Feuer und Flamme für Olympia in Hamburg

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Helmut
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Beitragvon Helmut » 23.05.2015, 00:28

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Wohl auch insbesondere dank des Hamburgers Johannes Kahrs (SPD) und auch der Hamburgerin Anja Anja Hajduk (Grüne) tritt der Bund mit der Zusage auf 3 * 10 Mio. Euro für die Hamburger Olympia-Bewerbung 2024 in den 2015-2017 in Vorlage. Nun ist der Senat und die Hamburger Wirtschaft an der Reihe ihre Zusagen zu halten.

http://www.deutschlandfunk.de/olympia-2 ... _id=320560
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Kiezkicker
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Beitragvon Kiezkicker » 20.08.2015, 19:06

http://www.abendblatt.de/hamburg/articl ... siken.html

Da helfen dann wohl auch keine Fackeln mehr... alle Bedenken und Risiken werden vom Rechnungshof bestätigt und geteilt. Na, dann vielleicht 2028 auf ein Neues.

"Der Rechnungshof besitzt keine Exekutiv- und Sanktionsbefugnisse. Er überzeugt durch Argumente." ok ... das wird dann wohl bei einigen nicht zünden...
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Derrstre
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Beitragvon Derrstre » 03.09.2015, 18:02

ich freu mich auch schon riesig drauf :)
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 04.09.2015, 20:49

Kiezkicker hat geschrieben:http://www.abendblatt.de/hamburg/articl ... siken.html

Da helfen dann wohl auch keine Fackeln mehr... alle Bedenken und Risiken werden vom Rechnungshof bestätigt und geteilt.
Der Senat weist diese Darstellung zurück:

https://www.ndr.de/sport/olympia/Olympi ... of100.html

Derweil kritisiert der ADFC Hamburg das Fehlen eines Mobilitätskonzepts. Der ADFC schrieb:

„Wenige Wochen vor dem Bürgerschaftsreferendum zur Olympiabewerbung hat der Senat immer noch kein Mobilitätskonzept vorgelegt, das belastbar zeigt, wie sich Hamburgs Verkehr im Zeichen von Olympia entwickeln wird“, kritisiert Kirsten Annuschat, Landesvorsitzende des ADFC Hamburg.

Über eine Frage von der Tragweite und Größenordnung einer Olympiabewerbung könne aber nur dann politisch-gesellschaftlich verantwortlich diskutiert und abgestimmt werden, wenn alle relevanten Informationen auf dem Tisch liegen. „Zudem ist aus unserer Sicht eine Rücktrittsklausel unerlässlich, falls Hamburg sich für Olympia entscheidet und den Zuschlag erhält“, fordert Annuschat. Nur eine solche Klausel garantiere, angemessen reagieren zu können, wenn neue oder alle Fakten bekannt werden würden.

Der Senat verspreche zwar »kompakte Spiele im Herzen der Stadt«, mit »kurzen Wegen und einer stadtverträglichen Mobilität: emissionsarm, zu Fuß, mit dem Rad, mit Bus und Bahn.« Olympia würde, behaupten die Befürworter, den „Durchbruch Hamburgs zur Fahrradstadt beschleunigen“. Das angekündigte »Mobilitätskonzept Olympia 2024« der Stadt beschäftigt sich aber im Wesentlichen mit der Frage, wie viele Besucher zu den Spielen kommen, auf welchen Wegen und mit welchen Verkehrsmitteln sie anreisen und wie der Verkehr während der Spiele gestaltet werden kann. „Mehr noch als die Lenkung der Besucherströme während der Spiele interessiert uns als Radfahrerlobby aber, wie sich die Stadt und der Verkehr bis 2024 im Zeichen von Olympia entwickeln wird“ so Kirsten Annuschat. Derzeit seien aus dem Rathaus nur Absichtserklärungen zu hören. Viele entscheidende Fragen blieben aufgrund des engen, vom IOC vorgegebenen Zeitplans, unbeantwortet.

Betrachte man vorangegangene Spiele – etwa die von London 2012 – liege die Vermutung nahe, dass sich bis 2024 eine zusätzliche umfangreiche Bautätigkeit in Hamburg entwickeln wird, die mit einer erheblichen Zunahme des Kfz-Verkehrs und vor allem des Lkw-Verkehrs einhergeht. Es sei daher zu befürchten, dass dieser motorisierte „Olympia-Verkehr“ die Attraktivität und die Sicherheit des Radverkehrs in der Stadt erheblich beeinträchtigen werde.

„Skeptisch gegenüber den Versprechungen des Sentas macht uns auch, dass es die Stadt in der Vergangenheit nicht geschafft hat, Großveranstaltungen fahrradfreundlich durchzuführen, sei es den Kirchentag, den Hafengeburtstag, die Airport-Days oder den Hamburg-Marathon«, so Annuschat.

Die ADFC-Vorsitzende fordert daher eine unabhängige Studie zu der Frage, wie sich der Verkehr bis 2024 in Hamburg entwickeln wird, wenn die Stadt den Zuschlag für Olympia erhält: In welchem Ausmaß wird der Autoverkehr zunehmen, wird es mehr Lkw in der Stadt geben, was ist mit den CO2-Emissionen und der Lärmbelästigung durch die baulichen Anstrengungen, die Stadt für Olympia herzurichten? Wie wirkt sich der „Olympia-Verkehr“ auf die Verkehrssicherheit auf Hamburgs Straßen aus? Und: Ist garantiert, dass die für den Ausbau des Radverkehrs versprochenen zusätzlichen personellen Kapazitäten in den Behörden dann nicht für die Vorbereitung der Spiele abgezogen werden?

»Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hält der ADFC Hamburg die Risiken einer Olympiabewerbung insbesondere hinsichtlich einer Verschlechterung des Verkehrsklimas für Hamburgs Radfahrende für unkalkulierbar«, so Annuschat. Eine Zunahme des motorisierten Verkehrs in der Stadt infolge von Olympia sei nicht mit dem Ziel des Senats vereinbar, Hamburg zur „Fahrradstadt“ auszubauen.
Zuletzt geändert von Helmut am 04.09.2015, 22:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Knud » 04.09.2015, 21:51

Bis zur Abstimmung liegen uns doch alle Zahlen vor. Auf dieses Wort kann man sich doch sicher verlassen. Und da für die Ermittlung der zu erwartenden Kosten, alle Pläne schon in gewisser Detailtiefe vorliegen müssen, arbeiten die entsprechenden Senatsstellen bereits mit dem fertigen Verkehskonzept und schätzen gerade die Kosten der darauf folgenden Investitionen ab.
Ebenso sind die Boden-Gutachten bereits erstellt, die ggf. notwendige Sanierungen der vorgesehen Olympia-Standorte aufzeigen.

War doch so, oder?
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Kiezkicker
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Beitragvon Kiezkicker » 10.09.2015, 11:20

Alle Zahlen liegen gewiss nicht bis zum 29.11. vor, das sagen ja selbst der Olympia-Senator und sein Staatsrat. "Seriöse Kostenschätzungen" ist alles, wozu man sich hinreißen mag. Und diese unterliegen dann noch dem Gegencheck durch das IOC.

Das Verkehrskonzept soll Ende Oktober der geneigten Öffentlichkeit vorgelegt werden (s. Ausschussitzung Sport und Olympia, Beitrag Holstein). Allerdings wird dieses, für einiges Geld von der SHP-Agentur erstellte Konzept nur Aufschluss darüber geben, wie man die japanischen und russischen Olympiatouristen am besten vom Flughafen in den Hafen bringen kann.

"Das ist zu wenig", wie unser Trainer immer sagt.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 22.10.2015, 00:19

Hier das Video zum offiziellen Bewerbungssong:

https://www.youtube.com/watch?v=lPJFL3B ... e=youtu.be
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Tribelix
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Beitragvon Tribelix » 22.10.2015, 07:16

Helmut hat geschrieben:Hier das Video zum offiziellen Bewerbungssong:

https://www.youtube.com/watch?v=lPJFL3B ... e=youtu.be
Erinnert mich in Teilen an "The Clash" Anfang der 80ziger.
Hab schon schlechteres gehört, gar nicht so schlecht für eine Deutsche Produktion. :cool:
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 11.11.2015, 00:38

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Was kostet eigentlich Olympia?

http://www.bild.de/regional/hamburg/oly ... .bild.html
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Mike667
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Beitragvon Mike667 » 29.11.2015, 21:41

Die Flamme ist erloschen... :ifreumi:
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olaf
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Beitragvon olaf » 29.11.2015, 22:12

Hamburg entscheidet sich gegen Olympia 2024 :mad:


Ein weiterer Schritt zurück in die Zeit der geistigen und kulturellen Bewegungslosigkeit und eine vergebene Chance auf einen Aufbruch in eine neue Zeit :sad:
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Reisender
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Beitragvon Reisender » 29.11.2015, 22:27

Hamburg hat den Politikern, Lobbyisten und korruptem IOC den Vogel gezeigt, GOTT SEI DANK. :cool:
Ganz Hamburg JUBELT, die anderen paar später auch, so bald der Kopf wieder klar denken kann. :GrosseZustimmung:
<< Foto by Helmut
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Beitragvon Helmut » 29.11.2015, 23:02

Reisender hat geschrieben:Ganz Hamburg JUBELT, die anderen paar später auch, so bald der Kopf wieder klar denken kann.
Deine Meinung in Ehren, aber

1. Deine Einschätzung, dass z. B. ich nicht klar denke würde, halte ich für eine Fehleinschätzung und

2. hat der Stimmungsumschwung vor dem Referendum wohl insbesondere etwas mit der aktuellen Nachrichtenlage zu tun und der unsicheren Kostenübernahmegarantie des Bundes. Beides ist kein Grund, um als Hamburger darüber zu jubeln.

By the way: Es gibt z. Z. ein anderes Ereignis, dass die Stadt auf Dauer mindestens so verändern wird, wie es diese eine Olympiade getan hätte, und ebenfalls mit schwer kalkulierbaren Kosten verbunden ist, ebenfalls ohne Kostenübernahmegarantie des Bundes. Wie da wohl ein Bürgerentscheid ausgehen würde?
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Beitragvon Grotefend » 30.11.2015, 00:08

Reisender hat geschrieben:Hamburg hat den Politikern, Lobbyisten und korruptem IOC den Vogel gezeigt...
Nach den Referenden zur Schulpolitik und zum Rückkauf der Gas-, Strom- und Fernwärmenetze ist dies nun das dritte Mal, bei dem "das Volk" nicht so abstimmt, wie "von oben" gewünscht.
Mir scheint, es ist bald an der Zeit, dass sich der Senat ein anderes Volk sucht.
Sonne in den Speichen sieht nur, wer sein Rad bewegt.
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Tribelix
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Beitragvon Tribelix » 30.11.2015, 10:53

Reisender hat geschrieben:Ganz Hamburg JUBELT, die anderen paar später auch, so bald der Kopf wieder klar denken kann. :GrosseZustimmung:
Man muß nicht jeden Kommentar, von einem Verbalakrobaten kommentieren, nur mal für sich stehen lassen.
Meine Prognose zu dem Ergebnis:
In den nächsten 5 Jahren, werden die Cyclassics und der Hamburg Triathlon nicht mehr in Hamburg stattfinden.
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Beitragvon CGB » 30.11.2015, 11:33

Tribelix hat geschrieben:Meine Prognose zu dem Ergebnis:
In den nächsten 5 Jahren, werden die Cyclassics und der Hamburg Triathlon nicht mehr in Hamburg stattfinden.
Wie kommst du da drauf? Cyclassics und Triathlon sind doch noch sehr beliebt?
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Beitragvon micha » 30.11.2015, 11:36

Grotefend hat geschrieben:Mir scheint, es ist bald an der Zeit, dass sich der Senat ein anderes Volk sucht.
Mich bräuchten sie nicht zu suchen, ich bin schon da. Es ist ja mein Senat (Kraft meiner Stimme).

Und es hat auch nicht das Volk, sondern die Hälfte + X anders als gehofft (auch von mir) abgestimmt.

Nichtsdestotrotz: Mehrheit ist Mehrheit und somit zu akzeptieren. Weder schlechte Verlierer noch Siegermentalität sollten nun die Diskussion bestimmen.

Micha (bißchen traurig)
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Beitragvon lescargot » 30.11.2015, 12:57

Wider meiner Befürchtungen hat die Vernunft eine Mehrheit gefunden.
Zum Glück bleibt uns Olympia erspart.
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Tribelix
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Beitragvon Tribelix » 30.11.2015, 13:26

CGB hat geschrieben:
Tribelix hat geschrieben:Meine Prognose zu dem Ergebnis:
In den nächsten 5 Jahren, werden die Cyclassics und der Hamburg Triathlon nicht mehr in Hamburg stattfinden.
Wie kommst du da drauf? Cyclassics und Triathlon sind doch noch sehr beliebt?
Die Cyclassics suchen einen/mehrere Sponsoren um das Ereignis weiter aufrecht zu erhalten.
Der Hamburg Triathlon hat gerade im letzten Jahr einen Startpreis-Explosion hingelegt, die sich gewaschen hat.
Beide Veranstaltungen werden von Lagardére organisert.
Ist nur eine Ahnung, aber die Anzeichen sprechen dafür.
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Beitragvon olaf » 30.11.2015, 14:03

Tribelix hat geschrieben:Die Cyclassics suchen einen/mehrere Sponsoren um das Ereignis weiter aufrecht zu erhalten.
Der Hamburg Triathlon hat gerade im letzten Jahr einen Startpreis Explosion hingelegt, die sich gewaschen hat.
Beide Veranstaltungen werden von Lagardére organisert.
Ist nur eine Ahnung, aber die Anzeichen sprechen dafür
Die Befürchtung ist nicht ganz unberechtigt! Große Veranstaltungen benötigen immer einen gewissen "Leuchtturmeffekt", den sie nutzen können. Ansonsten verlieren sie an Bedeutung und verschwinden!

Mit Olympia wäre es um einiges einfacher geworden, Sponsoren zu finden! Gucken wir mal, was die Zukunft so bringt?
axiom 1
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Beitragvon axiom 1 » 30.11.2015, 14:07

Tribelix hat geschrieben: Meine Prognose zu dem Ergebnis:
In den nächsten 5 Jahren, werden die Cyclassics und der Hamburg Triathlon nicht mehr in Hamburg stattfinden.
Da sich offenbar immer öfter Bedenkenträger und kurzfristiges Denken durchsetzen, halte ich diese Prognose für realistisch. :(

Unklare Kostenübernahme durch den Bund, unabsehbare Kosten für Flüchtlinge, Attentate in Paris, flächendeckendes Doping der Russen in der olympischen Kernsportart usw. haben die ursprünglich satte Mehrheit schrumpfen lassen.

Viele Veranstaltungen wurden mit Blick auf die Bewerbung bisher bezuschusst. Zumindest der (Spitzen-)Sport in Hamburg wird das wohl radikal ausbaden. Es wird sich wie ein Dammbruch auf andere Großveranstaltungen in Hamburg auswirken.

Investitionen in die Zukunft? Visionen? Das war ein schwarzer Tag für Hamburgs Zukunftschancen. :mad:

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Beitragvon Kiezkicker » 30.11.2015, 14:17

Gestern hat die Mehrheit der Hamburger*innen bewiesen, dass sie sich nicht von Fantasy-Olympiabildern, nicht belastbaren Finanzkonzepten und leicht dümmlichen Plakatkampagnen beeindrucken lässt.

Triathlon und Cyclassics werden dann durchgeführt, wenn sie sich für den Veranstalter rechnen. Und der Zulauf zu beiden Events ist ja ungebrochen, warum sollten die jetzt durch die gestrige Abstimmung wegbrechen?

Der Spitzensport interessiert den gemeinen Hamburger offenbar nicht, der will und soll vor Ort seinen Sport ausüben. Ein milliardenteures Stadtentwicklungsprogramm und Supersport-Doping-Kommerz-Event wie die vierwöchige IOC-Olympiade schien ihm da vermutlich nicht besonders "zielführend". Der Spruch "Keine Breite ohne Spitze" aus dem Mund von Top-Funktionären wie Vesper oder Hörmann klingt auch nicht besonders glaubwürdig.
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 30.11.2015, 14:36

Tribelix hat geschrieben:... Die Cyclassics suchen einen/mehrere Sponsoren um das Ereignis weiter aufrecht zu erhalten.
Der Hamburg Triathlon hat gerade im letzten Jahr einen Startpreis Explosion hingelegt, die sich gewaschen hat.
Beide Veranstaltungen werden von Lagardére organisert.
Ist nur eine Ahnung, aber die Anzeichen sprechen dafür
Nicht nur diese beiden, sondern auch manch andere. Aber warum sollten sie damit in andere Städte abwandern? Wenn, dann lohnt es sich eher woanders etwas neues, zusätzliches zu machen (wie z. B. Berlin, wurde ja etliche Jahre nach Hamburg aus der Taufe gehoben) und dann in mehreren Städten die recht ansehnlichen Startgelder aufzurufen. Noch klappt es ja.
axiom 1 hat geschrieben:Unklare Kostenübernahme durch den Bund, unabsehbare Kosten für Flüchtlinge, Attentate in Paris, flächendeckendes Doping der Russen in der olympischen Kernsportart usw. haben die ursprünglich satte Mehrheit schrumpfen lassen.
Das mit der unklaren Kosten(übernahme)situation kann man gewiss so stehen lassen. Aber alles andere was jetzt so von der abgewatschten Politik als vermeintliche Gründe ins Feld geführt wird - Tschuldigung, da kann ich nur das alte Thomas-Doll-Zitat bringen "Da lach ich mir doch den Ar$ch ab!", das ist doch reine Ablenkung vom eigenen Versagen.

Das müssen sich der Senat und alle anderen Unterstützer/Befürworter ganz klar vorhalten lassen: Wenn man sagt "Von den 11,2 Mrd. (mal gutgläubig, dass es nicht noch mehr geworden wäre) brauchen wir nur 1,2 Mrd. zu zahlen, der Rest kommt von Bund, IOC, den Einnahmen ...", dann muss man es auch wirklich plausibel, glaubhaft und belastbar rüberbringen. Das ist imho aber niemandem gelungen, von daher ist das Ergebnis nur folgerichtig. Und imho ist auch gut, dass man sich nicht alle paar Jahre eine neue Wundertüte andrehen lässt.
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Beitragvon crumble » 30.11.2015, 15:24

Kiezkicker hat geschrieben:Der Spruch "Keine Breite ohne Spitze" aus dem Mund von Top-Funktionären wie Vesper oder Hörmann klingt auch nicht besonders glaubwürdig.
Der stimmt aber fuer fast alle Sportarten ausser dem Fussball. Medien zeigen nur den Spitzensport. Selbst viele Weltmeister schaffen es nicht mal mit einem Zweizeiler in die Medien. In solchen Sportarten finden sich dann nur ein paar Nerds. Von Breite kann da weit und breit keine Spur sein.

Der BDR ist ja angeblich einer der groessten Verbaende in Deutschland. Aber bei den norddeutschen Cross-Meisterschaften gab es beinahe mehr Medaillen als Fahrer. Die Zuschauerzahl, die fuer mehr als ein halbes Rennen dort war und weder verwandt noch verschwaegert war, kann man auf 3 beziffern. Und das liegt sicherlich nicht daran, dass der Gluehwein nicht richtig heiss war. Wenn Stefan Raab Sockenweitwurf macht, stehen dank seiner Medienmacht ein paar tausend Leute daneben.
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Beitragvon Mike667 » 30.11.2015, 15:43

Selters statt Sekt oder David schlägt mal wieder (den vermeintlichen) Goliath

Eine Vielzahl von Hamburger Wählern haben in den letzten Wochen über eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024 in Hamburg abgestimmt. Von diesen Wählern waren 51,6% der Meinung, dass es besser wäre sich nicht zu bewerben. Als Gründe für das Scheitern werden u. a. die (schwierige) politische Lage (u. a. Flüchtlinge), die Skandale bei FIFA & DFB und das systematische Doping der russischen Leichtathleten angeführt. Dann kamen die schrecklichen Terroranschläge von Paris hinzu. All diese Faktoren haben sicherlich dazu beigetragen, dass das Referendum scheiterte, aber ausschlaggebend waren sie wahrscheinlich nicht. Der Terroranschlag beeinflußte sicherlich die Wähler, die gestern an den Urnen abstimmten, die Vielzahl der Briefwähler konnten diesen noch nicht einmal erahnen, als sie ihr Kreuz beim "Ja" oder "Nein" machten.

Wahrscheinlicher liegt einer der Hauptgründe für das Scheitern des Referendums bei den Medien. Hamburger Abendblatt, MOPO, NDR und andere haben viel zu undifferenziert über das Vorhaben Olympia 2024 berichtet. Viel zu wenig wurde kritisch hinterfragt. Viel lieber haben sie zu oft eine heile Welt propagiert und alles durch die rosarote Brille gesehen. Hinzukommen die oftmals in meinen Augen übertriebenen Aktionen der Befürworter. Manches gut gemeint, aber hanseatisches Understatement sieht anders aus. Dazu noch die überbordende Kampagne mit der Hamburg schon fast zugepflastert wurde. Soviel Übertreibung und heile Welt macht misstrauisch. Die Frage nach dem "Haken" an der ganzen Sache wird lauter - die Stimmung vom Pro kippt zum Kontra. Dieses Mal unmerklich an allen - auch den Wahlforschern - vorbei.

Am Abend der Entscheidung und am Tag danach hätte man sich ein wenig (mehr) Selbstreflextion der Medien gewünscht. Stattdessen prügeln die Chefredakteuere von MOPO und Hamburger Abendblatt mehr oder weniger direkt auf die "blöden" Hamburger Bürger ein.

Zudem hat das IOC selbst hat in Sachen Reformen im eigenen Haus bisher wenig geliefert. Anstatt die die Winterspiele 2022 aufgrund von wenig geeigneten Bewerberstädten ausfallen zu lassen (Peking kein Schnee und weite Wege, Almaty wirtschaftlich (zu) unsicher), werden die Spiele an Peking vergeben. The show must go on, koste es was es wolle.

Als ich vor einigen Wochen mit einem Kollegen - er durfte als Hamburger abstimmen - beim Mittagessen über das Referendum sprach und ich ihn fragte, ob er schon abgestimmt hätte, war seine Antwort, dass er und alle wahlberechtigen Personen in seinem Haushalt mit "Nein" gestimmt hätten. Auf meine Frage nach dem Warum, gab er mir als Antwort, dass Hamburg andere Probleme zu bewältigen hätte und dass niemand mehr dieses Format, bei dem der Sport nur noch Nebensache ist, bräuchte.

Letztendlich finde ich es gut, dass das Referendum so ausgegangen ist. Beim Profisport ist der Sportler oft nur noch schmückendes Beiwerk im knallharten Wirtschaftsgeschäft.

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