Braveheart Battle '12, Münnerstadt (Bericht + Bilder)

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Ulrike
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Braveheart Battle '12, Münnerstadt (Bericht + Bilder)

Beitragvon Ulrike » 22.03.2012, 02:42

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Braveheart Battle 2012 in Münnerstadt
Härtetest bestanden!


Vorweg erstmal vielen Dank für die netten Glückwünsche! Konkursus und ich sind sehr erfreut, zur Abwechslung mal von Erfolgen statt von Pannen, DNS und DNF berichten zu können.

Drei Mal hatten wir am Strongman Run teilgenommen. 2010 waren wir von der Entwicklung so enttäuscht, dass wir ihn rigoros aus unserer Jahresplanung strichen. Aber was stattdessen? Der Urbanathlon und Survival Run waren zwar ganz nett, aber mehr auch nicht. Das Tough Guy Race in England, die Mutter aller "Fun"-Hindernisläufe, schreckte uns durch verworrene Anmeldeformalitäten ab und so stießen wir auf den Braveheart Battle in Münnerstadt in Unterfranken.

Letztes Jahr konnten wir uns wegen der langen Anreise nicht zu einer Teilnahme entschließen. Das änderte sich aber schlagartig, als ich erfuhr, dass nicht nur die beiden schnellsten Teilnehmer geehrt wurden, sondern auch die ältesten Finisher m/w. Nach all dem Frust mit zahllosen Rennen ohne AK-Wertung endlich eine Chance mit dem Alter zu punkten, statt auf verlorenem Posten gegen sehr viel Jüngere anzutreten.

Und so meldeten wir uns an für "eine Mischung aus Trail Run, Extrem- und Fun-Lauf mit natürlichen und künstlichen Hindernissen mit ca. 45 Hindernissen auf ca. 24 Kilometern", wie es in der Ausschreibung hieß. Die weiteren Ankündigungen vom knochenharten, extrem kraftraubenden Höllenparcours amüsierten uns eher, da gnadenloses Übertreiben bei solchen Veranstaltungen zum guten Ton gehört.

So kamen wir ziemlich entspannt an, wurden aber etwas stutzig, als sich herausstellte, dass die Veranstalterin PAS-Team u.a. Angehörige von Hilfsorganisationen für Krisen- und Katastrophengebiete schult, also echte Profis für extreme Umweltbedingungen. Dann gab es noch einen Stand vom Ranger Shop, der Artikel für Soldaten, Security-Leute etc. vertreibt. So langsam wurde uns mulmig und so beschäftigten wir uns lieber mit dem Anblick der zahlreichen phantasievoll verkleideten bzw. entkleideten Teilnehmer. Trotz der frischen Temperaturen (Luft ca. 7°, Wasser ca. 3°) hatten einige von den ganz Harten zum Borat-Kostüm gegriffen.

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Nach einem stimmungsvollen Start mit Dudelsackmusik und Braveheart-Gebet ging es einen es einen steilen Abhang hinunter

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und nach ein paar km "normaler" Laufstrecke musste das örtliche Flüsschen Lauer mehrmals durchquert werden, der Auftakt zu einem abenteuerlichen Wettlauf gegen die Zeit.

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Ein Wechselspiel von Kriechen, Klettern, Springen, Rollen, Feuer, Wasser, Rauch, Stromschlägen, auf Knien bergauf, auf dem Hosenboden bergab, durch Schlamm, Gestrüpp und Bachläufe, zwischendurch immer wieder Laufpassagen durch eine wunderschöne Landschaft.

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Anfangs dachten wir, dass 5 Stunden für 24 km dicke ausreichen. Aber durch Staus und langsames Vorankommen an den Hindernissen, dem meist schwierigen Untergrund und die ca. 900 hm geriet das Zeit/km-Verhältnis außer Kontrolle. Da half auch nicht, dass die km-Schilder mit launigen Sprüchen, wie "Lächle, dafür hast du bezahlt" für Amüsement sorgten. Die Abstände zwischen den Schildern fühlten sich an wie Meilen und angesichts der unbarmherzig tickenden Uhr hielt ich zum Schluss nicht einmal mehr an, um meine offenen Schnürsenkel zuzubinden. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich Krämpfe an den Füßen.

Auf der ganzen Strecke bekamen wir immer wieder die Professionalität des PAS-Teams zu spüren. Wo andere Veranstalter es bei einem Hindernis beließen, wurden bei dem Battle daraus vier und mehr. Beim ersten Mal war es lustig, beim zweiten Mal anstrengend, beim dritten Mal reichte es allmählich und beim vierten Mal hasste man die miesen Schweine, die sich derartiges ausgedacht hatten. Ein Teilnehmer sprach sogar von Psychopathen.

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So mussten vier widerliche tiefe Schlammkuhlen durchquert werden, aus denen es nur ein Entkommen gab, wenn von unten jemand schob und von oben jemand zog. Vier Mal musste ein Regenwasserrückhaltebecken mit einer steilen Uferböschung durchschwommen werden, vier Mal ging es einen extrem steilen langen Abhang 'rauf und runter und ... und ... ganz zu schweigen, von den endlosen Kriechhindernissen, die teilweise noch mit glitschiger Folie ausgelegt waren, um das Vorwärtskommen zu behindern.

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Der letzte Teilnehmer kam nach 6:20 harten Stunden im Dunklen ins Ziel. Der hatte es so allein besonders schwer. Ich hatte immer hilfsbereite andere Teilnehmer um mich herum und kam in den Genuss der Anfeuerungen der engagierten Zuschauer. Das mach bei solchen Strapazen schon 'ne Menge aus.

Es ist schwierig, die spezielle Dynamik dieser Veranstaltung in Worte zu fassen. Filme wie dieser Favorit von mir http://www.youtube.com/watch?v=eYU2WlsKX6U können die Stimmung besser 'rüberbringen, aber auch die lebhaften Diskussionen auf der Facebook-Seite des BHB.

Oder noch besser, anmelden und selbst erleben. Die Anmeldung für den 9.3.2013 (Motto: Durch die Hölle gehen) ist schon eröffnet. Wir sind wieder dabei und freuen uns schon jetzt auf eine Neuauflage dieses einmalig brutalen Laufs mit garantierten "Überlebens-Endorphinen". Noch am nächsten Tag waren wir so groggy, dass wir sogar den für die Heimfahrt eingeplanten Besuch der Kasseler Kletterhalle strichen.

@Tribelix und Tribala-Stine, für euch wär' das mit Sicherheit was, und für die härteste Sau von Heidenau natürlich auch. Und mad.Mat, der schon immer mal ......

Ulrike :wink:

P.S. Die Photos stammen von sportonline-foto.de
Zuletzt geändert von UweK am 08.11.2016, 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bilder
Hilfe !! Ich brauch' einen 48 Std.-Tag!
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Beitragvon MiMei » 22.03.2012, 08:34

BOAH, RESPEKT für diese Leistung!!!!!!!!!!!!!!! :cry:

aber ihr seid echt "bekloppt" :mad: im positivem Sinne
"Starte Dein Radtraining immer mit Rückenwind. Dann hast Du auf der Rückfahrt einen höheren Trainingseffekt."

RSV Mecklenburg-Vorpommern
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Beitragvon Zeven5 » 23.03.2012, 10:14

:D :D Ich bin nur sprachlos!!
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Beitragvon NOBNOB » 23.03.2012, 11:17

Ihr seit Helden
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and return humbled
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Re: Braveheart Battle '12, Münnerstadt (Bericht + Bilder)

Beitragvon Tribala-Stine » 23.03.2012, 11:32

Ulrike hat geschrieben:@Tribelix und Tribala-Stine, für euch wär' das mit Sicherheit was, und für die härteste Sau von Heidenau natürlich auch. Und mad.Mat, der schon immer mal ......
WOW :Respekt: Alle Achtung, super Klasse :)

Beim Lesen hab ich auch an uns gedacht :P da hätte ich ja richtig Lust zu - aber ob mein gallischer Teampartner da mitmacht :oops:
Die Temperaturen finde ich allerdings zum Schwimmen auch nicht so schön.....da zuckt mir doch gleich die eiskalte Saale durch den Körper ;)

Stine :wink:
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Re: Braveheart Battle '12, Münnerstadt (Bericht + Bilder)

Beitragvon Johanna » 23.03.2012, 12:20

Ulrike hat geschrieben:.....und für die härteste Sau von Heidenau natürlich auch.....
als zweithärtesteste Sau(In) von Heidenau fühle ich mich da mal gaaaar nicht angesprochen..... :cool:

Gratuliere zum Erfolgserlebnis!

:wink:
Für verlorene Gelegenheiten gibt es kein Fundbüro...
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Beitragvon hanseat » 23.03.2012, 12:24

Bei den beiden zählt nur "länger, schwerer, extremer"! Große Leistung! Respekt! Das Video spricht Bände...

24 Km muss man im Flachen erstmal überstehen und dann noch diese Hürden. Ich könnte das nicht.
"Mr. Nachkommastelle"
...wir sitzen alle in einem Boot, die einen rudern und die anderen genießen die Aussicht...
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Chapeau!

Beitragvon Heimfelder Dirk » 23.03.2012, 16:16

Meine Güte Ulrike, wass tust du dir bloß an!

Solche Bilder habe ich zuletzt bei einer Dokumentation auf Arte gesehen: In einem Ausbildungslager der Fremdenlegion in Französisch-Guyana wurden Elitesoldaten aus aller Welt in Form gebracht. Und du machst so was freiwillig...

:Hutab: :Hutab: :Hutab:
Dirk

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