BDR will Breitensport vermarkten

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Helmut
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BDR will Breitensport vermarkten

Beitragvon Helmut » 08.07.2015, 00:14

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

http://www.rad-net.de/nachrichten/neue- ... 36553.html
rad-net hat geschrieben:Bator soll künftig gezielt Unternehmen, Sportvermarkter und Organisationen ansprechen, um aktiv für neue Sponsoren und Kooperationen zu werben. Konkret geht es um die effektive Vermarktung des Nationaltrikots, des BDR-Breitensports sowie des kontinentalen rad-net ROSE Teams.
Na, da bin ja gespannt, was da auf und zu kommen wird.
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Kiezkicker
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Beitragvon Kiezkicker » 17.07.2015, 08:37

Danke für den Hinweis, Helmut.

Lobenswert, wie uneigennützig Bator "nach einer Möglichkeit (sucht), wie ich dem Radsport sinnvoll helfen kann. Das von mir mitgegründete Unternehmen TeamVision mmc GmbH ist meine Antwort auf diese Frage. Ich hoffe, dass ich Menschen und Marken schnell davon überzeugen kann, wie sehr sich ein Engagement im Radsport mit seiner Vielzahl von Disziplinen lohnen und mit erheblichem Werbegegenwert gewinnbringend nutzen kann.»

Wie bei der Olympiabewerbung stellt sich auch hier die Frage, wer gewinnt bei der Sache? Der Mensch oder die Marke? Bator oder der Radsport? Bitte jetzt nicht win-win oder ähnliches...

Ich finde, es gibt genug radelnde Werbetafeln.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 17.07.2015, 09:17

Kiezkicker hat geschrieben:Bitte jetzt nicht win-win oder ähnliches...
Warum nicht? Was ist denn bitte gegen "win-win" einzuwenden?

Werbertafeln sind auch die RTF-Fahrer schon lange. Wer eine Wertungskarte erwirbt, bekommt für das Jahr auch eine eigene Startnummer ausgehändigt, die für alle RTFs, CTFs und Radmarathons gilt. Da steht der Name eines Sponsors drauf, damit der mithilft, den Preis für die Karte und die Nummer gering zu halten. In diesem Jahr ist die Nummer werbefrei, weil es dem BDR nicht gelang eine Sponsor zu finden.

Sollte es professionellen arbeitenden Leuten gelingen, dass da 2016 wieder der Name eines Werbetreibenden draufsteht, hat er sich mehr als nur ein "Dankeschön" für seine Arbeit verdient.

Wer keine Werbung will, muss bereit sein selbst mehr Geld auszugeben. Wer will das?
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Beitragvon Heimfelder Dirk » 17.07.2015, 11:26

Helmut hat geschrieben:Sollte es professionellen arbeitenden Leuten gelingen, dass da 2016 wieder der Name eines Werbetreibenden draufsteht, hat er sich mehr als nur ein "Dankeschön" für seine Arbeit verdient.

Wer keine Werbung will, muss bereit sein selbst mehr Geld auszugeben. Wer will das?
:GrosseZustimmung:

Wenn Marc Sponsoren aquiriert die so viel Geld geben dass wir alle im nächsten Jahr RTF fahren können ohne etwas dafür zu bezahlen, hätte ich nichts dagegen. Wenn wir dafür mit dem Sponsorenlogo auf der Startnummer unterwegs sind und dadurch dessen Bekanntheitsgrad steigern, wäre es mir auch Recht. ;-)
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Beitragvon crumble » 17.07.2015, 11:35

Helmut hat geschrieben:Wer keine Werbung will, muss bereit sein selbst mehr Geld auszugeben. Wer will das?
Es geht auch mit weniger Service. Da ich mir Sonntag einen Saeugling anschauen wollte, musste ich mir fuer den anstehen Urlaub in den Bergen woanders als in Seevetal Hoehenmeter erstrampeln. Ich bin in Muenster beim Tollen Bomberg gelandet. Die hatten zwar auch Werbung fuer einen lokalen Fahrradhaendler, aber der niedrige Preis kam vor allem dadurch zustande, dass es an den Kontrollen nur Bananen sowie Muffins und Mandelecken vom Discounter gab. Die Stimmung an den Kontrollen war trotzdem super.

Wenn lokale Haendler die RTFs unterstuetzen, ist mir das ehrlich gesagt lieber, als wenn auf einmal bundesweit aufblasbare Boegen von Versendern oder grossen Ketten stehen. Oder gar die Namensrechte verkauft werden und ich anstatt einer RTF nur noch eine AMGEN-Trophy fahren kann.
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RTF für lau?

Beitragvon axiom 1 » 17.07.2015, 13:09

Heimfelder Dirk hat geschrieben: Wenn Marc Sponsoren aquiriert die so viel Geld geben dass wir alle im nächsten Jahr RTF fahren können ohne etwas dafür zu bezahlen, hätte ich nichts dagegen.
Das dürfte den Vereinen nicht recht sein, denn eine erfolgreiche RTF bei gutem Wetter lässt schon einige Euros in der Vereinskasse zurück. Interessant dürfte dies allerdings sein, wenn Vereine durch Schlechtwetter gebeutelt sind und "kalte" machen. Eine Art Ausfallbürgschaft durch Sponsorengelder gegen RTF-Verluste wäre schon eine große Hilfe. Aber wer verwaltet diesen Papiertiger?
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Heimfelder Dirk
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Re: RTF für lau?

Beitragvon Heimfelder Dirk » 17.07.2015, 13:14

axiom 1 hat geschrieben:
Heimfelder Dirk hat geschrieben: Wenn Marc Sponsoren aquiriert die so viel Geld geben dass wir alle im nächsten Jahr RTF fahren können ohne etwas dafür zu bezahlen, hätte ich nichts dagegen.
das dürfte den Vereinen nicht recht sein, denn eine erfolgreiche RTF bei gutem Wetter lässt schon einige Euros in der Vereinskasse zurück.
Mit diesem (überzogenen) Beitrag meinte ich nicht den Fortfall der Startbeiträge, sondern die Übernahme durch Sponsoren. ;-)
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Re: RTF für lau?

Beitragvon axiom 1 » 17.07.2015, 15:15

Heimfelder Dirk hat geschrieben:Mit diesem (überzogenen) Beitrag meinte ich nicht den Fortfall der Startbeiträge sondern die Übernahme durch Sponsoren ;-)
Das wäre ein Traum. Mal sehen, was daraus wird. Die vielen bunten Leibchen in der diesjährigen Tour-Wertung für deutsche Starter bewirkt ja vielleicht etwas.
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Beitragvon Kiezkicker » 17.07.2015, 15:52

Helmut hat geschrieben:
Kiezkicker hat geschrieben:Bitte jetzt nicht win-win oder ähnliches...
Warum nicht? Was ist denn bitte gegen "win-win" einzuwenden?
Weil ich der Meinung bin, dass dieses win-win-Denken nur kaschieren soll, dass der eine eben doch ein wenig mehr win hat. Ich zahle auch in anderen Bereichen eher mehr Geld für weniger oder gar keine Werbung. Muss man sich leisten können. Oder wollen.
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Beitragvon axiom 1 » 17.07.2015, 16:24

Kiezkicker hat geschrieben:Weil ich der Meinung bin, dass dieses win-win-Denken nur kaschieren soll, dass der eine eben doch ein wenig mehr win hat.
Das Leben ist definitiv nicht gerecht. Daher gibt es auch eher kein gleiches Gewinnen bei win-win. Solange das Verhältnis aber erträglich ist, sollten alle zufrieden sein.

Als "Kiezkicker" kennst Du das Problem ja vom Millerntor. Den Stadionnamen nicht zu vermarkten, muss man sich leisten können. Und wenn die dicken Schiffe irgendwann nicht mehr die Elbe hoch nach Hamburg kommen, dann kann sich das die Stadt nicht leisten. U. a. deshalb muss man über Olympia als win-win nachdenken.

Es gibt übrigens auch für mich Dinge, die gerne schier und daher teurer sein dürfen.
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Beitragvon Helmut » 17.07.2015, 19:47

crumble hat geschrieben:Es geht auch mit weniger Service. Da ich mir Sonntag einen Saeugling anschauen wollte, musste ich mir fuer den anstehen Urlaub in den Bergen woanders als in Seevetal Hoehenmeter erstrampeln. Ich bin in Muenster beim Tollen Bomberg gelandet. Die hatten zwar auch Werbung fuer einen lokalen Fahrradhaendler, aber der niedrige Preis kam vor allem dadurch zustande, dass es an den Kontrollen nur Bananen sowie Muffins und Mandelecken vom Discounter gab.
Es ist m. E. ein weit verbreiteter Irrtum, dass die RTF z. B. in HH und SH wegen üppiger Verpflegung teurer als die in NRW wären. Dahinter steht in diesen beiden Bundesländern einfach eine andere Denke der Veranstaltergemeinschaft. Die damalige Preiserhöhung von 3 bzw. 5 auf 5 bzw. 10 Euro hatte m. W. nichts mit gestiegenen Lebensmittelpreisen oder gestiegenen Ansprüchen an die Verpflegung zu tun. Das haben einige von denen mehrfach betont.

Ach ja, wenn der Breitensport erfolgreich vermarktet wird, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Mehreinnahmen auch direkt wieder in den Breitensport fließen.
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Beitragvon Knud » 17.07.2015, 21:50

Helmut hat geschrieben:Ach ja, wenn der Breitensport erfolgreich vermarktet wird, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Mehreinnahmen auch direkt wieder in den Breitensport fließen.
Das ist leider wahr. Aber genau das wäre mein Interesse an der Sache. Und auch mein Anspruch. Das muss nicht heißen, dass RTF-Teilnahmen billiger werden. Aber die Jugendarbeit der Vereine kann sicher Unterstützung brauchen, vielleicht auch Radpools für Einsteiger. Bahnräder zum Ausprobieren oder Schulprojekte oder...

Es wäre wohl das kleinste Problem, etwa vorhandenes Geld sinnvoll auszugeben.

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Beitragvon Kiezkicker » 18.07.2015, 06:00

axiom 1 hat geschrieben:
Kiezkicker hat geschrieben:Weil ich der Meinung bin, dass dieses win-win-Denken nur kaschieren soll, dass der eine eben doch ein wenig mehr win hat.
Das Leben ist definitiv nicht gerecht. Daher gibt es auch eher kein gleiches Gewinnen bei win-win. Solange das Verhältnis aber erträglich ist, sollten alle zufrieden sein.

Als "Kiezkicker" kennst Du das Problem ja vom Millerntor. Den Stadionnamen nicht zu vermarkten, muss man sich leisten können. Und wenn die dicken Schiffe irgendwann nicht mehr die Elbe hoch nach Hamburg kommen, dann kann sich das die Stadt nicht leisten. U. a. deshalb muss man über Olympia als win-win nachdenken.
Beim Stadionnamen war und (ist) es auch die Frage – neben den eher sozialromantischen Vorstellungen –, inwieweit sich der Verein (oder ein Verband) abhängig machen will von den Werbegeldern. Wenn erstmal solche Firmen wie die von Bator in den Breitensport drängen und sich dort, äh, breit machen, dann werden Abhängigkeiten entstehen, von denen im Zweifel eher der Vermarkter als der Sportler profitiert.

Bei Olympia ist sicher auch einiges win-win dabei, aber unter'm Strich gewinn' nicht ich, sondern McDoof, das IOC, Kocka-Gola und andere Weltfirmen. Auf meine Kosten.

Die dicken Schiffen auf der Elbe und die Rolle des Containerhafens werden aus rückständigem Lokalpatriotismus-Denken und wirtschaftlichem Klein-Klein überschätzt. Aber anderes Thema.
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Beitragvon axiom 1 » 24.07.2015, 12:31

Kiezkicker hat geschrieben: Bei Olympia ist sicher auch einiges win-win dabei, ... Auf meine Kosten.
... rückständigem Lokalpatriotismus-Denken und wirtschaftlichem Klein-Klein überschätzt
krasse Argumentationskette! Entweder immer Tellerrand oder nie, Du hast die Wahl ...
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 24.07.2015, 13:22

Lustig dass hier schon der eine Teil des "win" dankend abgelehnt wird, ehe überhaupt ein Cent aquiriert ist.

Wie es um den Radsport steht hat ja u.a. das Teamsterben im Pro-Bereich gezeigt (nicht nur in D) und wenn man mal mit Leuten sprich die hinter den Kulissen sagen wir mal im Lizenzbereich Nachwuchs/Damen zu tun haben, dann hat man am Ende keine Freudentränen in den Augen. Die Sache der -eher ungewollt- werbefreien Rückennummer ist auch nur ein weiteres Indiz.

Kurzum: Es gibt keine leicht abzuarbeitende Warteschlange von Firmen, die unbedingt Geld loswerden wollen im Radsport. Da muss man schon mit langem Atem und am besten guter Visitenkarte viel harte Arbeit investieren, um ein paar Taler aufzutreiben.

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