Pedelecs - Der Mega-Trend erreicht nun auch mich

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Helmut
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Pedelecs - Der Mega-Trend erreicht nun auch mich

Beitragvon Helmut » 06.05.2009, 00:38

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... 220129.JPG">

Bei den Pedelecs (Räder mit Elektrounterstützung) nehmen die Verkaufszahlen weiter erheblich zu. Die Kunden werden immer jünger, weil die Räder immer besser werden. Ein E-Bike fährt man heutzutage nicht nur wenn man alt und schwach ist, sondern weil man damit seinen Radius vergrößert, Zeit spart und Spaß gewinnt.

Jawoll, mehr Spaß! Die Beschleunigung eines Flyer S ist einfach irre, wie ich bei einer Probefahrt bei der Radreisemesse des ADFC Hamburg erlebt habe (Bild). Je kräftiger Du bist, um so kräftiger beschleunigt das Rad, weil es ja "lediglich" Deine Kraft verstärkt, je nach Wahl um bis zu 150 Prozent. Wer will und kann, kommt beim Beschleunigen mit einer Kettenschaltung aus dem MTB-/TB-Bereich mit dem Schalten nicht hinterher.

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen ein Proberad gestellt bekommen werde, mit dem ich zwei Wochen lang auf meinen Arbeitsweg und Einkaufsfahrten unterwegs sein möchte. Gern würde ich eines mit Nabenschaltung und Drehgirff fahren, um mehrere Gänge in einem Rutsch hochschalten zu können.

Ich beabsichtige die bis zu 45 km/h unterstützende Variante zu fahren. Mit einem Reserve-Akku im Gepäck beabsichtige ich auch zum Spaß eine RTF damit zu fahren. Ich freue mich schon auf die verdutzten Gesichter, wenn ein übergewichtiger älterer Herr auf einem schweren Tourenrad bergauf an den Cracks mühelos vorbei fährt und die dabei auch noch während der Fahrt fotografiert...

Zum Thema Pedelecs strahlte der NDR letzten Montag in der Sendung "Markt" ein Interview mit Jens Peter Dirks vom Fahrrad Center Harburg Buchholz aus. Das kannst Du Dir hier ansehen: http://www3.ndr.de/sendungen/markt/vide ... t4478.html
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harald_legner
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Re: Pedelecs - Der Mega-Trend erreicht nun auch mich

Beitragvon harald_legner » 06.05.2009, 08:26

Helmut hat geschrieben: Ich beabsichtige die bis zu 45 km/h unterstützende Variante zu fahren. Mit einem Reserve-Akku im Gepäck beabsichtige ich auch zum Spaß eine RTF damit zu fahren. Ich freue mich schon auf die verdutzten Gesichter, wenn ein übergewichtiger älterer Herr auf einem schweren Tourenrad bergauf an den Cracks mühelos vorbei fährt und die dabei auch noch während der Fahrt fotografiert...
Sammelst du RTF-Punkte? Dann solltest du dir für dieses Vorhaben eine RTF aussuchen, bei der dir die Punkte nicht wichtig sind. Laut Generalausschreibung RTF 7.4 gilt: "Die Ankunft am Ziel aus eigener Kraft ist unabdingbare Voraussetzung für den Punkteeintrag."
[hl]
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 06.05.2009, 08:33

Moin Harald,

vielen Dank für den freundlichen Hinweis. Ja, ich sammle Punkte und freue mich wenn es über 25 werden, somit für den Erhalt der Jahresauszeichnung reichen. Ansonsten ist mir die Gesamtzahl pro Jahr nicht wichtig.

Viel lieber sammle ich schöne Erfahrungen.

Gruß, Helmut
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Beitragvon Konkursus » 06.05.2009, 09:39

Proberad ist schön und gut, ausprobieren auch (erinnert mich an einen Roman von Henri Lesewitz (ob der Name so richtig ist, weiß ich jetzt nicht) über seine Vorbereitung auf den Cristalp, mit einem Mal war der Akku leer).

Aber hast Du schon einmal die Preise gesehen, mit denen die Dinger im Laden verkauft werden? Letztens stand ich im Laden und dachte, wer kauft ein Trekkingrad für 2.000,-- Euro? Da sehe ich im letzten Augenblick, dass das Rad E-Unterstützung hat.

Ich dachte, die 45er Variante wäre aus rechtlichen Gründen nicht mehr erlaubt (Versicherung etc.), kann mich aber auch täuschen.

Dir wünsch ich natürlich trotzdem viel Spaß, aber ich trete erst einmal weiter.

Viele Grüße

Konkursus ;-)
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Beitragvon Helmut » 07.05.2009, 01:12

Moin Konkursus,

das ist alles relativ. Andere Leute geben fünf TEURos für ein Rennrad aus, dass sie kaum schneller macht, aber besser aussehen lässt. Der Mehrpreis für ein Pedelec ist mit deutlich anderen Fahreigenschaften verbunden.

Treten musst Du auch damit immer noch selbst, aber der gleiche Kraftaufwand führt zu erheblich mehr Tempo bzw. persönlicher Reichweite, z. B. bei Stadtfahrten.

Den Preis für ein hochwertiges Pedelc sollte man mit dem für einen ebenso hochwertigen Motorroller, nicht mit dem eines Fahrrades vergleichen.

Gruß, Helmut
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Beitragvon Helmut » 16.06.2009, 21:23

Die Fahrradcenter Harburg Buchholz sind Vetriebspartner von Biketec, deren Flyer S ich ja bei einer RTF fahren wollte. Stephan Dirks neben seinem Bruder Jens Peter einer der geschäftsführenden Inhaber von TRENGA DE und den Fahrradcentern hat so ein Rad einige Tage lang selbst bewegt. Er erzählte mr, dass man jenseits der 40 km/h trotz der E-Unterstützung sehr schnell in den hochpulsigen Bereich kommt. Die bislang zugelassenen Motoren sind mit 250 Watt für dauerhaftes Schnellfahren einfach noch zu schwach.

Demnächst entscheidet das Bundesverkejrsministerium ob auch Motoren mit 350 oder gar 500 Watt zugelassen werden. Mit denen könnte man dann locker neben den schnellen Gruppen bei einer RTF fahren und diese vor alllem an den Steigungen verzweifeln lassen.

Ich warte mal ab, wie sich die Staatsbediensteten dazu stellen. Die ersten Räder mit starken Motoren würden ggf. zügig auf den Markt kommen. Bis dahin warte ich noch mal ab...
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Motorräder

Beitragvon Con-Rad » 16.06.2009, 22:44

Man kann diese Dinger nennen wie man will, es sind eigentlich Motorräder und haben bei RTF's nichts zu suchen. Der Antrieb kommt aus der Dose und es sind nur Abstufungen ob ich einen Benziner nehme oder ob ich noch mittrampeln darf. Soviel Unsportlichkeit hätte ich Euch nicht zugetraut. Wer träumt nicht davon, die Heizer mal mühelos zu überholen? Aber es bleibt nicht mehr als ein Witz. Dann lieber ein richtiges Motorrad und ehrlich, richtig schnell.
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Re: Motorräder

Beitragvon Helmut » 16.06.2009, 23:00

Con-Rad hat geschrieben:Aber es bleibt nicht mehr als ein Witz.
So isses. Mehr soll mein Einsatz eines schnellen eBikes auf einer RTF ja auch gar nicht sein.
Con-Rad hat geschrieben:Soviel Unsportlichkeit hätte ich Euch nicht zugetraut.
Was ist bitte daran unsportlich? Ein RTF ist kein Rennen. Und keine Sorge, Wertungspunkte möchte ich mir mit so einer Fahrt auch nicht erschleichen. Ich werd einfach keine Punke eintragen lassen.

Ich meine, es ist durchaus sportlich, so ein Rad in hohem Tempo zu bewegen, auch wenn es dafür - noch - keine Sportart gibt.
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Unsportlich?

Beitragvon Con-Rad » 17.06.2009, 08:30

Daran ist unsportlich, dass Du einen Motor nutzen willst und nicht ausschließlich Muskelkraft. Eine RTF ist kein Rennen, aber ein spotlicher Wettbewerb.
Grundsätzlich sind keine Motorräder zugelassen, auch wenn Du, um weniger aufzufallen, etwas mit den Beinen wackelst.
Auf die Dauer wird Dir die Freude auch so vergehen. Während Du fotografierend und schnaufend die erste Gruppe umkreist und die liebevolle Bewunderung der Renner genießt, überholt Dich eine zierliche Dame weit weniger angestrengt und möglicherweise entspannt strickend. Spätestens dann mag Dir aufgehen, dass kleine, leichte Personen erhebliche Vorteile gegenüber muskelbepackten Athleten mit gleicher Motorisierung genießen. Eigentlich doch sportlich, wenn die Mädels mal zuerst die Verpflegung abräumen!
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Beitragvon superham68 » 17.06.2009, 13:23

Megatrend ? Ich weiß nicht...

dazu ein schöner Beitrag aus dem Internet
:
Solche Produkte sprechen bisher vor allem ein Publikum fortgeschrittenen Alters an. Der durchschnittliche Pedelec-Käufer, sagt Derby-Cycle-Chef Seidler, sei Mitte fünfzig, mithin in einer Lebensphase, in der die Tretkraft ab- und die Kaufkraft zunimmt.

;-)
"Ein gutes Fahrrad ist ein großartiger Kamerad,
ein Freund, und es besitzt großen Zauber".
(Flann o`Brien)
"Ich liebe meine Mudder, aber mein Rad lieb ich noch mehr"
(Fischmob)
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Beitragvon Helmut » 17.06.2009, 20:50

superham68 hat geschrieben:Solche Produkte sprechen bisher vor allem ein Publikum fortgeschrittenen Alters an. Der durchschnittliche Pedelec-Käufer, sagt Derby-Cycle-Chef Seidler, sei Mitte fünfzig, mithin in einer Lebensphase, in der die Tretkraft ab- und die Kaufkraft zunimmt.
Ja, so ist es - noch, denn das wandelt sich. Man sollte diese Räder nicht als Ersatz für's Rennrad betrachten. Nicht als Sportgerät, sondern als spaßmachendes Fortbewegungsmittel können sie in jeder Altersklasse Sinn machen, so man sie sich leisten kann und will.

Die Leistungsfähigkeit der Akkus wird sicherlich noch zulegen und sich damit weitere Käuferschichten ergeben. Das zeigen auch Nachrichten aus anderen Branchen. Mercedes setzt nun auch auf E-Unterstützung. Siehe

http://www.shortnews.de/start.cfm?id=716042
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Vom Treppenlift aufs Pedelec?

Beitragvon Con-Rad » 17.06.2009, 22:52

Jugendlichen sind bei der Motorisierung vom Gesetz enge Grenzen gesetzt. Klar, dass ein Gefährt, dass diese Grenzen legal sprengt und eine schnellere Gangart ermöglicht, interessant ist. Noch schöner: der Treibstoff belastet nicht das Taschengeld und kommt, von Papa kaum bemerkt, aus der heimischen Steckdose. Praktisch ist auch, dass man auf so leisen Untersätzen unbemerkt verschwinden kann. Emotionen sind allerdings Mangelware. Entscheidend für den Erfolg bei Alten und Jungen wird sein, wieviel Dampf man in Zukunft ohne Nummernschild und Führerschein bekommt.
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Beitragvon Helmut » 18.06.2009, 00:52

So noch nicht geschehen, kann ich nur jedem empfehlen sich sein Urteil nach einer Probefahrt mit einem der Topräder zu bilden. Bei der Luftpumpe Hamburg steht ein vollgefedertes Riese und Müller Delite mit E-Unterstützung dafür bereit. Na klar, es wird nicht jedem gefallen und nicht zu jedem passen. Wer es aber gefahren hat, wird vielleicht erkennen, dass das kein Behindertenrad ist und dass man nicht erst das 50. Lebensjahr überschritten haben muss, um damit Spaß zu haben.
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Riese und Müller Delite hybrid 500 HS - Erster Test

Beitragvon Helmut » 02.09.2010, 00:26

Gestern habe ich eine Probefahrt mit dem Riese und Müller Delite hybrid 500 HS gemacht. Thomas von der Luftpumpe Hamburg war so nett mir das gute Stück anzuvertrauen.

Vertrauen gehört dazu, denn die 500 im Namen stehen für die 500 Watt Leistung des Motors (normal sind 250, es gibt auch welche mit 300). Das Teil prescht los (wenn man voll reintritt), dass es eine Freude ist. Ratzfatz hat man 40 und mehr km/h auf dem Tacho. Den Geestrücken fliegt man förmlich hinauf. Im Berufsverkehr in der Stadt (Ampelsprints) ist man damit einem Roller gegenüber sicherlich deutlich überlegen, wenn man sich traut so wie mit dem auf der Straße zu fahren.

Das hohe Tempo ist gewöhnungsbedürftig. In der Stadt werden nicht nur Radwege, auch Nebenstraßen dabei scheinbar sehr eng. Reihen parkender Autos machten mir plötzlich Angst (öffnet sich plötzlich eine Tür?). Aber man muss das Rad ja nicht immer voll ausfahren, das macht man mit einem ohne Motor ja auch nicht. Tief beeindruckt schob ich das Teil wieder in den Laden, unschlüssig, ob ich das wirklich möchte. Mein Arbeitsweg beträgt nur je 9 km, wäre er > 15, würde ich wohl mein Sparschwein schlachten.

Störend fand ich, dass die Unterstützung des Bionix-Motors erst mit Verzögerung von zwei Pedalumdrehungen einsetzt und ebenso verzögert wieder aussetzt. Der Hinterradmotor lässt das Rad dabei immerhin nicht verwinden (ein Vorderradmotor tut dies!). Der am Tretlager ansetzende Panasonic-Motor gefiel mir was das Fahrverhalten betrifft deutlich besser, weil er schneller anspringt.

Die 2*9-Kettenschaltung harmoniert in keiner Weise mit der enormen Beschleunigung. Man kommt mit dem Schalten nicht hinterher. Das optional angebotene dritte Kettenblatt halte ich für Unfug. Mit dem Motor braucht man kein kleines Kettenblatt.

In Verbindung mit dem Motor würde eine Schaltung nur am oder im Tretlager Sinn machen. Noch besser wäre eine Kombination aus Schaltung und Motor - im (nicht am) Hinterrad oder am besten im Tretlager. Es wird aber wohl noch einige Jahre dauern, bis die Industrie uns so etwas anbieten kann. Ich hatte gehofft, dass die erste Pedelec-Gruppe von Shimano so arbeiten würde, die aber haben nur eine mit Vorderradmotor herausgebracht. Der neue Motor von Bosch scheint mir mehr Perspektiven zu bieten.

Meine Fahrt mit dem Delite hybrid 500 HS sollte für mir nur einen erster Eindruck liefern, wie sich ein so schnelles Pedelec fährt. Im nächsten Jahr werde ich versuchen dieses oder ein vergleichbar schnelles für ein bis zwei Wochen für einen Test in aller Ruhe von einem Hersteller gestellt zu bekommen.

Ach ja, wer wissen möchte, wie das so abgeht mit dem 500 HS, der kann ja selbst mal z. B. bei der Luftpumpe vorsprechen.
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Beitragvon Helmut » 13.11.2010, 03:19

Heute habe ich im Fahrradcenter Harburg das hübsche Focus Jarifa Speed probegefahren. Der Motor hat zwar "nur" 300 Watt, regelt aber erst bei 40 km/h ab. Es beschleunigt nicht so ungestüm wie das 500 Watt Bike von Riese und Müller, bietet aber nach meinem Eindruck das bessere Gesamtkonzept. Siehe http://www.focus-bikes.com/gb/en/bikes/ ... eed-5.html

Damit die Vollfederung des Delite der bei den erzielbaren Geschwindigkeiten angemessen reagiert, sollte man gegen Aufpreis das bessere Fahrwerk bestellen. Das hält nicht ewig. Teure Folgekosten sind die Folge. Erheblich billiger, langlebig und für Stadt- und Landfahrten völlig ausreichend sind ein starrer Rahmen und eine starre Gabel in Verbindung mit 45 mm breiten Reifen wie bei dem Jarifa. Der Agilitätsverlust durch die schwereren Reifen kommt dank des Motors nicht zum Tragen.

Anders der Bionix-Motor setzt die Kraft dessen Panasonic-Mittelmotors sofort ein, wenn man in die Pedale tritt, macht deshalb erheblich mehr Spaß.

Beide Räder haben eine Kettenschaltung, bei der man bei der möglichen Beschleunigung mit dem Schalten nicht schnell genug hinterher kommt. Da wäre für mich eine NuVinci-Nabe erste Wahl, die ich an einem anderen Rad probefuhr. Bei der kann man stufenlos mit einem Dreh so viel man will in einem Rutsch rauf- oder runterschalten.
Zuletzt geändert von Helmut am 13.11.2010, 10:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Mot6orrad

Beitragvon Con-Rad » 13.11.2010, 09:26

Lieber Helmut,
Dein Wunschzettel für Weihnachten nimmt offenbar Gestalt an.
Allen Supermann- Gefühlen zum Trotz,
zu offensichtliche PR für solche Motorräder ist eher peinlich.
Und: derart motorisierte Räder sind und bleiben Motorräder, auch wenn ich etwas mittreten darf und verbreiten unter Fahrräder gemogelt eine unsportliche Note.
Ach ja, der größte Teil der 300-500 Watt stammen immer noch aus Kern- und Kohlekraft.
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Re: Mot6orrad

Beitragvon Helmut » 13.11.2010, 10:22

Con-Rad hat geschrieben:Und: derart motorisierte Räder sind und bleiben Motorräder, auch wenn ich etwas mittreten darf und verbreiten unter Fahrräder gemogelt eine unsportliche Note.
Man darf nicht nur, man kann es sogar - und zwar so, wie man es gewohnt ist. Der Effekt ist dann, dass man erheblich schneller unterwegs ist, so dass im Alltag Ziele in Reichweite kommen, für die man sonst tatsächlich ein Motorrad oder gar einen PKW vorziehen würde. Das hat mit sportlich oder nicht sportlich wenig zu tun.
Con-Rad hat geschrieben:Ach ja, der größte Teil der 300-500 Watt stammen immer noch aus Kern- und Kohlekraft.
Das gleiche gilt z. B. für Rolltreppen im Kaufhaus und Fahrstühle im Hochhaus. Wer mag, benutzt die Treppe.
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Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 13.11.2010, 14:56

Ich stehe den E-Bikes (und auch den E-Autos) etwas zwiespältig, wenn nicht gar abgeneigt gegenüber. Als ökologische Alternative zum Auto oder Roller mit Verbrennungsmotor im Alltag fallen sie zwar nicht gänzlich durch, da sie emmisionsärmer sind. Da die Reichweite/Akkukapazitäten aber noch unbefriedigend ist, die Herstellung der Akkus begrenzte Ressourcen verschlingt und die Quellen der Energie nicht gänzlich erneuerbar sind, kann ich die euphorischen Meldungen einiger Fachzeitschriften über das Fortbewegungsmittel der Zukunft (noch) nicht ganz teilen.

Im sportlichen Wettkampf haben diese E-Räder, sofern hierfür nicht eine extra Wertung vorgenommen wird, ganz klar nichts zu suchen. Erste Manipulationsversuche soll es ja bereits gegeben haben.

Auch im sportlichen Freizeitbereich sehe ich für diese Räder keinen sinnvollen Einsatzzweck. Entweder ich schaffe eine Tour aus eigener Antriebskraft oder ich stecke meine Ziele weiter zurück. Meiner Ansicht nach ist ein z. B. Alpen X nur dann ein echtes Erlebnis, wenn ich nicht "geschummelt", also maschinell nachgeholfen habe. Inzwischen gibt es sogar geführte Touren durch die Alpen, die nicht mehr auf die körperlichen Kapazitäten des Menschen, sondern auf die seiner Akkus ausgelegt sind. (Akkuwechselstationen an den Hütten). Das unterstreicht die Bequemlichkeit unserer Gesellschaft und betrügt die, die es aus eigener Kraft schafften, um den Stolz ihres Erlebnisses.

Aus meiner Sicht ist ein E-Motor im Fahrrad nur unter zwei Vorraussetzungen legitim.
1. Aufgrund körperlicher Gebrechen oder Behinderung wäre das Radfahren ansonsten nicht oder nicht mehr möglich.
2. Die Fahrt mit dem E-Bike (z.B. zur Arbeit) ersetzt die wesentlich umweltbelastendere Fahrt mit dem Auto.

Wenn fortan Menschen wie Du, lieber Helmut, anstatt mit dem Stadtrad fortan mit dem E-Bike durch die City düsen, dann mag das Spaß machen und bequem sein, ist und bleibt letztlich aber ein Schritt in die falsche Richtung.
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Beitragvon Helmut » 14.11.2010, 00:56

Bagdad-Biker hat geschrieben:Im sportlichen Wettkampf haben diese E-Räder, sofern hierfür nicht eine extra Wertung vorgenommen wird, ganz klar nichts zu suchen. Erste Manipulationsversuche soll es ja bereits gegeben haben.
Diese Behauptung wurde nie belegt, wird aber als Gerücht immer wieder aufgewärmt.
Bagdad-Biker hat geschrieben:Meiner Ansicht nach ist ein z. B. Alpen X nur dann ein echtes Erlebnis, wenn ich nicht "geschummelt", also maschinell nachgeholfen habe.
Genau, das ist Deine Meinung. Ich kenne Leute, die finden es ebenso toll wie sportlich einen Alpen X mit dem Motorrad zu machen. Ich würde da einen Alpen X mit einem Pedelec vorziehen. Menschen sind halt verschieden.

Warst Du schon mal mit dem MTB auf dem Brocken? Da hab ich zwar keine Leute mit einem Pedelec gesehen, aber solche, die mit der Brockenbahn hochgekommen sind und waren mächtig stolz darauf waren. Gönnen wir ihnen ihren Spaß.
Bagdad-Biker hat geschrieben:Aus meiner Sicht ist ein E-Motor im Fahrrad nur unter zwei Vorraussetzungen legitim.
1. Aufgrund körperlicher Gebrechen oder Behinderung wäre das Radfahren ansonsten nicht oder nicht mehr möglich.
2. Die Fahrt mit dem E-Bike (z.B. zur Arbeit) ersetzt die wesentlich umweltbelastendere Fahrt mit dem Auto.
Es gibt mindestens noch einen dritten: Man hat Spaß daran besonders schnell und trotzdem geräusch- und geruchlos unterwegs zu sein.
Bagdad-Biker hat geschrieben:Wenn fortan Menschen wie Du, lieber Helmut, anstatt mit dem Stadtrad fortan mit dem E-Bike durch die City düsen, dann mag das Spaß machen und bequem sein, ist und bleibt letztlich aber ein Schritt in die falsche Richtung.
In meinem Fall mag das richtig sein, da ich nur 9 km Arbeitsweg und begrenzte finanzielle Mittel habe. Hätte ich viel mehr Geld und eine dementsprechend große Garage, würde zu meinem Fuhrpark auch ein Pedelec zählen, so eines wie dieses von Focus, allerdings mit der NuVinci.
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Beitragvon Bagdad-Biker » 14.11.2010, 12:43

Helmut hat geschrieben:Diese Behauptung wurde nie belegt, wird aber als Gerücht immer wieder aufgewärmt.
Dieses Thema wäre sicherlich einer eigenständigen Diskussion wert. Zu einem abschließenden Ergebnis würde die vermutlich aber auch nicht führen.
Helmut hat geschrieben:Ich kenne Leute, die finden es ebenso toll wie sportlich einen Alpen X mit dem Motorrad zu machen.
Toll sicherlich, aber sportlich? Da stellt sich sicherlich die Frage, was man personlich als Sport definiert. Diesbezüglich habe ich vermutlich eine nicht ganz konventionelle Einstellung. So fasse ich z. B. Golf ebensowenig als Sport auf, wie den s.g. Motorsport. Mit einem Auto eine Strecke möglichst schnell zu fahren, einen Ball zu schlagen um ihm mit einem E-Mobil hinterher zu fahren mag zweifelsfrei seine Reize haben und womöglich auch einiges an Geschick erfordern, das Erbringen einer sportlichen Leistung in Form von körperlichen Ertüchtigung erkenne ich jedoch nicht.
Helmut hat geschrieben:Warst Du schon mal mit dem MTB auf dem Brocken? Da hab ich zwar keine Leute mit einem Pedelec gesehen, aber solche, die mit der Brockenbahn hochgekommen sind und waren mächtig stolz darauf waren.
Man kann sicherlich Spaß daran haben mit der Bahn den Berg zu erklimmen, hätte ich wohl auch. Des Bahnfahrens willen. Allerdings würd es mir im Traum nicht einfallen, mich dann mit einer Brockenbezwingung zu brüsten. Der Brocken steht übrigens schon lange auf meiner Wunschliste. (Hoffe im Frühjahr klappt das endlich). Neben dem sicherlich einzigartigen Ausblick stellt aber hauptsächlich das Erreichen des Gipfels aus eigener Kraft die Herrausforderung und somit den Reiz da. Würd ich das Bike und mich per Bahn hochshutteln, hätte ich keine Freude dran, denn dann hätte ich mich quasi selbst betrogen.
Helmut hat geschrieben:Es gibt mindestens noch einen dritten: Man hat Spaß daran besonders schnell und trotzdem geräusch- und geruchlos unterwegs zu sein.
Was aber den Einsatz eines E-Motors in einem Fahrrad irgendwie dennoch nicht rechtfertigt. Denn ein Fahrrad, in diesem Punkt bin ich wohl sehr nostalgisch veranlagt und stimme Con-Rad zu, ist manuell betrieben und sollte es bleiben. http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrrad
Wünscht Du einen Motor, ganz gleich welche Energiequelle er nutzt, dann nennt sich das Motorrad. http://de.wikipedia.org/wiki/Motorrad
Gibt es auch in leise und ohne Abgase
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,15 ... 85,00.html
Helmut hat geschrieben:
Bagdad-Biker hat geschrieben:Wenn fortan Menschen wie Du, lieber Helmut, anstatt mit dem Stadtrad fortan mit dem E-Bike durch die City düsen, dann mag das Spaß machen und bequem sein, ist und bleibt letztlich aber ein Schritt in die falsche Richtung.
In meinem Fall mag das richtig sein, da ich nur 9 km Arbeitsweg und begrenzte finanzielle Mittel habe. Hätte ich viel mehr Geld und eine dementsprechend große Garage, würde zu meinem Fuhrpark auch ein Pedelec zählen, so eines wie dieses von Focus, allerdings mit der NuVinci.
Offenbar hast Du diesen Teil meines Beitrags falsch verstanden. Oder ich jetzt den Deinen??? Was hat der Geldbeutel mit der Tatsache zu tun, dass Du dein emissionsfreies Stadtrad gegen ein eben nicht gänzlich emissionsfreies Pedelec tauschen magst/wirst?
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Beitragvon Helmut » 14.11.2010, 19:34

Bagdad-Biker hat geschrieben:Was hat der Geldbeutel mit der Tatsache zu tun, dass Du dein emissionsfreies Stadtrad gegen ein eben nicht gänzlich emissionsfreies Pedelec tauschen magst/wirst?
Sehr viel, weil ein Tausch in meinem Fall sich nicht lohnt (kurzer Arbeitsweg) und es wenn, dann für mich darum ginge ein schnelles Pedelec als Ergänzung in den Fuhrpark einzureihen (ersetzt kein Rad, sondern einen kleinen Motorroller). Sinnvoll wären dann zwei, damit mein Mädel mitkommen kann. Dafür bräuchten wir erheblich mehr Platz und Geld...
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Probleme

Beitragvon Con-Rad » 14.11.2010, 23:08

Lieber Helmut, lier Bagdad- Biker,
für wenige Menschen kann so ein P. Probleme lösen, z.B. ältere oder behinderte, denen es ermöglicht, an einer Radtour mit anderen, Familie, Kindern, Enkel teilzunehmen. Wesentlich größer sind aber die Probleme, die sie erzeugen. Sie sind Motorräder, täuschen aber vor, Fahrräder zu sein. Sie werden auch dem Fahrrad an sich Probleme bereiten.
Das fängt mit den Radwegen an, auf denen Unsportliche 50km/h erreichen und Passanten, Kinder, Jugendliche erschrecken und gefährden, aber kein Nummernschild oder Führerschein wie ein vergleichsweise langsames Mofa brauchen. Ein Horror für Autofahrer, die sich aus einer Aufahrt tasten. In einigen Jahren oder Jahrzehnten wird sich der Gesetzgeber näher damit beschäftigen müssen.
Wer sich einmal daran gewöhnt hat, dass seine bescheidenen Kräfte wie bei Supermann potenziert werden und er normale Radler keuchend und schwitzend stehen lässt, wird kaum auf ein Fahrrad zurückfinden. Nicht umsonst hatten die Radsportler in der DDR absoutes Motorradverbot.
Ich kann beim besten Willen keine stichhaltigen Gründe finden, warum es zwischen ehrlichem Fahrrad und Elektroroller noch solche Zwitter braucht.
Auf der anderen Seite bestehen bereits Systeme, die sich unsichtbar in Rennräder einbauen lassen und die werden unweigerlich auch bei RTFs auftauchen. Das Gute: wir brauchen uns nicht weiter zu fragen, was die Anderen eingeworfen haben.
Und entgegen Helmuts Beteuerungen bringen Elektromotoren leichten Personen wesentlich mehr Vorteil, bei der Geschwindigkeit, bei der Beschleunigung und bei der Reichweite. Das brauche ich technisch einsichtigen Menschen sicher nicht auszuführen.
Bei mir lösen diese Dinger eher ein unwohles Gefühl aus.
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Beitragvon Helmut » 14.11.2010, 23:49

Lieber Harald,

mir Verlaub, Deine Argumentation erinnert mich doch ein wenig an die Argumente, die zu Zeiten der Pferdekutschen gegen die ersten Automobile sprachen.

Heute gibt es Autos, mit denen man viel zu schnell nicht nur durch die Stadt fahren kann. Es gibt auch Leute, die dies tun und Ordnungskräfte, die etwas dagegen tun. Spricht dies gegen Automobile?
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Beitragvon quasarmin » 15.11.2010, 08:27

Moin Helmut,

ich fand deinen Bericht mit dem Vergleich zwischen den beiden Rädern sehr interessant. Insbesondere zum Anfahrverhalten und Fahrgefühl bei unterschiedlicher Leistung, auch das Thema Verwindung hat mich etwas erstaunt.

Verstehe nicht, warum die Pedelecs so verteufelt werden. Jeder der seinen Hintern aus dem Auto heraus auf ein E-Rad schwingt, ist doch eine Errungenschaft. Der Strom kommt aus der Dose, klar, nur muss man sehen, dass der Wirkungsgrad gegenüber eines verbrennungsgetriebenen Blechhaufens mit 40 cm großen innenbelüfteten Bremsscheiben schon etwas besser ist (von den Abgasen mal ganz abgesehen). Vor allem weil die überwiegend in Grundlast betriebenen Kraftwerke eine ganze Menge E-Fahrzeuge noch nebenbei versorgen könnten. Ein Akku muss auch für ein Auto hergestellt und wieder entsorgt werden. Der Wirkungsgrad unserer Kraftwerke könnte mit mehr Elektrofahrzeugen sogar verbessert werden. Vielleicht stärkt ein Aufkommen der Pedelcs sogar die latente Lobby der Zweiradfahrer im Verkehr.

Ein interessantes Beispiel ist übrigens Motta, der sein Trekkingrad zum Pedelec umrüstete und so seinen Arbeitsweg von über 40 km sehr viel öfter mit dem E-Rad bewältigt, als früher aus reiner Muskelkraft. Ein Auto weniger im Berufsverkehr (Sein Bericht ist hier im Forum).

Ich denke, Helmuts Bericht sollte das Ganze anregen, das mit der RTF war doch nur ein Spaß. Ich bin mir sicher, dass ich eines Tages auch ein Pedelec bewegen werde, wenn die Kräfte nachlassen und ich nicht aufs Auto angewiesen sein will.

Viele Grüße
Armin
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Beitragvon Con-Rad » 15.11.2010, 14:42

Mensch Helmut,
genau das ist es. Was vor hundert Jahren bezüglich Autos befürchtet wurde, ist alles ja noch viel schlimmer gekommen. Schau dir doch Hamburg an!
Innovationmäßig befinden sich die PS-Protze trotzdem noch auf dem Stand der Kutschen. Bezüglich der Kommunikation, z.B. untereinander, sogar noch weit davor.
P.s sehe ich inzwischen häufig auf den Radwegen, ausschließlich von älteren Herrschaften genutzt um z.B. kleinere Steigungen besser überwinden zu können. So gut, so praktisch.
Mottas bewundernswerte Anwendung wird sicher wenig Nachahmer finden, obwohl die Verbindung von Muskelkraft und Energie in der Wirkung einzigartig ist.
Mein Unwohlsein gegenüber P.s liegt eher in der dümmlichen Erscheinung: Plumpes Motorrad, das so tut, als sei es ein Fahrrad. Motorradfahrer wird man mit der albernen Kurbel kaum locken können. Eher Radfahrer, die damit die bestehenden Regelungen für Motorräder vorläufig umgehen können. Auch erst mal OK.
Warum entwickelt man nicht eine eigene Form, die der höheren Geschwindigkeit bei begrenzter Leistung Rechnung trägt z.B. in Form eines beqemen, halbverkleideten Liegerades? Weil die Tarnung als normales Fahrrad für die Verkaufsstategie unumgänglich ist.
Insgesamt glaube ich an eine Zukunft für E-Bikes, weniger für P.s.
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Re: Riese und Müller Delite hybrid 500 HS - Erster Test

Beitragvon radfreunde » 15.11.2010, 15:04

Muss doch auch mal meinen Senft dazu geben. Zunächst hat Helmut den Titel falsch gewählt, er schrub "Pedelec" siehe hier:
Wikipedia hat geschrieben:Pedelec steht für Pedal Electric Cycle und ist eine Wortschöpfung von Susanne Brüsch in ihrer Diplomarbeit von 1999.[1] Wesentliches Merkmal eines Pedal Electric Cycle gegenüber einem Elektrofahrrad allgemeiner Art ist, dass das Fahrrad hybrid mit Elektromotor und Muskelkraft betrieben wird. Ohne Treten (oder Kurbelbewegung) gibt der Pedelec-Motor keine Leistung ab.
meinte aber wohl E-Bike. Ich möchte ihn sehen, wenn er bei Tempo 50 das Treten sein läßt und die Motorleistung sofort erstirbt. Ein E-Bike ist nichts anderes als ein Moped mit Elektroantrieb und muss versichert sein und eine Zulassung (ABE) haben. Darf dann auch nicht auf dem Fahrradweg fahren.
Helmut hat geschrieben:Die 2*9-Kettenschaltung harmoniert in keiner Weise mit der enormen Beschleunigung. Man kommt mit dem Schalten nicht hinterher. Das optional angebotene dritte Kettenblatt halte ich für Unfug. Mit dem Motor braucht man kein kleines Kettenblatt.
Wenn der Akku leer, dann brauchst Du kein großes Kettenblatt, bist aber bei der kleinsten Steigung froh über das kleine...

Ob das sinnvoll ist, muss jeder selbst entscheiden, ob er Fahrrad oder Moped oder Motorrad fahren will. (es soll ja auch E-Bikes geben, die 130 km/h fahren). Im Alter ist der Zwang wenigstens ein wenig zu treten für den einen oder anderen gut, mein Vater ist bis 82 noch Fahrrad gefahren, obwohl er wegen Arthrose nicht mehr laufen wollte. Und ob man nun 10 km ohne Motor oder 20 km mit E-Motor fährt, ist trainingstechnisch egal.

Mal was anderes. Schon mal mit Händlern gesprochen? Ein Pedelec ist technisch in der Pflege und im Betrieb anspruchsvoller als eine Kettenschaltung. Ein Händler der jeden TransX, Bionic, usw anbietet braucht eine sehr gute Werkstattausrüstung oder guter Nerven, wenn die Kunden unzufrieden sind...

Spätestens nächstes Jahr kommen die ersten Kunden mit "plattem" Akku und wundern sich über die teueren Ersatzteilakkus. Warum sie ihren Dienst versagen hat - wie immer - viele Gründe, schlechte Qualität (sagt der Kunde), falsche Bedienung - monatelang nicht aufgeladen (sagt der Händler). Dass ein elektrisches Teil nur durch Handauflegen repariert wird, ist genau so eine Mär, wie die, dass ein Elektromotor mit Getriebe nie kaput geht. Selbst regarieren (mit einem Satz Inbus Schlüsseln) kann man vergessen, allein mal die Händler fragen, wie die Sensorik am Hinterrad eingestellt werden muss. Ein kleines falsches Drehmoment und nichts geht. usw usw.

Umwelttechnisch wird irgendwann einer kommen und nachrechnen, wann die Bilanz aufgeht. Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose und geruch- und geschmacklos und ist gelb. Die Produktion und die Verteilung verbraucht Primärenergie (bis die Pedelecs nur durch Solarpanel angetrieben werden). Außerdem wieviel Energie wird durch Überladung und passive Entladung der Akkus "verschwendet". Hier kommen die Gegner und werden sagen, ein Benzin getriebenes Moped verbraucht nur so viel, wie Leistung erzeugt wird und stinkt die Welt gleichmäßig voll und nicht nur massiv die Umgebung eines Kraftwerks. Also liebe Studenten nehmt Excel und rechnet eine Gegenüberstellung.

Am besten schneidet noch meine normales Fahrrad ab. Verbraucht bei der Herstellung Energie (je nachdem ob Stahl, Aluminium, Carbon oder Titan) - man sehe sich mal die Herstellprozesse an - und danach nur noch Öl für die Kette und zum Schmieren.

Als Ersatz für das Auto - sehe ich noch nicht - dann eher etwas wie BMW C1, denn da könnte man auch im Bürozwirn zur Arbeit fahren. Den gibt es bestimmt demnächst in Elektro.... Hat nix mit Pedelec zu tun.

Just my five pence

Gruß

wilf
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Beitragvon Ulrike » 15.11.2010, 20:44

Hallo alle zusammen,

hier kommt noch ein bißchen Senf zur E-Bike/Pedelec-Diskussion.

Die Frage, e-Bike/Pedelec ja oder nein, gehört für mich in den Bereich Alltagsbewältigung/nicht Sport orientierte Freizeitgestaltung. Da gesellt sich ein e-Bike/Pedelec zu allen möglichen anderen - motorunterstützten - Fortbewegungsmitteln, die den Alltag erleichtern (wie z.B. elektr. Krankenfahrstühle) oder besonderen Freizeitspaß versprechen (wie z. B. Segways oder Quads). In dem Bereich kann vor mir aus jeder machen, was er will bzw. für seine private Lebensgestaltung für richtig hält, solange andere keinen Stress damit bekommen. Wenn Helmut oder wer auch immer, mit einem E-Bike schneller, umweltfreundlicher und/oder gesünder zur Arbeit kommen möchte, ist das völlig ok.

Ich hätte auch kein Problem, wenn ab und zu mal ein E-Biker eine Gastrolle auf einer RTF spielt. Das wäre eher ein Problem für den Menschen auf dem E-Bike, überwiegend komische Blicke und Kommentare auf sich zu ziehen bzw. sich rechtfertigen zu müssen. Und wenn die E-Biker überhand nehmen sollten, was ich mir nicht richtig vorstellen kann, müsste der BDR grundlegend Position beziehen.

Ein ernstzunehmendes Sportgerät kann ein E-Bike nur werden, wenn dafür Wettkämpfe mit eigenen Regeln entwickelt werden, z. B. wer kommt mit einer vorgegebenen Akku-Ladung am weitesten. Beim traditionellen sportlich orientierten Radfahren haben E-Bikes/Pedelecs nichts zu suchen und sollten bei HFS wg. Zielgruppe "Radsportler" eine Anekdote am Rande bleiben. Natürlich gibt es auch in diesem Bereich, Stoff für Grundsatzdiskussionen ohne Ende, wenn mal an ein anderes Hilfsmotörchen, genannt Dura Ace DI2, denkt. Die einen wünschen sich bergauf eine motorisierte Trethilfe, die anderen eine motorisierte Schalthilfe. Ein sportlicher Radfahrer sollte eigentlich beides allein können, oder am besten gleich 'nen Alpen X mit einem Singlespeed machen, um über alle Diskussionen erhaben zu sein.

Und bei der Öko-Debatte um das leidige Thema, wer am meisten nicht erneuerbare Fremdenergie verschwendet, sind sportlich orientierte Radfahrer beileibe keine Heiligen, allein schon durch die vielen zusätzlichen Wäschetrommeln, die schweißtreibende Bewegung nach sich zieht und die Anfahrt zu Veranstaltungen mit dem PKW. Da schneiden sicher diejenigen am besten ab, die das Rad konsequent als Autoersatz benutzen und so gemächlich fahren, dass sie die Alltagkleidung anlassen können.

Nobody - and nothing - is perfect.

In diesem Sinne

Ulrike
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Beitragvon Con-Rad » 15.11.2010, 23:54

Bravo Ulrike, sehr weise!
Ich habe in der Generalausschreibung für RTF's nachgesehen und da ist lediglich von Rädern und nicht ausdrücklich von Fahrrädern die Rede. Dem Wortlaut nach könnten also auch Motor- Räder teilnehmen, solange sie keinen Triatlon - Lenker haben.
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Beitragvon kolo@post.cz » 17.11.2010, 09:24

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Beitragvon Janibal » 17.11.2010, 09:49

heute morgen hat mich so ein riesen SUV von meinen speziellen Freunden aus Wolfsburg überholt und da stand hinten ganz fett HYBRID drauf. Habe mal nachgeschaut, was das technisch ist. Das Auto hat einen Elektromotor und Batterien an Bord. Der Motor hat 38KW (38.000 W), der Verbrennungsmotor bis 275KW (275.000 W), macht 14% Elektrisch.

Nur so nebenbei erwähnt, mein Haus (energetisch unsaniert) kommt mit 23KW Heizleistung aus und dann noch so um die 3kW elektrisch. Also mit dem einen Auto kannst du ein ganzen Stadtteil am Leben erhalten, das nur nebenbei.

Wieder zur Sache. Der Name HYBRID klingt so schön sauber. So ein bisschen nach Wasser (Hydrat) und er heisst eigentlich nur "etwas Gebündeltes, Gekreuztes oder Gemischtes", oder technisch: ein System, bei welchem zwei Technologien miteinander kombiniert werden.
Also darf sich das Auto auch HYBIRD nennen, wenn die Aussenspiegel manuell zu verstellen sind. Aber der Name hat etwas sooo sauberes und deshalb hat die Madamme mit ihrer Diplomarbeit und dem komischen Namen sich zwar ein Denkmal gesetzt, aber mal wieder den falschen Weg eingeschlagen.

Kompliziert = schlecht!

Also liebe Radhersteller, schaut mal die Autohertseller an, die Verkaufen CO2 als Klimaretter.
Und wenn mich bald so ein E-Rad überholen wird, dann freu ich mich, den der Fahrer kann dann nicht in einen Auto unterwegs sein...
und die Funktionäre vom BDR können dann auch auf Punktejagdt gehen. (das war jetzt politisch nicht korrekt)
St. Jan
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Beitragvon Con-Rad » 17.11.2010, 11:21

Gratuliere Janibal,
HY-BIRD ist wirklich eine sensationelle Wortschöpfung.
Ich gehöre auch so zu deinen Bewunderern.
Gruß....
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Angelboot

Beitragvon Angelboot » 17.11.2010, 11:54

@ kolo@post:....bekanntlich wird nirgends mehr beschissen wie beim Radrennen.

Wie kann man so einen Satz formulieren. Auf einer Radsportseite, wenn auch für Breitensportler.

Fußball: Schiedsrichterbestechung, Spielabsprachen
Formel 1: Teamabsprachen
Pferderennen, usw.usw.

Selbst Journalisten die dem Radsport kritisch gegenüberstehen und gleich wieder eine Gelegenheit sahen dem Radsport zu schaden, sind längst kleinlaut zurück gerudert.

Gwichtserhöhung etc.

Trainiere mal so hart wie Fabian Cancellara, dann hättest du keine Luft mehr um solche Sätze zu formulieren.
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Re: Hybrid

Beitragvon kolo@post.cz » 18.11.2010, 09:53

Janibal hat geschrieben: Also darf sich das Auto auch HYBIRD nennen, wenn die Aussenspiegel manuell zu verstellen sind. Aber der Name hat etwas sooo sauberes und deshalb hat die Madamme mit ihrer Diplomarbeit und dem komischen Namen sich zwar ein Denkmal gesetzt, aber mal wieder den falschen Weg eingeschlagen.

Kompliziert = schlecht!

Also liebe Radhersteller, schaut mal die Autohertseller an, die Verkaufen CO2 als Klimaretter.
Und wenn mich bald so ein E-Rad überholen wird, dann freu ich mich, den der Fahrer kann dann nicht in einen Auto unterwegs sein...
und die Funktionäre vom BDR können dann auch auf Punktejagdt gehen. (das war jetzt politisch nicht korrekt
)
Ja, das Auto scheint Fluch und Segen zu sein. Für keinen anderen Gegenstand wird so viel Geld ausgegeben wie fürs Auto, besonders für die HYBIRDS.

Mann/Frau bewegt 2.315 kg um 75..90 kg zu bewegen, toll, Dekadenz in höchster Vollendung.

Touareg BlueMotion Hybrid

http://www.volkswagen.de/de/models/touareg/CC5.html

der ist auch gut

:mad:
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Beitragvon Stevie » 01.12.2010, 15:23

Ich finde diese neue Art der Fortbewegung - egal ob man es nun als Fahrrad mit Hilfsmotor oder Moped/Motorrad einordnet - interessant und würde sie nicht verteufeln wollen.
Als Sportgerät o. ä. darf man das Ganze natürlich nicht sehen, aber für den Alltag wäre es doch eine sinnvolle Alternative zum Öko-Killer Auto.

Ich persönlich fahre auch jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit (7 km), möchte das nicht missen und würde mir solch ein Gefährt dafür auch nicht zulegen wollen, habe aber viele Kollegen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen (sehr selten) oder Faulheit/Bequemlichkeit (fast immer) ihre 2, 3 oder 4 km zur Arbeit mit dem Auto zurücklegen und dann die Parkplätze bei uns vollstellen, so daß die später zur Arbeit kommenden keine Parkplätze mehr bekommen. Ich höre dann immer: Ich würde ja auch mit dem Fahrrad kommen, aber das geht nicht, weil ...

Wenn man nur die Hälfte dieser Leute aufs Fahrrad (mit Motor) bekommt, hätte man doch ökologisch schon eine ganze Menge gewonnen, die Luft würde sauberer und die Leute, die wirklich weit weg wohnen und das Auto brauchen (am Besten noch als Fahrgemeinschaft) finden wieder einen Parkplatz. Außerdem wären die Leute auch zumindest für den Hin- und Rückweg mal ein bißchen an der frischen Luft und würden evtl. seltener krank werden.


Und wenn sich das Ganze durchsetzt, würde mein Lieblings-Nachbar vielleicht seine Brötchen am Samstagmorgen vom 1 km entfernt liegenden Bäcker auch mit dem Fahrrad/e-bike holen ... :mad:

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