Fietselfstedentocht in Friesland

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Burkhard
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Fietselfstedentocht in Friesland

Beitragvon Burkhard » 27.06.2019, 14:06

Jedes Jahr am Pinkstermaandag findet die Fietselfstedentocht ab/bis Bolsward nahe dem Ijsselmeer statt. Hatte schon mal davon gehört, auch im Forum wurde hierüber gesprochen (Helmut, Sonne_Wolken in 2016).
Ein Radsportfreund fragte, ob wir uns dort mal bewerben wollen, gesagt-getan. Ca 16000 und mehr wollen teilnehmen, die Starterzahl ist auf 15000 begrenzt, also wird gelost. Am 19.12.18 kam die postive E-mail , wir haben einen Startplatz "gewonnen".
Ca 25 Euro bezahlt, alles sehr unkompliziert.
Im Frühjahr nach Campingplätzen nachgefragt, und auf einer Wiese im nahegelegenen "Boerencamping Half Hichtum" war Platz, 15 € für Camper, 2 Pers. po Nacht, aber ohne Stromanschluss.

Die Startphase verläuft ab 5:00 h in Gruppen zu 650 ! Teilnehmern, die alle 8 Minuten auf die Reise geschickt werden. Ich war in Gruppe 3 um 5:16, Günter in Gruppe 5 um 5:32 h. Hat sich alles ein wenig verzögert, aber um 5:28 hatte ich meinen Startstempel und konnte losfahren. Insgesamt muss man 15 Stempel auf seiner Stempelkaart haben um im Ziel zusammen mit dem mitgeführten "Rückmeldeformular" als Finisher anerkannt zu werden. Die Strecke ist 238 km lang und geht über Orte wie Harlingen, Franeker und Dokkum nach Leeuwarden und zurück nach Bolsward (nördliche Schleife, ca. 138 km) und weiter über Sneek, Oudemirdum, Stavoren, Hindelopen zurück nach Bolsward (Südschleife mit ca. 100 km). Straßen in Orten hatten öfter mal "FlachPflaster", aber sonst guter Zustand.

Was uns erst am Tag zuvor auffiel, dass es keine Verpflegung wie bei unseren RTF üblich gab, mit drei Ausnahmen (am Start eine Honigkuchenschnitte, am Zwischenpunkt Bolsward ein Becher warme Tütensuppe, auf der Rückkehr ergatterte ich einen kleinen Käseblock in Workum). Aber die Läden hatten Pfingsten geöffnet, da konnten wir Verpflegung kaufen. Wassertanken war alle 30-40 km möglich.

Zwei Dinge haben mich sehr beeindruckt:
1. Die Disziplin der Teilnehmer (wenn Radweg, dann Radweg, wenn Rote Ampel, dann Stop, kein Brüllen, kein unvorsichtiges Überholen bei Gegenverkehr), dies alles ist unvorstellbar im Testosteronland Deutschland. Dabei bilden sie genauso Grupen in 2er Reihen wie hierzulande, haben zu 95 % Rennräder dabei und können auch richtig zügig fahren...

2. Die Zuschauer : schon gegen 6 Uhr auf der Straße, dann gegen 10 h, als es sonniger und wärmer wurde, in allen Dörfern und den kleinen Städten sitzen sie auf Wohnzimmersofas mit 10 bis 20 Leuten im Garten und frühstücken, trinken Kopje Koffie, immer mit Anfeuerung und LaOla, wenn eine Gruppe kommt. Lifebands vor der Dorfkneipe sorgen für Unterhaltung, tlw, Rockmusikbeschallung auf einer langen Dorfstraße. Es ist DAS Event in Frysland an Pfingstmontag. Am nächsten Tag berichteten die Zeitungen ausführlich.

Am Ende die Zieldurchfahrt mit Moderation, dann ab in das große Zelt, wo die vollständig gefüllte Stempelkaart geprüft wird und man eine Medaille erhält. Das war's, das Zielbier muss man kaufen.

(aus der lokalen Presse "Leeuwardener Courant": 15000 angemeldet, 13750 gestartet, 750 aufgegeben (doppelt soviele wie in den Vorjahren), 20 Unfälle, die Anzahl der Ausländer steigt: Deutsche > 400, dann etwas weniger Belgier).

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