Ironman Lanzarote 2018 (Bericht)

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Tribelix
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Ironman Lanzarote 2018 (Bericht)

Beitragvon Tribelix » 28.09.2018, 11:15

26 Mai 2018 4:00 der Wecker klingelt.
Die Reiswaffeln liegen bereit, jegliches Obst ist aus dem Hotelzimmer verbannt.
Die Routine nimmt ihren Lauf, das Programm wird abgespult.
5:10 ab in den Mietwagen, dieses Jahr mal kein Taxi, die Kosten halten sich so im Rahmen.
Die Fahrt nach Puerto del Carmen, trübt ein wenig die Stimmung, im Dunkeln wehen die Fahnen stärker, als an den Tagen zuvor und wie in der Wettervorschau angekündigt.
Die Parkplatz suche gestaltet sich problematisch, ganz Puerto del Carmen scheint zugeparkt. Nach endlosen Schleifen, wird dann doch,
ein nicht ganz regelkonformer Platz gefunden.
Der Weg zum Start ging steil hinab und schwups ist man da.
Das Rad mit Trinkflaschen befüllen, den Rad und Laufbeutel noch mal checken.
Klamotten aus und NEO an, viel Zeit zum kurz mal das Wasser checken blieb nicht, Temperatur 19° frischer als sonst üblich.
Massenstart mit Blockeinteilung, ich stelle mich zu unter 90 min an.
Beim Reinlaufen hatte man noch etwas Platz, das änderte sich schlagartig mit dem Einsatz von Schwimmbewegungen.
Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung, hier ein Arm, da ein Bein, noch ein Fuß, Körper nach unter drücken. Triathleten sind
im Wasser Kampfschweine, ohne Verlust wird tracktiert.
Bis auf das Gekämpfe lief die erste Runde ganz gut. Nachdem ich wieder Sand unter den Füssen im Wasser hatte, sagte die Uhr 38 min.
Grinsen machte sich breit, gutes Training.
Zweite Runde sollte doch hoffentlich genauso laufen. Es war zwar etwas mehr Platz, doch hier und da ist immer etwas im Weg. Zu
meiner Verwunderung auch mal eine Boje,
die einen Kontakt mit meinem Kopf suchte DONG.
Dritte Große Boje, jetzt nur noch zurück, ca.850 Meter, mal das Tempo anziehen, Kraft ist noch da.
Irgendwie dauerte mir das alles zu lange, mit dem suchenden Blich auf die letze Boje, wollte ich es nicht glauben, die kam gar nicht dichter.
Der Blick nach unten bescheinigte mir, schwimm ich auf der Stelle? Ist die Strömung wirklich so stark?
Ich hab schon das Gefühl gehabt, abzusaufen. Kurzes Brustschwimmen, ich musste meine Atmung erstmal wieder bekommen.
Statt dicht am Strand zu schwimmen, ging ich wieder in das Fahrwasser aller Athleten, nun flutschte es auch wieder
offizielle Zeit 1:23:50 Schwimmen Check

Transition 1 ohne weiter Vorkommnisse mit kurzem Toilettengang
offizielle Zeit 9:03 T1 Check

Die Radstrecke hatte sich zu 2015 ein wenig geändert (ein neuer Sheriff is in daHouse), ich fand sie eigentlich einfacher, "wenn"
der Wind anders geweht hätte.
Hat er aber nicht, deshalb waren die verlängerten Anstiege zudem Windlastig.
Camino Hoya Lampia der nette Schleichweg von der LZ40 Richtung Conil mit seine kleinen fiesen Rampen, machte die Sache mit Wind
nicht einfacher.
Da der Weg noch lang war, machte ich langsam.
Von Conil zur LZ30 der Wind von der Seite, das war hier auch schon einfacher.
Auf der LZ30 dann mal so wie ich es mag, Richtung La Geria, jetzt nur nicht an den Bodegas anhalten, Kette rechts und Dampf bis Uga.
In der scharfen rechts und links Kurve, ein wenig raus nehmen und auf die Mitstreiter achten, wir wollen ja ankommen.
Uga > Yaiza LZ2 immer runter bis Salinas del Janubio einfach nur brettern und den Lenker festhalten.
Eine der schönsten Streckenteile kommt jetzt Richtung El Golfo schroffe Klippen und mal wieder ein wenig bergauf, wird ja sonst
langweilig.
Der Rückweg nach Yaiza über die LZ2 und gleich der laaaaaange geraaaaade Anstieg zu den Feuerbergen, ist irgendwie ähnlich wie die
Allee des Grauens nach Berlin.
Nach den Feuerbergen durfte Richtung Mancha Blanca mal wieder geballert werden, obwohl der Wind von vorne kommt, die Geräuschkulisse an den Ohren war laut.
Die LZ56 kenne ich noch vom OceanLava 2011/12, bissig zum Anfang und schnell zum Schluss.
Die LZ30 geht es jetzt 15 Km fast gerade aus, wellig gegen den Wind nach Teguise. Im Dorf wie immer gute Stimmung.
Jetzt gehen die Anstiege gleich richtig los ab Los Valles.
Auch wenn ich diese Steigung hasse, nach Mirador de Haria, bis zum Windpark rede ich mir die Strecke noch schön, aber dann Wind Wind Wind, die Windräder stehen da nicht umsonst,
da werden 5% zu 12% Steigung.
Bergab in Serpentinen nach Haria, Kette rechts, aber mit Vorsicht.
In Haria ist auf dem Samstag Markt Stimmung weiterhin gut.
Nach Maguez ist der Asphalt ganz schön rau besonders von der Calle Maria Herrera links in die Calle Portillo de Bonilla mit 16%
Gefälle, da heißt es Lenker festhalten und beten.
Die LZ201 ist frisch asphaltiert, es würde besser gleiten, wenn der Wind nicht wäre und bergauf geht es sowieso. Meine Lieblings
Steigung kommt jetzt auf einer Skala von 1-10, eine glatte -10.
So wie die Steigung rauf geht, geht sie auch wieder runter bis YE
LZ202 es kommen Prozente auf die Oberschenkel zu, dazu Wind Wind Wind und es ist egal. Du guckst eh nur nach La Graciosa rüber und sagst: "Was für eine geile Aussicht"
Schon bist du oben Mirador del Rio.
Es geht bergab......knapp 11 km wie oft bin ich hier schon runter? Strava sagt heute sehr schnell. Im Ranging unter den ersten 340
von 5400. Die langen Gleitstrecken mit Aeroposition, sind nichts für meine Adduktoren. Rechts verkrampft es sich komplett, wenig später auch links. Das muss weg sonst wird das nichts mehr. Keine Ahnung wie oft ich mir auf die Beine geklöppelt habe, sie sind nicht wieder gekommen die Krämpfe.
Auf der LZ1 ging es dann rechts ab zur LZ404 Richtung Teseguite. Neu aspahltiert und eigentlich gut zu fahren. Wind, bergauf und die
Sonne machten mir langsam zu schaffen. Das war sloooooow Motion.
Durch Teguise durch ging es etwas rasanter, bis dann der kleine Stich kam, damit die Runde auch wirklich 180 Km lang wird.
Bergab Richtung Caleta de Famara 7 Km hin, 7 Km wieder zurück. Mit Gegenwind bergab und leicht angeschoben bergauf.
Noch 30 Km zu fahren.
DIe paar Höhenmeter werden wohl auch noch gehen, bis es dann nur noch bergab geht.
Nur nichts mehr überreizen, die Muskeln sollen locker bleiben.
Die Schuhe hab ich erst beim abbiegen auf die Promenade auf gemacht, so taub wie vor 3 Jahren, waren sie diesmal nicht.
DIe komplette Wechselzone, lag dieses Jahr am Strand, sodas das gehen runter noch gebrechlicher aussah.
offizielle Zeit 7:52:03 Bike check

Transition 2
das hat heute voll lange gedauert, immer gab es irgendeinen blöden Muskel, der sich beim anziehen der Calfs und Strümpfe, zusammen
ziehen musste.
offizielle Zeit 15:12 T1 Check

Die Laufstrecke wurde zum Glück wieder auf den Stand von 2015 gebracht
2x 11 + 4x 5 Km, so das am Ende man psychologisch in kleinen Schritten denken kann.
Leider ging es mir überhaupt nicht gut am Anfang, trockener Mund, Brechreiz und Schwindel sorgten dafür, das die ersten 2 Stunden
eine einzige Qual waren. Es ist zwar eine schöne Strecke von Puerto del Carmen nach Arrecife an der Promenade lang, sie wird
auch als flach angepriesen, aber jeder kleine Höhenmeter ist einer zu viel, zu dem immer in der Sonne.
Auf dem Rückweg, so nach 16 Kilometern, traf ich dann auch Stine wieder, die genauso zu kämpfen hatte wie ich, aber beim laufen 20
min schneller war.
Die Dunkelheit kommt dann doch schneller, als im Norden und endlich wurde die Temperatur auch erträglicher.
Der Zieleinlauf ist dann doch immer wieder das schönste an der ganzen Sache.
Er bleibt für immer in Erinnerung, weil dieser der LETZTE auf einer Langdistanz war.
Wenn du den härtesten Ironman zweimal gefinished hast, dann hast du mehr erreicht, als manch anderer und mehr als ich mir jemals
vorgestellt habe!

offizielle Zeit 5:54:01 Run Check
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