Lohnen sich Trainingspläne?

Benutzeravatar
Rheuma Kay
B-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 57
Registriert: 29.10.2009, 20:54

Lohnen sich Trainingspläne?

Beitragvon Rheuma Kay » 15.02.2018, 10:59

Heute habe ich Bergfest bei meinem ersten Traingsplan den ich gezielt abarbeite. Was sind eure Erfahrungen mit Trainingsplänen? In einigen Threads im Forum habe ich schon gelesen, dass es einigen nicht so gefallen hat, stur einem Programm zu folgen. Ist vielleicht auch eine Frage der persönlichen Vorlieben. Manche können vielleicht auch durch eine angeborene gute Selbsteinschätzung und entsprechendes Körpergefühl ohne Plan die richtigen Reize setzen.
Für mich war es immer schwierig eine durchgehende Saisonvorbereitung zu machen und die Selbsteinschätzung schwankte auch meistens zu sehr zwischen Selbtüberschätzung und Unterforderung. In der kalten und feuchten Jahreshälfte haben mich meistens Erkältungen oder schlechte Witterungsbedingungen gehindert, strukturiert zu trainieren. Ich will keine Rennen gewinnen, fahre nur die Cyclassics und RTFen. Ich will mich einfach nur für mich selbst verbessern.
Mit dem Kauf eines interaktiven Trainers bot sich die Möglichkeit ein vorgefertigtes Trainingsprogramm zu nutzen. Als Vorbereitung auf Malle habe ich mich für den "3 WEEK CLIMBING ROAD TRAINING PLAN - MAXIMUM EFFORT. MINIMUM TIME." von Sufferfest entschieden. Nach der Hälfte der Zeit muß ich sagen, es macht wirklich Spass und nach anfänglichen Schwächephasen habe ich das Gefühl, das es mich jetzt schon deutlich voran gebracht hat. Mittlerweile stecke ich die anstrengenden Einheiten lockerer weg. Ob das in echt auf der Strasse am Berg dann auch so ist, wird sich zeigen. Besser als ohne diesen Plan wird es aber bestimmt.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Hat schon jemand 10-12 Wochen Traingspläne gemacht und lohnt sich das noch mehr als ein 3-Wochen-Plan? Lohnt sich das auch während der Saison einen Trainingsplan abzufahren?
Ich habe heut' morgen Pinguine in der U-Bahn gesehen und wenn man genau hinschaut, sieht man in den Pfützen die Pottwallarven zappeln
Benutzeravatar
Don Vito Campagnolo
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 566
Registriert: 25.10.2010, 18:16

Re: Lohnen sich Trainingspläne?

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 16.02.2018, 11:42

Ein 3-Wochen-Plan ist in meinen Augen Mumpitz - was soll man in einer Disziplin wie dem Radsport in solch einem Wimpernschlag erreichen können?
Selbst bei 10-12 Wochen muss man schon von einer sehr guten Grundlage aus starten, um etwas zählbares zu erreichen.

Meine Erfahrungen mit Plan sind sehr gut: Der erstrecke sich aber über ein halbes Jahr (Transalp) und war von einem echten Trainer aus Fleisch und Blut (Heiko Lehmann aka perfect getaway) der die Transalp selbst auch schon mal gefahren ist und eben aus eigener Erfahrung weiß, a) was einen da erwartet und b) dass der Großraum Hamburg nicht das ideale Trainingsrevier dafür ist.

Die größte Kraftanstrengung dabei ist imho mental die Umstellung vom "Radfahrengehen" hin zum "Trainingsprogramm erfüllen". Eine gewisse Flexibilität lässt ein guter Plan zwar zu, aber letztlich hat man natürlich öfter mal keine Lust auf das, was gerade gefordert ist - da würde man lieber entspannt herumrollen statt Intervalle zu fahren oder lieber mal richtig gasgeben anstatt Grundlage zu schrubben.
Wenn man aber den Schalter im Kopf erstmal umgelegt hat und die Erfolge sichz- und messbar werden, dann ist das schon ziemlich geil. Voraussetzung dafür ist aber (zumindest bei mir) ein echtes Ziel, für das man das Ganze macht, ohne sowas wäre die Motivationshürde zu hoch.
Knud
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 905
Registriert: 09.06.2013, 22:44
Wohnort: Hamburg

Re: Lohnen sich Trainingspläne?

Beitragvon Knud » 16.02.2018, 21:53

Ich würde meinen Trainingsplan gerade in die Tonne treten. Seit Wochen schnupfe und huste ich immer ein bißchen. Krank ist anders. Gesund aber auch. Was macht man in solchen Zeiten mit einem Trainingsplan?

Knud
Benutzeravatar
Don Vito Campagnolo
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 566
Registriert: 25.10.2010, 18:16

Re: Lohnen sich Trainingspläne?

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 17.02.2018, 16:37

Auskurieren und alles andere nach hinten schieben.
MichaelZ
Forums-Novize
Beiträge: 4
Registriert: 22.02.2018, 19:39

Re: Lohnen sich Trainingspläne?

Beitragvon MichaelZ » 27.02.2018, 18:18

Hatte genau das gleiche Problem. Ich habe letztes Jahr bei einem 70.3 mitgemacht und stur nach einem Trainingsplan trainiert. Als ich 1 Woche krank wurde, waren die Auswirkungen nicht so schlimm und ich konnte das Training einfach weitermachen. Was allerdings sehr darunter gelitten hat, war einfach der Spaß am Sport! Nachdem ich den Triathlon absolviert habe, war ich voller Energie und wollte sofort weitermachen und dann hat mich wieder der Alltag eingeholt.
Deswegen solltest du dich unbedingt fragen, was willst du erreichen? Trainierst du auf ein spezielles Event hin oder geht es dir rein um den Spaß?
Ich trainiere z.B. nur mehr für den Spaß und damit ich körperlich fit bin. Ich trainiere so, wie es mir gerade Spaß macht, wie das Wetter ist und ob ich gerade viel zum Arbeiten oder sonstige Verpflichtungen habe. Weil es kann mir keiner sagen, dass man bei strahlendem Sonnenschein und 25°C gerne in einem Fitnesscenter trainiert und nicht draußen ist!?
Benutzeravatar
Rheuma Kay
B-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 57
Registriert: 29.10.2009, 20:54

Re: Lohnen sich Trainingspläne?

Beitragvon Rheuma Kay » 28.02.2018, 11:21

Knud hat geschrieben:
16.02.2018, 21:53
Ich würde meinen Trainingsplan gerade in die Tonne treten. Seit Wochen schnupfe und huste ich immer ein bißchen. Krank ist anders. Gesund aber auch. Was macht man in solchen Zeiten mit einem Trainingsplan?

Knud
Erstmal die Pause-Tase drücken. Ich hatte letzte Woche das gleiche Problem. Eine Woche habe ich sportlich erstmal alle Aktivitäten eingestellt. Das würde ich an deiner Stelle auch so halten. Wenn es besser geht langsam wieder einsteigen. Als es bei mir besser wurde, habe ich eine kurze Recoveryeinheit bei sehr geringer Wattzahl gefahren und mal gekuckt, wie der Körper reagiert. Dann nochmal zwei Tage in den Körper reingehört wie er reagiert und dann ein Workout mit nochmal etwas höherer Belastung gefahren. Gestern bin ich ein etwas anstrengenderes Workout gefahren, habe da aber Anfangs auf 90% begrenzt. Ging auch gut. Heute steige ich wieder bei 100% ein. Wenn die Herzfrequenz im normalen Bereich bleibt, sollte ich wieder richtig einsteigen können. Wenn es sich nicht gut anfühlt, lieber noch länger warten. Habe Geduld und lieber später und vorsichtiger wieder anfangen. Das ist erstmal frustrierend, aber dein Körper wird es dir danken. Ich hatte bis jetzt auch nicht das Gefühl, das sich mein Trainingszustand durch die Pause großartig verschlechtert hat. Und ganz wichtig bei Erkältungsbeschwerden: Viel trinken, viel Schlaf und gesunde Ernährung. Vielleicht zum Arzt, wenn die Beschwerden zu lange andauern?
Ich habe heut' morgen Pinguine in der U-Bahn gesehen und wenn man genau hinschaut, sieht man in den Pfützen die Pottwallarven zappeln

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast