocross WM 2019 Bogense, 2. und 3. Februar (Berichte und Bilder)

Beitragvon Mike667 » 02.02.2019, 21:10

Moin,

die ersten Bilder von Samstag sind online und hier zu finden.
Am Samstag gab es folgende Rennen: Junioren (m), U23 (m) und Frauen. Bei den Junioren startete Jasper Levi Pahlke aus Hamburg. Er wurde 42. in der Gesamtwertung von ca. 70 Startern.
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Mike667
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Re: Cyclocross WM 2019 Bogense, 2. und 3. Februar (Berichte und Bilder)

Beitragvon Mike667 » 04.02.2019, 15:37

Wahrscheinlich fanden nur die Kitesurfer den starken kalten Wind am Vormittag während der U23 Frauen Rennens gut.

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Bis zum Nachmittag hatte die Sonne den Boden gut angetaut und aufgeweicht. Auch der Wind flaute für das finale Rennen der Männer ab. Des einen Pech ist des anderen Glück ...

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Die Bilder vom Sonntag gibt es hier.
Von Sonja kommen auch noch Bilder.
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sonja1
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Re: Cyclocross WM 2019 Bogense, 2. und 3. Februar (Berichte und Bilder)

Beitragvon sonja1 » 07.02.2019, 09:37

So, da isser nun - mein Bericht:

Cross-WM in Bogense/Dänemark – das ist ja nur etwa 2,5 Stunden von Hamburg entfernt. So eine Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder. Da MÜSSEN wir dabei sein. Gesagt, getan, Hotel gebucht, Karten gekauft und dann hieß es warten bis Anfang Februar. Letzten Freitag ging es dann endlich los Richtung Norden. :D Die Autofahrt war trotz Freitag Nachmittag sehr entspannt und ruhig. Stau war in Dänemark nur in der Gegenrichtung. Und so trafen wir relativ entspannt am frühen Freitag Abend in unserer Unterkunft ein. Kurz nach unserer Ankunft konnten wir feststellen, daß auch Belgier hier untergebracht sind: das eine oder andere alkoholische Getränk :kipprein: stand zum Kühlen vor der Zimmertür, was bei diesem Hotel gleichbedeutend mit „an der frischen Luft“ ist.

Am nächsten Morgen sind wir relativ frühzeitig zum Veranstaltungsgelände, das direkt an der Ostsee liegt, aufgebrochen.

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Wir wollten uns in aller Ruhe erstmal ein Bild von der Lage verschaffen und die besten Plätze zum zugucken heraussuchen. So waren wir schon etwa 1,5 Stunden vor dem ersten Rennen vor Ort und konnten den ersten Fahrern beim Training zuschauen. Der Kurs in Bogense bestand im wesentlichen aus Wiese.

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Es gab ein paar Brücken und eine Passage mit Hürden, die jedoch leider für Zuschauer kaum einsehbar war. Der technisch schwierigste Teil war an einem Hang, den es mehrmals zu erklimmen galt. An einer Stelle ging es jedoch nicht gerade rauf bzw. runter, sondern es war ein klassischer, aber recht tückischer Schräghang.

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Hier zeigte sich auch gerade bei den beiden ersten Rennen des Tages (Junioren und U23), wie schwierig dieser Teil war, denn es hatten doch einige Fahrer hier so ihre Probleme. Das ist ganz eindrucksvoll – zeigt es doch im Ergebnis, wie gut die Elitefahrer sind, bei denen das dann immer so einfach aussieht.

Im Rennen der Junioren konnten wir sogar einen Hamburger Teilnehmer anfeuern. Jasper Levi Pahlke durfte mitfahren und ist mit Rang 42 von ca. 70 Fahrern im soliden Mittelfeld gelandet.

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Das Rennen der Elite-Damen war sehr spannend. An der Spitze war es ziemlich orange – lauter niederländische Fahrerinnen. Unter ihnen ein blaues Trikot aus Belgien: Sanne Cant.

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Und wer gewinnt? Belgien. Irgendwas haben die Niederländerinnen da wohl falsch gemacht, aber unsere belgischen Hotelnachbarn hatten gute Laune. :swingen-2: :chearleader: Bei der Siegerehrung haben wir gesehen, daß die Zweitplazierte geweint hat. Uns war zunächst nicht klar, ob es Tränen der Freude oder der Enttäuschung waren. Später haben wir gelesen, daß es Enttäuschung pur war. Es war die Fahrerin, die beim Radwechsel (!) gestürzt war. Ihr Mechaniker (und Vater…) hat offensichtlich das Rad zu schnell weggezogen. Sie war noch im Pedal. Und das ging dann schief. Sternesehen Ärgerlich, aber zum Cross-Sport gehört es eben auch, möglichst wenig Fehler zu machen.

Und dann war der erste Tag auch schon wieder vorbei. Zum Glück kam noch ein zweiter. Und das war wirklich genial. Wir sind morgens erst ein wenig durch das Fahrerlager geschlendert und haben die Ruhe vor dem Sturm genossen.

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Es folgte ein kurzer Messerundgang.

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Und dann sollte es auch schon losgehen. Es waren – gefühlt – noch viel mehr Zuschauer da als am Tag zuvor. Und die Fans sind ja teilweise echt interessant gekleidet:

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Zudem waren die Belgier gut gelaunt. Sie hatten ja schon ihre Weltmeisterin. :Aetsch: Die Niederländer hofften auf die beiden Rennen am Sonntag – und sollten nicht enttäuscht werden. Erst durften die U23-Fahrerinnen auf die Strecke. Sonntag war es viel sonniger als am Vortag, aber bis das Hochdruckgebiet da war, gab es reichlich Wind. Das war bestimmt nicht das angenehmste für die jungen Fahrerinnen. Ich hatte mir hier mal den Start angesehen.

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Da konnte ich einem interessanten Gespräch folgen. Neben mir standen Deutsche. Sie waren offensichtlich als Fans für die einzige deutsche Teilnehmerin in diesem Starterfeld vor Ort. Als der Aufruf der Fahrerinnen kam, fragte die Frau ihre Begleitung „Hast Du ihre Nummer mitbekommen?“. Er verneinte. Sie sagte „ach, das ist ja blöd“. Ich hab mich dann eingemischt und ganz dezent darauf hingewiesen, daß man die einzige (!) deutsche Fahrerin auch gut am deutschen Trikot erkennt… :mad:

Vom Rennverlauf selbst habe ich nicht so viel mitbekommen, weil ich die Gelegenheit nutzen wollte, an verschiedenen Rennabschnitten zuzuschauen. Mir war nämlich da schon klar, daß ich dazu am Nachmittag beim Rennen der Männer keine Gelegenheit mehr haben werde. Ich habe aber mitbekommen, daß das Rennen sehr orange war. Die Plätze 1-3 gingen in die Niederlande.

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Da war die Stimmung unter unseren holländischen Freunden natürlich riesig.

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Bilder können das nur unzureichend wiedergeben. Das MUSS man einfach mal erlebt haben.

Die Siegerehrungen am Sonntag wurden von dem dänischen Prinz Frederik vorgenommen. Er ließ es sich dann auch nicht nehmen, das Gelände in Augenschein zu nehmen und sich die Strecke erklären zu lassen. Hätte er nicht sein ganzes Sicherheitspersonal um sich herum gehabt, hätte man ihn vermutlich kaum erkannt. Er war recht unscheinbar.

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Und so kam es auch zu einer ganz lustigen Frage eines Zuschauers zu seinem Begleiter, der diesen Troß rund um den Prinzen sah: „Which one is the prince?“… :Sehrlachend:

Zum Nachmittag hin machten wir uns dann ca. 1,5 Stunden vor Rennbeginn auf zu den Hängen, um möglichst gute Plätze zu bekommen. Aber auch dann haben wir nur Plätze in der 3. Reihe bekommen. Andere, die in der 1. Reihe standen, waren teilweise schon seit 8:30 Uhr (!) dort und haben die Stellung gehalten. So gesehen war die 3. Reihe noch ziemlich gut. Zum Glück schien die Sonne, so daß die Warterei nicht so kalt war. Aber dann ging es endlich los. In den ersten Runden war es wirklich ein spannender Kampf an der Spitze: Gewinnt der Dominator dieser Saison, Mathieu van der Poel, oder doch wieder – wie letztes Jahr – Wout van Aert. Und was ist eigentlich mit Toon Aarts? Geheimfavorit? Es war zu Beginn spannend, aber dann zog Mathieu van der Poel an und war auf und davon. Das Rennen war, was den Weltmeistertitel angeht, dann eigentlich nach etwa 20-30 Minuten entschieden. Aber dahinter wurde es spannend. Wout van Aert war lange Zweiter, aber Toon Aarts kam immer näher und war dann eigentlich drauf und dran, ihn zu überholen und Vizeweltmeister zu werden. Und dann … im allerletzten Abstieg vom Hang kam er zu Fall.

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Nicht schlimm, aber es reichte, damit Wout van Aert doch wieder an ihm vorbeiziehen und Zweiter werden konnte. Puh, war das spannend. Und die rennentscheidende Szene passierte genau vor unseren Augen. Supercool!

Das Schöne am Persönlich-vor-Ort-sein ist aber auch, daß man auch die hinteren Plätze verfolgen und sehen kann. Das wird ja im Livestream/TV meistens nicht gezeigt. Und so konnten wir auch den einen oder anderen Sturz am Hang

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und die tolle Stimmung miterleben. So wurden insbesondere die dänischen Fahrer immer frenetisch angefeuert und gefeiert. :Laola: Großartig! Unter den dänischen Fahrern war auch Joachim Parbo – dem einen oder anderen aus dem Cyclocross-Land bekannt.

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Mit Joachim haben wir hinterher auch noch kurz sprechen können. Angesprochen auf das Rennen sagte er nur „es war schrecklich“… Wie ein Straßenrennen, ohne Pause. Er kritisierte auch das relativ lange Asphaltstück und die langen ebenen Passagen. Es war in der Tat ein – wie ich finde – untypischer Crosskurs mit viel Wiese und eigentlich nur dem Hang als technische Herausforderung. Sand und Matsch – Fehlanzeige. Das wäre aber auch das einzige, was ich an diesem Wochenende kritisieren kann. Der Rest war super. :Empfehlung:

Auf dem Weg zurück zum Auto haben wir noch den Weltmeister aus dem Pressezelt kommen sehen.

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Dann haben wir noch ein wenig Abendstimmung in Dänemark in uns aufgesogen, bevor es Richtung Heimat ging.

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Ein großartiges Wochenende geht zu Ende.

Ein paar Bilder von mir (eher so Stimmungsbilder und Randeindrücke, denn die Sportbilder kann Mike667 einfach viel besser mit seiner Kamera einfangen) gibt es am Ende von den Sonntagsbildern von Mike667: https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/2 ... urar-2019/
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Re: Cyclocross WM 2019 Bogense, 2. und 3. Februar (Berichte und Bilder)

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 07.02.2019, 15:10

Sehr schön - vielen Dank für Bericht & Bilder! :Empfehlung:

Ich habe das Ganze (stilecht mit einer Tüte dänischer "KIM`s"-Chips) vorm PC per belgischem Livestream verfolgt. :zwinkern: Nur schade, dass es hinsichtlich des neuen Weltmeisters ab der 5. Runde nicht mehr so richtig spannend war.
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Re: Cyclocross WM 2019 Bogense, 2. und 3. Februar (Berichte und Bilder)

Beitragvon Ü40-Cyclist » 10.02.2019, 11:47

:Unentschlossen: Moin zusammen,
Sonja und Mike haben ja schon sehr ausführlich in Wort und Bild vom WM-Wochende berichtet. :GrosseZustimmung:
Dem gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen. Im Nachhinein muss ich sagen, hatte man vor Ort doch einen besseren Überblick über das gesamte Renngeschehen, gerade was die Positionskämpfe jenseits von Platz 6 betraf. Marcel Meissen hat z.B mit Platz 8 ein starkes Rennen geliefert und
war so gut wie nie in der Liveübertragung zu sehen. Wir konnten seine starke Aufholjagd verfolgen und ihn anfeuern.
Ansonsten haben Stefan und ich bereits am Freitag die Gelegenheit genutzt und den WM-Kurs selbst unter die Pneus genommen. An dem Tag war der Boden an vielen Stellen noch gefroren und Knüppel hart. Ich habe unsere erste Testrunde mit meiner Onboard-Kamera aufgezeichnet. Es zeigt die Fahrweise eines Hobbyfahrers :Wein: , wir waren uns allerdings einig, dass auch wir nach weiteren Trainingsrunden unsere Zeit hätten deutlich verbessern können. Der Beginn des offiziellen Trainings ließ das allerdings nich mehr zu. Leider bin ich zu do.., um das Video hier auf vernünftig Art und Weise einzustellen. Wer helfen kann/will, bitte kurze Info an mich, dann kann ich einen Download-Link zum Video versenden.

War ein super WE
Game on! CX Grüße Mario ;-)
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