11. Tour d'Energie, Göttingen (Berichte + Videos)

Deichfahrer
Danish Dynamite
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11. Tour d'Energie, Göttingen (Berichte + Videos)

Beitragvon Deichfahrer » 26.04.2015, 20:10

Endlich ging für mich die Rennrad Saison in Göttingen los. Lange einsame Trainingsrunden können echt mürbe machen und deswegen fuhr ich mit viel Vorfreude heute aus der schlummernden Stadt Hamburg die A 7 entlang. Mein Weggefährte Volker Stauder war auch mit und so wurde die Fahrt nicht langweilig.

Wettervorhersage war irgendwas von Regen und doch wurden wir trocken in Göttingen erwartet. Startunterlagen wurden schnell abgeholt und etwas Frühstück. Rennräder wurden startbereit gemacht, weiterhin trocken mit Sonne. Die Temperaturen spielten auch mit, so dass die Muckis nicht einfrieren konnten.

Nach dem Start ging es schnell aus Göttingen raus in die wellige Landschaft. Die ersten Anstiege kamen, ich fühlte mich saufit, trotz kurzer Trainingsvorbereitungen und so konnte ich doch zügig vorankommen. Auch Tempobolzen an der vordersten Front war möglich für mich und doch musste ich mit meinen Kräften Haushalten, mein ständiger Begleiter war den Hohen Hagen zu bezwingen.

Angekommenen vor dem Hohen Hagen fing es ausgerechnet an zu regnen, kalt wurde es und doch hatte ich nur noch 30 km bis zum Ziel. Das Wasser kam wie ein Bach den Hohen Hagen runter und somit war für mich Vorsicht geboten und auch die Abfahrt. In einer sehr gut funktionieren Gruppe ging es nach Göttingen zurück. Gemeinsam mit Volker Stauder erreichten wir heil und glücklich unser Ziel.

Es hat richtig Spaß gemacht und Göttingen hat wieder alles richtig gemacht. Dafür großes Dankeschön an Helfer und Veranstalter. Da ich die wellige Landschaft mit imposanten Anstiege einfach mag, ist Göttingen 2016 wieder in meinem Programm.
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bort
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Beitragvon bort » 27.04.2015, 14:08

Alle Zutaten für eine 1A Veranstaltung, die man so schnell nicht vergessen wird, waren dabei: eine schöne und anspruchsvolle Strecke, eine TOP Orga, die keine Wünsche offen lässt und für Freunde des wechselhaften Wetters gab es on top viele Spielarten des typisch deutschen Aprilwetters. :)

Wir waren mit 11 Mitgliedern der Equipe Wedemark auf der 100 km Strecke am Start und stärkten uns natürlich zuerst am Frühstücksbuffet in der Sparkassen Arena, bevor es gegen 11:00 Uhr bei (noch) strahlendem Sonnenschein auf die Strecke ging - per Lautsprecher gab die Tourleitung den Teilnehmern noch mit auf dem Weg, dass ab 13:00 Uhr mit Schauern zu rechnen sei...

Das zuerst noch kompakte Feld zerstob am ersten nennenswerten Anstieg bei Deiderode in Einzelgruppen und ich verlor den Anschluss an meine drei Teamkollegen, die aus dem selben Block wie ich gestartet waren. Also hieß es mit anderen Gruppen mitfahren, was aber gut klappte.

Bei immer noch optimalem Wetter mit nur mäßigem Wind aus Südwest ging es auf trockenen Straßen zügig weiter nach Hann-Münden und von dort Richtung Hemeln. Bisher lief für mich alles gut, ich hielt bewusst die Körner für die zwei verbleibenden Anstiege,von Hemeln durch den Bramwald und zum Hohen Hagen hinauf, zurück.

Kurz hinterm Bramwald öffnete der Himmel wie versprochen seine Tore und es gab eine ordentliche Ladung Regen. Von dort an wurde der Rest der Tour zur Wasserschlacht. Auf dem Weg zum Hohen Hagen wurde wettertechnisch in Form eines Gewitters noch eine Schippe draufgelegt. Wie von Deichfahrer berichtet, lief das Wasser sturzbachartig die Rampe am Hohen Hagen hinunter und es regnete wirklich wie aus Eimern. Hut ab vor den vielen Zuschauern an der Strecke, die trotz des Wetters dort ausharrten und die Teilnehmer anfeuerten!

Die Abfahrt vom Hohen Hagen bin ich aufgrund der nassen Strecke sehr vorsichtig angegangen und habe dort einiges an Zeit liegengelassen, aber ich wollte heile wieder in Göttingen ankommen. Auf den letzten 20 km ließ der Regen dann endlich nach und es ging flott in Richtung Ziel.

Im Zielbereich sah man viele fröstelnde und klatschnasse, aber auch glückliche Teilnehmer, viele in von den Helfern verteilte Rettungsdecken gehüllt, um nicht völlig auszukühlen. Alle meine Teamkollegen kamen wie ich wohlbehalten ins Ziel und nachdem wir schnell in trockene Klamotten geschlüpft sind, haben wir uns mit Pasta und alkfreien Weizen gestärkt, bevor wir die Rückfahrt angetreten sind.

Mein persönliches Ziel war, unter 3 h zu bleiben, das habe ich wie im letzten Jahr nur knapp verfehlt, aber damit ist dann auch schon mein Ziel für 2016 festgelegt.

Alles in allem - wie erwähnt und im Vorfeld erwartetet - wieder eine tolle Veranstaltung - für das Wetter kann der Veranstalter ja nix und außerdem trägt sowas zur Legendenbildung bei.
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Don Vito Campagnolo
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 27.04.2015, 14:10

So, zurück von der "Tour d l'Eau". Dieses Mal waren wir von Team Hamfelder Hof ein recht übersichtlicher Haufen: Dirk, Frank, Holger, Kai und ich waren abends noch im Gasthaus Rennschuh lecker essen, Sascha hatte sich hierzu wg. "Wetterdepression" abgemeldet. Na, immerhin war er am Renntag parat. Als weiterer Teamverbundener war noch Dittmar im Rennen, allerdings nicht unter Team-ID gebucht - schäm dich!

Die Wetterporgnose sagte für den ganzen Tag zwischen 70-85 % Regenwahrscheinlichkeit voraus, allerdings mit stündlich nicht mehr als 0,1 mm Niederschlag. Mag sein dass das in Göttingen hinkam, außerhalb irgendwie jedoch nicht - dazu später mehr. Morgens hatte es noch ein wenig geregnet, rechtzeitig zum Start war es dann aber trocken und mit Blick auf die Prognose blieb die Regenjacke im Auto.

In den Startblöcken waren wir fein säuberlich von A (schätze ich mal für Dittmar) bis F verteilt. Statt in B zu starten, habe ich mich allerdings zu Holger in C gesellt, so war schon mal die Chance gegeben für "betreutes Fahren" zu üben.

Recht weit hinten aus dem Startblock losgefahren, war es gefühlt sehr viel unruhiger als sonst üblich. Nach der Neutralisation waren auch rasch zwei größere Stürze passiert, die es großflächig zu umfahren galt, ehe man so recht in freie Fahrt kam.

Wie üblich mag ich die ersten 30 km des Rennens nicht so sehr: Kaum sichtbar mit 1-2 % ansteigend kostet es bei dem Anfangsgeballer selbst in gutem Windschatten schon mal merklich ein paar Körner. Ab ~ km 15 zieht es dann auf 4 % an und das ist dann üblicherweise der Moment, wo ich mich umorientiere, sprich: Ausschau halten, wo sich vielleicht ein Grüppchen für die humanere Gangart gruppiert und die Bolzer davonziehen lassen. So auch diesmal, was dann mit dem Rückgang der HF von 93 % in gemäßigtere Gefilde belohnt wurde und auch das Sodbrennen im Magen lies bald darauf nach.

Holger natürlich wie üblich: Halleluja vorneweg, als hätte die Strecke nicht > 1.200 HM, sondern nur deren 200. Etwa 10 km später kam er dann wieder in Sicht, irgendwie hatte er wohl auch seine Gruppe sausen lassen - spannte sich aber bei meiner Gruppe gleich wieder vorne ein, um nahtlos weiterzumachen. So ging es dann zum fiesen Stich nach Meensen, wo ich recht passabel raufkurbelte, oben im ausflachenden Teil aber noch kräftig Gas geben musste, um Anschluss an das sich neu formieren Grüppchen zu finden.

Die folgende Abfahrt im Trockenen war anfangs mit zu viel herumeiernden Fahrern noch etwas beschwerlich, erst hintenraus konnte ich das Rad dann ein bisschen freier rollen lassen, so dass die Nadel auch mal bis über 73 Sachen kam.

Im folgenden Flachstück lief die Gruppe zwar recht ordentlich, aber so richtig Zug & Speed war nicht drin - das war in den Vorjahren doch etwas flotter. Gleiches galt dann auch wieder für die Strecke zwischen Bramwald und Hoher Hagen und von Hagen bis nach Göttingen rein - alles ein wenig beschaulicher als sonst. Inzwischen kam sogar die Sonne durch und die Klamottenwahl erwies sich zu diesem Zeitpunkt als goldrichtig: kurz-kurz mit Arm- und Knielingen, wobei die Armlinge nun schon in den Rückentaschen verstaut waren.

Die lange Bramwaldsteigung ging zwar recht flüssig, aber mit doch langsamer als noch im Vorjahr, als es dort extrem gut lief. Dieses Mal war ich hier schon bei den nur 4-6 % auf dem zweitleichtesten Gang unterwegs, weswegen ich ein wenig vor mich hingrübelte, was wohl werden sollte, wenn es am Hohen Hagen noch mal steil wird. Aber egal, erst mal das hier wegkurbeln. Mit flüssigen Tritt ging es dann hinaus, rechtzeitig vor der Kuppe noch mal wieder an Fahrt zulegen, um wieder Gruppenanschluss zu finden - klappte wunderbar.

Einige km vor dem Hohen Hagen begann es dann zu regnen: Erst leicht, dann normal, dann kräftig und dann mit allem was die geöffneten Schleusen hergaben. Nass bis auf die Knochen ging es nun also weiter und für das bunte Rahmenprogramm sorgten noch Blitz und Donner und bergauf kamen schon kleine Sturzbäche entgegen. Den Hohen Hagen hinauf dachte ich noch: "Hmm, ist ja auch mal ein neues Erlebnis in Starkregen hier hoch zu fahren." Kaum zuende gedacht, begann es noch zu hageln. Vielleicht haben dieses Umstände ein wenig die Wahrnehmung verschoben, aber rein vom Gefühl her lief es zum ersten Mal in 6 Jahren hier recht fluffig hinauf, der Blick auf die "Bergsprintwertung" sagt aber: Sogar noch 6 Sekunden langsamer als im vergangenen Jahr, und da fühlte es sich wesentlich beschwerlicher an. Aber gut, vielleicht haben Regen, Hagel und Kälte ein wenig davon abgelenkt, dass die Kurbelei ja auch noch anstrengend war.

Ganz gewiss aber war es gestern die wohl langsamste Abfahrt von Hohen Hagen herab. In den ersten drei Kurven waren wieder ein paar Hindernisse in Form noch langsamerer Abfahrer im Weg, erst hintenraus ging es dann nur wenig gebremst auf der Ideallinie herab. Nun war die Lage recht übersichtlich und zusammen mit einem weiteren Fahrer machte ich mich daran, wieder Gruppenanschluss zu finden, was glücklicherweise bis Jühnde gelang.

In leich hektisch-unruhiger Fahrt ging es dann eher gemächlich zurück nach Göttingen. Im Ziel fing ich schon bei der Transponderabgabe mit dem Zähneklappern an, also gab es dieses Mal keine Pasta- und Weizenstärkung, sondern ging auf direktestem Weg zurück ins Hotel unter die heiße Dusche. Ein wenig in der Lobby chillend und zwei Cappucini später rollten dann Holger und Dirk an und nachdem die beiden auch wieder stadtfein waren, ging es staufrei zurück gen Heimat.

Tja, was bleibt: Das von den äußeren Bedingungen her mit Abstand härteste Göttingen, aber dank taktisch guter Einteilung ordentlich aus der Affäre gezogen. Dennoch eine harte Trainingseinheit und die Erkenntnis, dass in den nächsten 2 Monaten noch einiges zu tun ist.
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F75 Pilot
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Beitragvon F75 Pilot » 27.04.2015, 15:12

Das erste Mal bei der 100 km Strecke dabei. Über allem stand das Fragezeichen, ob ich die Strecke so früh nach dem Winter bewältigen könnte oder ob ich nicht irgendwann einen Einbruch erleben würde. Irgendwie habe ich es aber ganz gut überstanden und richtig arbeiten mußte ich am Sonntag auch.

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Eingeteilt war ich in Startblock F. Vielleicht ein bisschen ziemlich weit hinten. Da ich ein lausiger Bergfahrer bin, war meine Strategie in den flachen Abschnitten Zeit gut zu machen. Bis zum ersten Anstieg wollte ich es schnell angehen lassen. Insofern reihte ich mich vorne in den Startblock ein. Nur leider spielte das Wetter nicht so ganz mit. Der Gegenwind bremste die Führungsgruppe aus F doch ziemlich ein und meine Versuche die Nase in den Wind zu halten, waren nur von kurzer Dauer.

Ab Klein Schneen wurde es unübersichtlich. Das Feld mischte sich mit den Nachzüglern aus Block E und ich verlor den Anschluss an die vorherige Gruppe. Spätestens in Meensen war auf der Strecke Hochbetrieb und ich machte mir schon Sorgen wegen der kommenden Abfahrt. Aber irgendwie zog sich doch das Feld auseinander. Den kurzen Gegenanstieg auf der Abfahrt nach Wiershausen konnte ich trotz der vielen Mitstreiter volley nehmen und mußte erst bremsen, als ich wieder auf der kleinen Kuppe war. Insgesamt sind die Leute dort sehr vorsichtig gefahren. Es wurde viel gebremst. Glücklicherweise gab es für mich auf der linken Seite Platz genug, um vorbeizufahren.

In Hann. Münden angekommen, fand sich zunächst niemand, der Tempo machen wollte. Ich hatte das Gefühl, als würde ich mich auf einem Radwandertag für Seniorinnen befinden. Also faßte ich mir ein Herz und zog die Meute mit Tempo 40 raus ins Wesertal. Der 10 % Hügel hinter Gimte beendete dann meine Fahrt im Wind. Zum Dank für meine Mühen wurde ich durchgereicht.

Hinter dem Bramwald gab es dann ein paar erholsame Abfahrten, die mich wieder zu Kräften kommen ließen und so ging es dann in mittlerweile strömenden Regen zum Hohen Hagen, den ich zwar nicht schnell, aber ziemlich gelassen hochfahren konnte. Oben angekommen hatte ich das Gefühl, als wenn der Regen noch einmal stärker werden würde. Ich fühlte mich aber noch fit und stürzte mich in die Abfahrt. Die engen Kurven im Wald nahm ich natürlich vorsichtig. Zurück auf der Landstrasse konnte ich aber eine ganze Reihe von Fahrern überholen, die eher am herunterrollen waren. Eine Gruppe, der ich mich anschließen konnte, war nicht in Sicht. Ab Jühnde durfte ich dann wieder eine Meute bis zum Anstieg nach Volkerode anführen. Danach bildete sich eine Gruppe heraus, die mit recht gutem Tempo bis zur Ziellinie in Göttingen fuhr.

Insgesamt bin ich ganz zufrieden. Es wäre wohl noch etwas mehr drin gewesen, aber mal hat man Glück mit den Gruppen und mal nicht. Zumindest weiß ich, dass meine Kondition das Winterloch überstanden hat und dass ich den nächsten Rennen entgegenfiebern kann.

Stürze direkt habe ich keine gesehen. Dafür aber viele Reifenschäden. Es war sicherlich nicht hilfreich, dass der Landkreis Göttingen es nicht geschafft hatte alle Schlaglöcher auszubessern. Für das nächste Jahr sollte hier mehr Druck gemacht werden. Gerade hinter Jühnde ist die Strasse in einem miserablen Zustand.
Zuletzt geändert von F75 Pilot am 27.04.2015, 15:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Deichfahrer » 27.04.2015, 15:37

Zum Thema Schlaglöcher: Es wurde in einer Mail vom Veranstalter darauf hingewiesen, die Probematik mit den Schlaglöcher nach dem Hohen Hagen. Auch erwähnte der Veranstalter die schnelle Bearbeitung der Asphaltarbeiten und doch nicht ganz geschafft haben. Mail kam noch Samstag vor dem Start.
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Stauder Volker
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Beitragvon Stauder Volker » 27.04.2015, 19:24

Ein großes Lob an den Veranstalter. Die anspruchsvolle Strecke mit vielen rasanten Abfahrten war sehr gut abgesichert und auf Gefahrenstellen wurde rechtzeitig und umfassend hingewiesen. Auf den unzureichenden Zustand vereinzelter Straßenabschnitte wurde vortags per E-Mail hingewiesen und diese Streckenabschnitte sind bei Mehrfachteilnehmern bekannt. Also alles keine Überraschung.

Gemeinsam mit Deichfahrer angereist, trafen wir am Start noch Tribelix, der sich in einen der vorderen Startblöcke einreihte. Seine Begleitung, Stine, durfte etwas zurückgesetzt starten. Gemächlich ließen wir die ersten zehn Kilometer angehen. Bei der ersten Steigung, Richtung Mollenfelde, verlor ich Deichfahrer aus den Augen und wir fanden uns wieder bei der Abfahrt vom Hohen Hagen nach der Ortschaft Jühnde. In dieser dann großen Gruppe von rd. 30 Fahrern fand sich auch Tribelix wieder und wir fuhren als geschlossenes Feld ins Ziel.

Die ersten siebzig Kilometer blieb der Himmel geschlossen, dann aber setzte bei der Anfahrt nach Dransfeld und hinauf zum Hohen Hagen bis in das Ziel der Regen ein, begleitet von Gewitter. Auch :regenschutz: half da nicht mehr. Gut, dass die Temperatur im zweistelligen Bereich blieb. Wir wurden wieder von zahlreichen Zuschauern am Streckenabschnitt mit :Laola: und Samba-Musik unterstützt. Der Regen konnte die Begeisterung am Straßenrand und im Zieleinlauf nicht beeinträchtigen. Das ist einer der Gründe - und Ansporn für die Fahrer -, bei der Tour de Energie dabei zu sein.
: Kreisel :
Ein :Danke: an den Veranstalter. Rundherum war alles perfekt und im Ziel gab es :Freibier:, das Gute von Jacobinus. Einer der Gründe, warum ich gern in Göttingen starte. Wir selbst haben keine Stürze mitbekommen, aber viele technische Pannen wahrgenommen. Es wurde nach meiner Wahrnehmung dem Witterungsverhältnissen angepasst gefahren. In der Presse wurde von vier gestürzten Fahrern aus dem vorderen Feld berichtet. Ihnen von hier gute Besserungswünsche. Göttingen hat mir bisher neben Regen, Hagel und Sonnenschein, diesmal eine neue Wettervariante beschieden. Diesmal war es die Kombination von Sonnenschein mit anschließendem Regen, begleitet von Gewitter. Diese Mischung hatte ich noch nicht auf dem Rennrad. Mal sehen, was nächstes Jahr an überraschender Wettervariante in Göttingen auftritt. :D ;-)
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Beitragvon bort » 27.04.2015, 20:04

Stauder Volker hat geschrieben:Diesmal war es die Kombination von Sonnenschein mit anschließendem Regen, begleitet von Gewitter. Diese Mischung hatte ich noch nicht auf dem Rennrad. Mal sehen, was nächstes Jahr an überraschender Wettervariante in Göttingen auftritt.
Von der TdE 2015 werden wir noch unseren Enkeln erzählen: "Damals, anno 2015, als wir flußaufwärts den Hohen Hagen hochkurbelten". ;-)
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Beitragvon cie77.de » 28.04.2015, 01:58

Nach einem Jahr Rennpause war ich wieder in Göttingen am Start und durfte Teil dieser Ausgabe mit Legenden-Potenzial werden. Das Aprilwetter war wirklich eine Abwechslung im wahrsten Sinne des Wortes und auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass in diesem Jahr irgendwie Kleingruppe angesagt war - und zwar nicht nur mal zwischendurch wie in den Jahren zuvor, sondern schon recht früh und auch nach dem Hohen Hagen fuhr sich zumindest in meiner Nähe kein größerer Block zusammen ... Aber, das gab die Chance am Ende noch mal selbst ordentlich ins Pedal zu treten ...

Die Zahlen hinsichtlich Zeit und Platz stimmten für mich, weit wichtiger aber war: Es hat mal wieder Spaß gemacht – dank der erneut perfekten Orga, dank der zahlreichen Helfer, der trotz Regen lautstark am Straßenrand unterstützenden Zuschauer, der vielen netten Begegnungen mit symapthischen Mitstreiter und dem Erfolgserlebnis, sich gegen die Strecke und die Widrigkeiten gut behauptet zu haben.

Mein ausführlicher Rennbericht:
http://www.rennrad-hi.de/?p=463#more-463
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 29.04.2015, 07:54

<img src="http://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/Je ... rl-800.jpg">

Rocket Girl vom Team Romantica schrieb

<b> Kopflos nach Göttingen</b>

Als ich Ostern krank im Bett liege, gewinne ich auf Helmuts Fahrrad Seiten einen Startplatz für die Tour de Energie. Ich bin himmelhochjauchzend zu tode betrübt: „Yippieh, ich habe auch mal was gewonnen!!!“ „ Ach Du dickes Ei, wenn Du schnell gesund wirst, bleiben Dir genau zwei Wochenenden zum Trainieren!“

Mein Körper spielt mit, beeilt sich mit dem gesund werden und auch das Wetter zeigt sich die nächsten zwei Wochenenden von der freundlichen Seite, so daß ich noch mal schnell etwas Ausdauer in mich reinprügeln kann. Und dann wird’s ernst: Thorsten und ich fahren bereits am Samstag nach Göttingen zu Freunden. Beim Ausladen meines Rades entdecke ich zwei-drei ordentliche Cuts im Reifen und beschließe spontan, doch noch schnell neue Reifen zu kaufen und aufzuziehen. Ich danke Karstadt Sport in Göttingen, daß sie meine missliche Lage nicht ausnutzten, sondern den Conti 4000s an diesem Tag zu einem durchaus moderaten Preis über die Ladentheke schieben...

Beim Abendessen kommt kurz auch das Thema Fahrradhelme auf, als es mir siedendheiß den Rücken runter läuft: Mein Helm hängt warm und trocken zu Hause in Hamburg!!! Als Mutter zweier Schulkinder benutzt meine Freundin in Göttingen zum Glück einen Radhelm, der mir glücklicherweise auch passt. Gnädigerweise entpuppt er sich als dezent-grauer Helm, der nicht weiter auffallen wird. Ganz ehrlich: auch wenn es ein Lillifee-Helm gewesen wäre, ich hätte ihn trotzdem genommen...

Am Rennmorgen bekommen wir ein perfektes, hammergeiles Sportler-Frühstück kredenzt, das keine Wünsche offen lässt und garantiert keine Entschuldigung sein wird, wenn wir keine ordentliche Zeit fahren. Das Wetter spielt Katz und Maus mit uns, man kann sich nicht so recht entscheiden, was man anziehen soll. Ich entscheide mich für Überschuhe, kurze Hose, Armlinge und Windweste. Und dann geht’s los zum Start. Im Startblock selber stehen wir neben zwei Herren von der Sartorius Rennradgruppe, die amüsiert mein Cockpit bestaunen: da klebt auf dem Lenker das Höhenprofil der Strecke (ich finde es immer angenehm zu wissen, was noch auf einen zu kommt) und auf dem Oberrohr ein PowerBar in mundgerechten Happen (ich habe immer die Vorstellung, ich lande in einer irregroßen Gruppe, in der es unglaublich eng ist und ich mich dann verheddere, wenn ich aus der Trikottasche hinten einen Riegel rausfummeln muss und plötzlich auf der Nase liege). Da wir in der Sonne stehen, entledige ich mich mutig noch meiner Armlinge und meiner Weste.

Der Start selber geht in Göttingen immer recht zügig und organisiert über die Bühne und da die ersten ein bis zwei Kilometer neutralisiert sind auch recht gesittet. Thorsten, der mir auf der Fahrt nach Göttingen mantramäßig immer wieder erzählt hat, daß er bei mir bleibt und daß er zusammen mit mir über die Ziellinie fahren wird, fährt los wie ein junger Hund (das mit dem Zusammenbleiben war SEINE Idee, nicht meine...). Ich habe Probleme hinterher zu kommen, beiße die Zähne zusammen, weil ich sein Vorhaben nicht schon auf dem ersten Kilometer durchkreuzen will. Auf den nächsten 10 Kilometern wird es ein paar Mal passieren, dass ich nicht dran bleiben kann, abreißen lassen muss, Thorsten dreht sich um, nimmt Tempo raus, ich arbeite mich wieder ran, Thorsten dreht sich um, sieht mich und zieht das Tempo sofort an, weswegen ich gleich wieder abreißen lassen muss usw.... Bekloppter geht’s kaum... Nach ein paar Kilometern beschließe ich, einfach mein eigenes Tempo zu fahren, da ich als Göttingen-Wiederholungstäter weiß, was da noch an Strecke auf mich wartet. Die Steigungen quäle ich mich wie immer rauf und rausche die Abfahrten umso euphorischer runter. Auf der Hälfte der Strecke fährt man unten ca. 10 km an der Weser entlang. Dort treffe ich erst den einen der beiden Sartorius Herren wieder, der mir gastfreundlich einen von seinen PowerBar Gummidrops abgibt, die er mir im Startblock stolz in seinem Oberrohrtäschchen gezeigt hat und wenig später auch Thorsten, der gefühlt eine halbe Stunde vor mir sein müsste! Ich befürchte schon, dass er Krämpfe hat oder sonst irgendwas passiert ist, aber: „ich habe doch gesagt, wir fahren zusammen! Also habe ich auf dich gewartet...“ Nun denn, einerseits freue ich mich sehr, andererseits hatte ich mich eigentlich grade ganz gut in meinem Tempo eingerichtet.

Und dann kommt der Regen... Erst ein kleiner Schauer, dann dicke fette Tropfen, wie ich später erfahre auch mit Hagel. Nun gut, was soll's, zum Umkehren ist es zu spät und zum Glück ist es von den Temperaturen recht mild, also einfach ignorieren. In Hemeln dann nicht links abbiegen zum Biergarten, sondern rechts, den Berg wieder rauf. Kaum geht es leicht aufwärts, ist Thorsten wieder kommentarlos weg nach vorne. Anscheinend haben wir unterschiedliche Interpretationen von dem Satz „wir bleiben zusammen“... Ich lasse mich nicht stressen und arbeite mich Meter für Meter den Berg hoch. Dann ein paar Kilometer Erholung, bevor der Schlussanstieg zum Hohen Hagen kommt. Dort am Hohen Hagen fühlt man sich jedes Mal ein ganz kleines bisschen wie die Profis in Alpe d'Huez: Am Straßenrand stehen trotz Regens recht viele Zuschauer und feuern jeden Einzelnen engagiert an, großartig! Überhaupt ist das Publikum bei der Tour de Energie sehr ausdauernd, geduldig und stimmgewaltig, Chapeaux!

Und dann kommt die Abfahrt vom Hohen Hagen, auf die ich mich sonst immer unglaublich freue, die mich eigentlich immer für die ganze Schinderei bergauf entschädigen muss. Die Straße ist patschnass und an vielen Stellen mit Blütenblättern und Blütenstaub bedeckt. Oberste Vorsicht also statt Attacke... Vor mir fährt ein Herr so vorsichtig um die Kurve, ich habe das Gefühl ich muss ihn gleich um die Kurve tragen... Egal, Hauptsache heil ankommen. Am Ende der Abfahrt kommen noch mal 20 km durch die Ebene und man sollte schauen, daß man da nicht alleine ist, das wird sonst eine elende Quälerei. Zusammen mit einer handvoll anderer Fahrer knallen wir mit dem letzten Schwung von der Abfahrt durch die Felder, als ich plötzlich weit vor mir Thorsten entspannt am Straßenrand auf seinem Rad lehnen sehe. Ich denke, ich sehe nicht richtig, ahne schon sein Vorhaben und mache mich rechtzeitig stimmlich bemerkbar. Er fährt los und setzt sich gleich an die Spitze unserer kleinen Gruppe. Der ist tatsächlich in einem Rennen abgestiegen, um auf mich zu warten, nur damit wir zusammen über die Ziellinie fahren! Total bescheuert lieb...

Und dann gibt er noch mal alles und fährt eine Gruppe kaputt gespielter, dankbarer Rennradfahrer nach Göttingen über die Ziellinie. Danke! Der nette Sartorius Herr hatte sich auch wieder in dieser Gruppe eingefunden und bedankte sich im Ziel ausdrücklich noch mal bei Thorsten. Eine sehr nette Geste, wie ich finde.

Unterm Strich ist das Rennen für mich gar nicht so doof gelaufen: Trotz einer nicht grade optimalen Vorbereitung und trotz des Regens und Unwetters war ich grade mal eine Minute langsamer unterwegs als vor zwei Jahren. Mit 3:42 bei weitem keine glorreiche Zeit, aber ich bin damit zufrieden.

Ach ja, und das Gruppenfoto hinter dem HFS-Banner habe ich auch noch gemacht. Siehe oben. ;-)

Helmut, es tut mir leid, daß ich nicht noch an dem Banner gewartet habe, ob Du kommst oder der andere Gewinner des Startplatzes, aber ich war klatschnass... Von daher Gruppenbild mit ich und ich und ich...
Zuletzt geändert von Helmut am 18.01.2016, 02:15, insgesamt 2-mal geändert.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 29.04.2015, 10:59

Hier ein Video von Kai Moorschlatt vom Team Casa Ciclista von der 45 km langen Kurzdistanz:

https://www.youtube.com/watch?v=ffMYXCyf6TA
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Janibal
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Beitragvon Janibal » 30.04.2015, 06:36

Rocket Girl hat geschrieben:Ach ja, und das Gruppenfoto hinter dem HFS-Banner habe ich auch noch gemacht . ;-)
:ergebung:
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Tobias Rohde
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Beitragvon Tobias Rohde » 01.05.2015, 00:20

In Ergänzung zu borts Bericht hier nochunser Video (Kameras nur an meinem Rad). Nächstes Jahr sind wir sicherlich wieder dabei, da es uns allen viel Spaß gemacht hat. Na ja, fast allen. Einer aus unserem Team hat sich unterwegs zwei Platten zugezogen. Aber auch der kommt bestimmt wieder. Schließlich war die Organisation und die Stimmung an der Strecke gewohnt toll.

Für mich persönlich war es auch ein Erfolg. Nach 3 Stunden und 18 Minuten war ich im Ziel, knapp 16 Minuten schneller als im letzten Jahr. Und auch wenn ich beim Bergsprint wieder auf dem Zahnfleisch den Berg hochgekrochen bin, habe ich auch da über 30 Sekunden rausgeholt.
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