200er Brevet ARA Weserbergland '13, Großenwieden (Bericht)

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tailwind
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200er Brevet ARA Weserbergland '13, Großenwieden (Bericht)

Beitragvon tailwind » 21.04.2013, 20:39

Angereist bin ich schon Freitag Abend und habe mich bei den Klostermanns einquartiert. Ausser mir hatte da noch ein weiterer Hamburger Quartier bezogen. Frau Klostermann war erstaunlich gut informiert: 'Geht das Brefft Fahren bei dem Krone wieder los? Paris ist aber doch erst wieder nächstes, ach nein übernächstes Jahr oder?' Ein- und auschecken war bemerkenswert unkompliziert, da komme ich gerne wieder.

Das Weserbergland kannte ich bisher nur von Rudertouren und ich hatte einen Höllenrespekt vor den Hügeln, die da kommen sollten. Aber letztendlich ging alles besser als ich gedacht hatte. Ziel der Übung sollte es für mich sein sein, Hügel fahren zu lernen, als Vorbereitung auf die lange Tour im Sommer. Ich komme aus Hamburg selten raus und habe bisher kein Brevet mit mehr als 1.000 Höhenmetern gefahren. Weil ich überhaupt nicht wusste, was da kommt, hatte ich mir auch keine Taktik zurecht gelegt, sondern nur das Höhenprofil, statt der üblichen Landkarte in die Lenkertaschenhülle gesteckt.

Zuerst war es ziemlich frisch, aber die langen Handschuhe habe ich nur kurz vermisst, denn dann kam die Sonne raus! Die erste Tour dieses Jahr ohne (nervigen) Wind, ohne Regen, aber dafür mit viel Sonne! Sehr geil, das nach den ganzen kalten, grauen Touren im März, richtig gut. Und dann ging es einmal rund um Hameln, Die Landschaft dort ist schon sehr beeindruckend, wenn man sonst nur Deiche sieht.

Mit den Mitfahrerern habe ich mal wieder Schwein gehabt. Relativ schnell, bei Kilometer 30, haben wir uns in einer Viergruppe zusammengefunden. Da solche Spontangruppen seltenst viele Kilometer halten, wurde erst bei Kilometer 100 höflich nach den Namen der Mitfahrenden gefragt. Bis km 180 hielt die Gruppe, dann zerfiel sie kurz vor Schluß.

Schon fast vergessen, aber bei dieser Fahrt für mich überlebenswichtig: Die sogannte Renterscheibe. Dreizehn Hügel waren zu bewältigen, die ich zu Anfang erstaunlich gut hochkam. Erst bei km 130 bzw. mitten im Nichts bzw. bei Hügel Nummer neun musste ich dann zum ersten Mal mitten im Anstieg eine Pause einlegen. Bei Kilometer 165 kam dann etwas, was ich noch länger als sehr unerquicklich in Erinnerung behalten werde: Der Lauenstein. Hügel die Namen besitzen, werde ich in Zukunft versuchen zu umfahren.

Held des Tages und Sieger in der Kategorie 'bitte nicht nachmachen' war für mich Holger. Der ist gestern sein erstes Brevet gefahren, mit einem Trekkingrad, equiped mit einer 14 Gang Getriebenabe, zwei Ortliebtaschen, einer Federgabel und 37er Marathons. Eingebettet in unser Viererteam hat er eine blitzsaubere Tour abgeliefert, die ich ihm bei Kilometer 2 so niemals zugetraut hätte. Congratulations Holger!

Alles in allem bin ich super zufrieden, Wetter gut, Gruppe gut, Orga gut. Dank an Detlef, Falk únd Holger für die gute Unterhaltung! Und auch vielen Dank an Uwe für die Ausrichtung!
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chris
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Beitragvon chris » 21.04.2013, 22:35

Großes Kompliment an Uwe Krohne für diesen wunderschönen Brevet und an alle Finisher, weil nach diesem langen Winter wenig Gelegenheit war, auf diese Herausforderung hin zu trainieren. Es ist schon ein besonderes Talent, wenn man es als Organisator schafft, auf dieser Tour über 2.700 Höhenmeter unterzubringen. Wobei, 2.700 hm klingt erst mal nicht so spektakulär. Ich bin ja auch häufiger in dieser Gegend unterwegs und dann fahre ich auch schon mal bis zu 2.000 hm auf 200 km zusammen, also ein Verhältnis von 100:1. Aber wenn man berücksichtigt, dass die ersten 2.000 hm schon nach 120 km absolviert waren, dann ist das schon eine reife Leistung für April.

Ca. 40 Teilnehmer waren in Hessisch Oldendorf am Start. Es herrschte, wie ich fand, eine besonders familiäre Atmosphäre.

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Nach einer Gedenkminute für den kürzlich auf seinem eigenen Brevet tragisch verstorbenen Christian von Ascheberg ging es pünktlich um 8 Uhr los.

Wie schon bei den vorangegangenen 200ern ging es zum Start erst einmal mit der Fähre über die Weser zum Südufer (Der Fährpreis war schon in der Startgebühr enthalten, wie auch noch mehr, aber dazu später) bei frostigen 1°C. Käpt'n Uwe vorne in erster Reihe:

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Auch wenn es ein Weser-Berglandbrevet war, sollten wir die Weser nur noch einmal aus dieser Nähe zu sehen bekommen, nämlich bei der Überquerung in Bodenwerder.

Schon vorher hatten wir jeden größeren Hügel des lippischen Berglandes mitgenommen. Hier 2 Ausblicke zurück vom Anstieg auf die Ottensteiner Hochebene. Nach Norden

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und nach Osten (mit dem Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln, ja sowas gibts in dieser idyllischen Gegend auch).

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Hinter Bodenwerder immer wieder noch für das Weserbergland typische Gebirgsformationen (wie hier zwischen Bodenwerder und Eschershausen):

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Die Krönung war dann die Überquerung des Ith von Eschershausen nach Grünenplan und die Abfahrt nach dem langen Anstieg.

Nach dem östlichsten Wendepunkt Alfeld im Leinetal dann eine kurze Flachetappe, bevor es rauf ging zum besagten Lauenstein. Das war die letzte Bergprüfung, bevor es dann durch ein welliges gestrecktes Hochtal durch den Ith wieder nordwestlich zurück nach Hessisch Oldendorf ging. Als Ziel hatte Uwe eine Eisdiele direkt in Oldendorf ausgesucht. Weil wohl noch etwas vom wirklich sehr günstigen Startgeld übrig geblieben ist, hatte uns Uwe in der Eisdiele noch ein kleines Eis oder Kaffee nach Wahl spendiert. Ich bin dort um 18:00 Uhr nach zehn anstrengenden, aber auch sehr schönen Stunden angekommen.

Ich war meistens allein unterwegs. Wie so häufig bei Brevets: Die 2-3 Gruppen vor mir waren mir zu schnell und von hinten kam niemand nach, der mich hätte aufnehmen können... Aber in den Bergen hilft eine Gruppe sowieso nicht viel. Die Steigungen muß schon jeder für sich selber erarbeiten.

Nochmals herzlichen Dank an Uwe.
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Beitragvon dirksen1 » 22.04.2013, 08:33

Schöner Bericht, schöne Bilder. Es ist alles gesagt worden.

Ich bin froh, dabei gewesen zu sein und obgleich ich fast immer allein unerwegs war, waren die kurzen gemeinsamen Abschnitte mit FLXHH-Mitstreiter Tom Mas oder auch Dreckschleuder willkommen auf der langen und hügeligen Fahrt durchs Weserbergland.

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Danke an Tom Mas für das schöne Bild, kühl war's

Uwes Orga perfekt, wenngleich ich für nen gps-Track vorab einen Riesenluftsprung täte ;-)

Bis zum 300er dann :wink:
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