Nicht ganz dicht, der Himmel

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Janibal
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Nicht ganz dicht, der Himmel

Beitragvon Janibal » 17.06.2011, 11:06

Gestern, als ich wie gewohnt mein Lohnverteilungszentrum verließ, war es schon dunkel. Die Uhr stand bei 17:00 Uhr. Kurz drauf wurde es wieder hell, nur für kurz, ein erster Blitz zuckte über den schwarzen Himmel, der von Westen herkam. Da die Kante zwischen Licht und Schatten über mir stand und der Wind mich gegen Osten schieben würde, schwang ich mich in meiner Überheblichkeit aufs Rennrad. Schutzblech ist ja montiert und Regenjacke dabei.

Ich fuhr auf der Segeberger Chaussee gegen Osten und erste Tropfen benetzten den Teer. Mit einer vier auf dem Stuckimesser wollte ich dem Regen entkommen. Am Ende der Segeberger Chaussee Höhe Tangstedt schaute ich mich noch mal um. Die Straße ist lang und gerade, so dass du sehen kannst, wer morgen zu Besuch kommt. Was ich sah, gibt’s eigentlich nur in Filmen, die auf das zentrale Nervensystem zielen. Nicht weit hinter mir eine weiße Wand aus Gischt, ab und zu wurden Autolichter ausgespuckt. Die Szene wird mit Blitzlicht untermalt. Dumm jetzt, dass ich die Richtung wechseln musste und der Wind quer kam, dazu etwas Wasser. So viel Wasser, dass es zum Helm rein lief und aus dem Schuhen wieder raus. Die Regenjacke hat natürlich sofort versagt und zur Flasche musste ich auch nicht mehr greifen, Direktbetankung mit köstlichen Himmelstränen.

Die Autos haben ihre Geschwindigkeit auf mein Niveau gesenkt. In einer Waschstraße wird auch langsam gefahren. In Jersbek geht es etwas aufwärts, meine Spur ist ein Fluss. Der Pegel liegt bei 50 mm über Normal. Gegenwind ist eine Sachen, Gegenwasser eine andere. Aber ich habe ja ein Schutzblech… Die Blitze und der nahe folgende Donner wurden ignoriert, habe ein Cabumm-Rad. Nur Metall zieht Blitz an.

In Bargteheide regnet es nur noch und ich gehe mal warm duschen. Und was soll ich sagen, es hat Spass gemacht, so was bekommst du nicht alle Tage.
St. Jan
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Johanna
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Beitragvon Johanna » 17.06.2011, 11:17

Ich war gerade mal 5 Minuten auf dem Rad, als mir die weiße Wand entgegen kam. Nicht lange überlegt und vor dem nassen Feind in eine Tankstelle geflüchtet. Netter Smaltalk "ist ja klar, ist ja auch Scheeßel-Hurricane-Wochenende, da gibt es immer Regen" und "Hui! noch ganz mit dem Rad nach Zeven!? Das wird aber nix mit trocken bleiben!" verkürzten die Wartezeit. Bei leichtem Regen wieder losgefahren, etwas nass geworden, während der Fahrt wieder getrocknet und kurz vor zuhause dann nochmal wieder nass geworden.....mir hats auch Spass gemacht ;)
Für verlorene Gelegenheiten gibt es kein Fundbüro...
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Beitragvon Helmut » 19.06.2011, 02:04

Seems it never rains in Southern California. Da kommt bei mir kein Neid auf. Hab mal die Bilder von der Kalifornien-Rundfahrt durchgescant. Was für eine langweilige Einöde!

Für uns Mitteleuropäer im allgemeinen und Norddeutsche und Westfriesinnen im speziellen scheint mir das nicht geschaffen zu sein.

Sich regen bringt Segen auch im Regen!
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon MiMei » 19.06.2011, 15:07

Moin, bin gestern auch schön in eine Gewitterfront reingefahren. Hätte so schön im trockenen nach Hause radeln können, aber nein ich muss ja noch nach ca. 70 km eine Ehrenrunde drehen :mad: , immer schön gegen den Wind, um Kraftausdauer zu trainieren.

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Ich bin das erste Mal bei Regen vom Rad abgestiegen. Das war ja kein Regen, sondern ein Sturzbach der vom Himmel kam. Innerhalb von Sekunden stand die Straße komplett unter Wasser. Zum Glück war da gerade eine Bushaltestelle.

Weitere Impressionen: Nein, es ging nicht bergab, war eine kurze EB-Einheit. Puls ist bei 171, kann man nicht so recht erkennen :cool:

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Meister Adebar, bin deswegen extra nochmal zurück gefahren. Die sind da gerade im Bach rum stolziert. Sieht man auch nicht alle Tage.

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olaf
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Beitragvon olaf » 20.06.2011, 08:13

Ein ähnliches Erlebnis hatten wir am Samstag auch :?

Nur das wir in Bottrop auf der Halde Haniel waren und die Gewitterfront direkt auf uns zu kam. Die Halde hat immerhin gute 160 m hoch und so schnell waren wir noch nie runter :(

Die Böen haben uns auf der Abfahrt fast noch vom Rad geholt, so heftig war das :?

Gruß

Olaf
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Beitragvon byllesi » 07.07.2011, 13:28

Ich muss sagen, dass ich es oft ganz spannend finde einfach irgendwohin zu fahren und nicht zu wissen, wie das Wetter ist, zumal ich es besonders liebe, mein Rad während Gewitter und Regen zu fahren - das hat irgendwie etwas sehr Klärendes und Entspannendes.
undo me.
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Janibal
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Beitragvon Janibal » 10.08.2011, 22:41

Nicht ganz dicht der Himmel, Teil 34/2011

Heute, Mitte August, Sommerabend, 10.8.2011:
janibal am 17.06.11 hat geschrieben:In Bargteheide regnet es nur noch und ich gehe mal warm duschen. Und was soll ich sagen, es hat Spass gemacht, so was bekommst du nicht alle Tage.
nicht alle Tage, aber fast alle.

Wenns noch mehr wird, dann sieht das so aus:

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